Laufzeit
Die vereinbarte Dauer eines Kredits oder einer Geldanlage von Beginn bis zur vollständigen Rückzahlung bzw. Auszahlung.
BeispielEin Immobilienkredit über 200.000 EUR mit 2 % Tilgung hat eine Laufzeit von ca. 35 Jahren.
Laufzeit einfach erklärt
Die Laufzeit bezeichnet den Zeitraum, über den ein Kredit zurückgezahlt oder eine Geldanlage gehalten wird. Bei Darlehen erstreckt sie sich vom Tag der Auszahlung bis zur letzten Tilgungsrate, bei Sparverträgen oder Festgeldern vom Einzahlungstag bis zur Fälligkeit. Die Laufzeit ist eine der wichtigsten Stellschrauben bei Finanzentscheidungen, denn sie beeinflusst sowohl die monatliche Belastung als auch die Gesamtkosten erheblich.
Bei Krediten gilt: Je länger die Laufzeit, desto niedriger die monatliche Rate – aber desto höher die gesamten Zinskosten. Ein Kredit über 200.000 EUR zu 3 % Zinsen kostet bei 20 Jahren Laufzeit rund 66.000 EUR Zinsen, bei 30 Jahren dagegen über 103.000 EUR. Es lohnt sich daher, die Laufzeit so kurz wie finanziell vertretbar zu wählen und Sondertilgungen zu nutzen.
Bei Geldanlagen wirkt sich eine längere Laufzeit meist positiv aus, weil der Zinseszinseffekt mehr Zeit hat, das Kapital zu vermehren. Schon kleine Unterschiede in der Laufzeit können dank Zinseszins große Auswirkungen haben. Wer beispielsweise 10.000 EUR zu 4 % Zinsen anlegt, hat nach 10 Jahren rund 14.800 EUR, nach 20 Jahren bereits etwa 21.900 EUR – ohne zusätzliche Einzahlungen.
Häufige Fragen zur Laufzeit
Wie beeinflusst die Laufzeit meine monatliche Rate?▼
Eine längere Laufzeit verteilt die Rückzahlung auf mehr Monate, wodurch die einzelne Rate sinkt. Bei einem Kredit von 20.000 EUR zu 5 % Zinsen beträgt die Rate auf 3 Jahre rund 600 EUR, auf 5 Jahre nur noch ca. 377 EUR monatlich. Allerdings steigen dadurch die Gesamtzinskosten.
Was ist die optimale Laufzeit für einen Immobilienkredit?▼
Experten empfehlen, die Laufzeit so zu wählen, dass das Darlehen spätestens bis zum Renteneintritt getilgt ist. Üblich sind 20 bis 30 Jahre Gesamtlaufzeit mit einer Zinsbindung von 10 bis 15 Jahren. Eine anfängliche Tilgung von mindestens 2 bis 3 Prozent hält die Gesamtkosten im Rahmen.
Kann ich die Laufzeit nachträglich ändern?▼
Grundsätzlich ja, etwa durch Sondertilgungen (verkürzt die Laufzeit), Tilgungssatzänderungen oder eine Umschuldung. Viele Kreditverträge enthalten das Recht auf jährliche Sondertilgungen von 5 bis 10 Prozent der Darlehenssumme. Für umfassendere Änderungen sollten Sie mit Ihrer Bank verhandeln.
Welche Laufzeit ist bei Festgeld sinnvoll?▼
Das hängt vom Zinsumfeld und Ihrem Liquiditätsbedarf ab. Kurze Laufzeiten von 6 bis 12 Monaten bieten Flexibilität, längere Laufzeiten von 2 bis 5 Jahren sichern meist höhere Zinsen. Eine Strategie mit gestaffelten Laufzeiten (Treppenstrategie) kombiniert beide Vorteile.
Was passiert am Ende der Zinsbindungsfrist?▼
Nach Ablauf der Zinsbindung wird der Zinssatz neu verhandelt – die sogenannte Anschlussfinanzierung. Ist die Restschuld noch hoch, kann ein gestiegenes Zinsniveau die monatliche Rate deutlich erhöhen. Deshalb empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Ablauf Angebote zu vergleichen oder ein Forward-Darlehen abzuschließen.