Forward-Darlehen
Ein Forward-Darlehen ist eine Anschlussfinanzierung, die man sich bereits Monate bis Jahre im Voraus zu den heute geltenden Konditionen sichert. So schützt man sich vor steigenden Zinsen, zahlt dafür aber einen Forward-Aufschlag.
BeispielBei einer Restschuld von 150.000 EUR und 36 Monaten Vorlauf kann der Forward-Aufschlag etwa 0,02 % pro Monat betragen, also rund 0,72 % auf den Zinssatz.
Forward-Darlehen einfach erklärt
Ein Forward-Darlehen ist eine besondere Form der Anschlussfinanzierung. Damit sichern sich Immobilienbesitzer die aktuellen Zinsen für ein Darlehen, das erst in der Zukunft – meist nach Ablauf der laufenden Zinsbindung – ausgezahlt wird. Möglich ist ein solcher Vorlauf je nach Bank für bis zu 60 Monate. Wer also befürchtet, dass die Zinsen bis zum Ende seiner Zinsbindung steigen, kann sich das heutige Niveau bereits jetzt vertraglich festschreiben lassen.
Diese Zinssicherheit hat einen Preis: den sogenannten Forward-Aufschlag. Für jeden Monat zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung verlangt die Bank einen kleinen Zinszuschlag, häufig zwischen 0,01 % und 0,03 % pro Vorlaufmonat. Bei 24 Monaten Vorlauf summiert sich das auf etwa 0,24 % bis 0,72 % zusätzlichen Zins. Ob sich der Aufschlag lohnt, hängt davon ab, wie stark die Marktzinsen bis zur Auszahlung tatsächlich steigen.
Das Forward-Darlehen ist damit vor allem eine Wette gegen steigende Zinsen – und eine Versicherung gegen böse Überraschungen bei der Anschlussfinanzierung. Steigen die Zinsen stärker als der Aufschlag, hat man gespart; bleiben sie gleich oder fallen sie, war der Aufschlag umsonst. Mit unserem Forward-Darlehen-Rechner können Sie den Aufschlag und die Ersparnis für Ihre individuelle Restschuld durchrechnen.
Häufige Fragen zu Forward-Darlehen
Wann lohnt sich ein Forward-Darlehen? ▼
Ein Forward-Darlehen lohnt sich, wenn die Zinsen bis zur Auszahlung stärker steigen, als der Forward-Aufschlag kostet. Wer von deutlich steigenden Zinsen ausgeht und Planungssicherheit für seine Anschlussfinanzierung möchte, profitiert. Bleiben die Zinsen gleich oder fallen sie, war der Aufschlag eine unnötige Mehrausgabe.
Wie hoch ist der Forward-Aufschlag? ▼
Der Forward-Aufschlag liegt je nach Bank meist zwischen 0,01 % und 0,03 % pro Monat Vorlaufzeit. Bei 36 Monaten Vorlauf ergibt das einen Zuschlag von etwa 0,36 % bis 1,08 % auf den vereinbarten Sollzins. Je länger der Vorlauf, desto höher der Aufschlag.
Wie viele Jahre im Voraus kann man ein Forward-Darlehen abschließen? ▼
Üblich ist ein Vorlauf von bis zu 60 Monaten, also fünf Jahren. Manche Banken bieten kürzere Fristen an. Der Vertrag wird heute geschlossen, das Darlehen aber erst zum Ende der laufenden Zinsbindung ausgezahlt.
Was passiert, wenn ich das Forward-Darlehen nicht abnehme? ▼
Ein abgeschlossenes Forward-Darlehen muss abgenommen werden – es besteht eine Abnahmepflicht. Verzichtet man darauf, verlangt die Bank in der Regel eine Nichtabnahmeentschädigung. Daher sollte man sich vor Abschluss sicher sein, dass man die Anschlussfinanzierung benötigt.
Worin unterscheidet sich ein Forward-Darlehen von einer normalen Umschuldung? ▼
Bei einer normalen Umschuldung sucht man sich die Anschlussfinanzierung erst zum Ende der Zinsbindung zu den dann geltenden Konditionen. Beim Forward-Darlehen sichert man sich den Zinssatz dagegen schon Monate oder Jahre vorher – gegen einen Aufschlag, dafür aber mit voller Planungssicherheit.