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Nominalzins

Der angegebene Zinssatz ohne Berücksichtigung von Zinseszinseffekten oder Gebühren.

Beispiel

5 % Nominalzins bei monatlicher Verzinsung ergibt einen effektiven Jahreszins von 5,12 %.

Nominalzins einfach erklärt

Der Nominalzins ist der Zinssatz, der in einem Kredit- oder Sparvertrag ausgewiesen wird, ohne zusätzliche Kosten oder Zinseszinseffekte einzubeziehen. Er dient als Grundlage für die Berechnung der Zinszahlungen und wird häufig in Kreditangeboten oder bei Sparanlagen als erste Orientierung angegeben. Der Nominalzins allein sagt jedoch wenig über die tatsächlichen Kosten oder Erträge aus.

Der entscheidende Unterschied zum Effektivzins liegt darin, dass der Nominalzins weder Bearbeitungsgebühren, Kontoführungskosten noch die Verrechnungshäufigkeit der Zinsen berücksichtigt. Bei monatlicher Zinsgutschrift entsteht durch den Zinseszinseffekt ein höherer Effektivzins als der angegebene Nominalzins. Deshalb schreibt die Preisangabenverordnung vor, dass Kreditgeber stets auch den effektiven Jahreszins angeben müssen.

Für Verbraucher ist es wichtig, Kreditangebote immer anhand des Effektivzinses zu vergleichen und nicht nur den Nominalzins zu betrachten. Zwei Kredite mit identischem Nominalzins können durch unterschiedliche Gebührenstrukturen und Tilgungsverrechnungen völlig verschiedene Gesamtkosten verursachen. Bei Sparanlagen hingegen zeigt ein höherer Effektivzins gegenüber dem Nominalzins, dass der Zinseszinseffekt zu Ihrem Vorteil wirkt.

Häufige Fragen zum Nominalzins

Was ist der Unterschied zwischen Nominalzins und Effektivzins?

Der Nominalzins gibt den reinen Zinssatz ohne Nebenkosten an. Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich Bearbeitungsgebühren, Zinseszinseffekte und die Verrechnungshäufigkeit und spiegelt so die tatsächlichen Kosten oder Erträge wider.

Warum ist der Effektivzins höher als der Nominalzins?

Der Effektivzins ist bei Krediten höher, weil er zusätzliche Kosten wie Bearbeitungsgebühren einrechnet. Bei Sparanlagen mit unterjähriger Zinsgutschrift ist er höher, weil die gutgeschriebenen Zinsen ihrerseits verzinst werden (Zinseszinseffekt).

Ist der Nominalzins bei Kreditvergleichen relevant?

Der Nominalzins allein reicht für einen fairen Vergleich nicht aus. Entscheidend ist der effektive Jahreszins, da er alle Kosten einbezieht. Der Nominalzins kann jedoch hilfreich sein, um die reine Zinsbelastung ohne Gebühren zu verstehen.

Wie berechnet man den Effektivzins aus dem Nominalzins?

Die Grundformel lautet: Effektivzins = (1 + Nominalzins/n)^n - 1, wobei n die Anzahl der Zinsperioden pro Jahr ist. Bei monatlicher Verzinsung und 5 % Nominalzins ergibt sich: (1 + 0,05/12)^12 - 1 = ca. 5,12 % Effektivzins.

Kann der Nominalzins auch negativ sein?

Ja, in Niedrigzinsphasen können Banken einen negativen Nominalzins (Verwahrentgelt) auf hohe Einlagen erheben. Das bedeutet, dass Sparer für das Halten von Geld auf dem Konto zahlen müssen, statt Zinsen zu erhalten.