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Effektivzins

Der effektive Jahreszins umfasst alle Kreditkosten inklusive Gebühren und Nebenkosten und ermöglicht so den Vergleich verschiedener Angebote.

Beispiel

Ein Kredit mit 3,5 % Sollzins kann durch Bearbeitungsgebühren einen Effektivzins von 3,8 % haben.

Effektivzins einfach erklärt

Der Effektivzins (effektiver Jahreszins) ist die wichtigste Vergleichsgröße bei Kreditangeboten, denn er berücksichtigt nicht nur den reinen Sollzins, sondern auch alle weiteren Kreditkosten. Dazu gehören Bearbeitungsgebühren, Vermittlungsprovisionen, die Verrechnungsweise der Tilgung und die Häufigkeit der Zinszahlung. Banken sind gesetzlich verpflichtet, den Effektivzins nach der Preisangabenverordnung (PAngV) auszuweisen.

Für Kreditnehmer ist der Effektivzins das entscheidende Kriterium beim Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote. Der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins kann je nach Anbieter erheblich sein: Bei Baufinanzierungen liegt die Differenz meist bei 0,1–0,5 Prozentpunkten, bei Konsumentenkrediten kann sie deutlich höher ausfallen. Bei einem Immobilienkredit über 300.000 EUR bedeutet ein um 0,3 Prozentpunkte höherer Effektivzins Mehrkosten von rund 900 EUR pro Jahr.

Der Effektivzins wird nach einem einheitlichen Berechnungsverfahren ermittelt, das in der EU-Verbraucherkreditrichtlinie festgelegt ist. Nicht enthalten sind allerdings Kosten für Restschuldversicherungen, Kontoführungsgebühren und Schätzkosten bei Immobilienkrediten, weshalb die tatsächlichen Gesamtkosten noch höher liegen können. Mit unserem Kreditrechner können Sie Angebote anhand des Effektivzinses vergleichen und die Gesamtkosten berechnen.

Häufige Fragen zum Thema Effektivzins (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?

Der Sollzins (früher Nominalzins) gibt den reinen Zinssatz an, den die Bank für das geliehene Kapital berechnet. Der Effektivzins hingegen umfasst zusätzlich alle weiteren Kosten wie Bearbeitungsgebühren, die Tilgungsverrechnung und die Zinszahlungshäufigkeit. Der Effektivzins ist daher immer höher als der Sollzins und eignet sich besser zum Vergleich verschiedener Kreditangebote.

Warum unterscheidet sich der Effektivzins vom Sollzins?

Die Differenz entsteht durch zusätzliche Kostenfaktoren, die im Sollzins nicht enthalten sind. Dazu zählen unter anderem die Art der Tilgungsverrechnung (monatlich oder jährlich), etwaige Disagien (Abzüge bei der Auszahlung), Vermittlungsprovisionen und die Zinszahlungstermine. Bei einer monatlichen statt jährlichen Zinsverrechnung steigt der Effektivzins bereits leicht an, da die Bank die Tilgung unterjährig nicht sofort verrechnet.

Welche Kosten sind im Effektivzins nicht enthalten?

Nicht im Effektivzins enthalten sind Bereitstellungszinsen, Kosten für Restschuldversicherungen, Kontoführungsgebühren, Schätzkosten für die Immobilienbewertung, Notarkosten und Grundbuchgebühren. Auch Kosten, die bei Nichterfüllung des Vertrags anfallen (z. B. Mahngebühren), werden nicht berücksichtigt. Deshalb sollten Kreditnehmer neben dem Effektivzins auch die Gesamtkosten des Kredits im Blick behalten.

Ist ein niedriger Effektivzins immer das beste Angebot?

Nicht unbedingt, denn der Effektivzins berücksichtigt nicht alle relevanten Faktoren. Ein Angebot mit niedrigem Effektivzins kann zum Beispiel hohe Bereitstellungszinsen, teure Sondertilgungsoptionen oder eine kurze Zinsbindung haben, die langfristig teurer wird. Auch die Flexibilität des Kredits (Sondertilgungsrechte, Tilgungswechsel) sollte in die Bewertung einfließen.

Wie hoch ist der aktuelle durchschnittliche Effektivzins für Baufinanzierungen?

Der durchschnittliche Effektivzins für Baufinanzierungen schwankt je nach Marktlage und Zinsbindung. Bei 10 Jahren Zinsbindung lagen die Effektivzinsen zuletzt bei etwa 3,5–4,5 %, bei 15 Jahren bei 3,8–4,8 %. Die tatsächlichen Konditionen hängen von Faktoren wie Bonität, Eigenkapitalquote und Beleihungsauslauf ab. Ein Vergleich mehrerer Anbieter kann schnell mehrere Tausend Euro über die Laufzeit sparen.