Restschuld
Der noch offene Kreditbetrag nach Ablauf der Zinsbindung oder zu einem bestimmten Zeitpunkt.
BeispielBei einem 200.000-EUR-Kredit mit 2 % Tilgung beträgt die Restschuld nach 10 Jahren noch ca. 160.000 EUR.
Restschuld einfach erklärt
Die Restschuld ist der Betrag eines Darlehens, der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht zurückgezahlt wurde. Bei Immobilienfinanzierungen spielt die Restschuld eine besonders wichtige Rolle, da die Zinsbindung meist nach 10, 15 oder 20 Jahren ausläuft und dann eine Anschlussfinanzierung für den verbleibenden Betrag erforderlich wird. Je niedriger die Restschuld am Ende der Zinsbindung, desto geringer das Zinsänderungsrisiko.
Die Höhe der Restschuld hängt von mehreren Faktoren ab: der anfänglichen Darlehenssumme, dem Zinssatz, der vereinbarten Tilgungsrate und der Laufzeit der Zinsbindung. Bei einem Annuitätendarlehen steigt der Tilgungsanteil mit jeder Rate, da die Zinslast auf den sinkenden Restbetrag berechnet wird. Eine höhere anfängliche Tilgungsrate von beispielsweise 3 statt 2 Prozent reduziert die Restschuld am Ende der Zinsbindung erheblich und spart langfristig Tausende Euro an Zinskosten.
Bei der Anschlussfinanzierung der Restschuld haben Kreditnehmer mehrere Möglichkeiten. Die Prolongation beim bisherigen Kreditgeber ist der einfachste Weg, eine Umschuldung zu einer anderen Bank kann jedoch bessere Konditionen bieten. Auch Sondertilgungen während der Zinsbindung helfen, die Restschuld zu senken. Viele Kreditverträge erlauben jährliche Sondertilgungen von 5 bis 10 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Häufige Fragen zur Restschuld
Wie berechnet man die Restschuld?▼
Die Restschuld ergibt sich aus der ursprünglichen Darlehenssumme abzüglich aller geleisteten Tilgungen. Bei einem Annuitätendarlehen steigt der Tilgungsanteil mit jeder Rate, da die Zinsen auf die sinkende Restschuld berechnet werden. Ein Tilgungsrechner zeigt den genauen Verlauf.
Was passiert mit der Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung?▼
Nach Ablauf der Zinsbindung muss die Restschuld zu neuen Konditionen weiterfinanziert werden. Sie können das Darlehen bei Ihrer bisherigen Bank verlängern (Prolongation) oder zu einer anderen Bank umschulden. Der dann geltende Marktzins bestimmt die neue Monatsrate.
Wie kann ich die Restschuld schneller reduzieren?▼
Die effektivsten Methoden sind eine höhere anfängliche Tilgungsrate, regelmäßige Sondertilgungen und die Nutzung von Tilgungssatzwechseln bei Gehaltserhöhungen. Schon 1 Prozentpunkt mehr Tilgung kann die Gesamtlaufzeit um mehrere Jahre verkürzen und die Zinskosten deutlich senken.
Was ist das Risiko einer hohen Restschuld?▼
Eine hohe Restschuld am Ende der Zinsbindung birgt ein Zinsänderungsrisiko. Steigen die Zinsen bis zur Anschlussfinanzierung, erhöht sich die monatliche Rate erheblich. Bei einem Zinsanstieg von 2 auf 4 Prozent kann die Rate bei 150.000 EUR Restschuld um mehrere Hundert Euro steigen.
Lohnt sich ein Forward-Darlehen zur Absicherung der Restschuld?▼
Ein Forward-Darlehen sichert bis zu 5 Jahre im Voraus den aktuellen Zinssatz für die Anschlussfinanzierung. Es lohnt sich, wenn Sie steigende Zinsen erwarten. Dafür wird ein Zinsaufschlag von ca. 0,01 bis 0,03 Prozentpunkten pro Monat Vorlaufzeit fällig.