Sollzins
Der Zinssatz, der auf den geliehenen Betrag berechnet wird, ohne zusätzliche Kosten oder Gebühren.
BeispielBei 3,5 % Sollzins auf einen Kredit von 200.000 EUR fallen im ersten Jahr 7.000 EUR Zinsen an.
Sollzins einfach erklärt
Der Sollzins – auch Nominalzins genannt – ist der reine Zinssatz, den eine Bank für die Überlassung eines Kreditbetrags berechnet. Er gibt an, wie viel Prozent des noch ausstehenden Darlehens pro Jahr an Zinsen anfallen. Anders als der Effektivzins enthält der Sollzins keine zusätzlichen Kosten wie Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren oder die Verrechnung von Tilgungsleistungen.
In der Praxis dient der Sollzins als Berechnungsgrundlage für die monatliche Zinsbelastung. Bei einem Annuitätendarlehen wird der Sollzins auf die jeweilige Restschuld angewendet. Da sich die Restschuld mit jeder Tilgungsrate verringert, sinkt auch der absolute Zinsbetrag im Laufe der Zeit, während der Tilgungsanteil steigt. Der Sollzinssatz selbst bleibt während der Zinsbindungsfrist konstant.
Der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins ist für Kreditnehmer besonders wichtig: Der Effektivzins berücksichtigt alle Nebenkosten und die Verrechnungsweise der Tilgung, weshalb er stets höher als der Sollzins ausfällt. Beim Vergleich verschiedener Kreditangebote sollte daher immer der effektive Jahreszins herangezogen werden, da nur dieser die tatsächliche Gesamtbelastung widerspiegelt.
Häufige Fragen zum Sollzins
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?▼
Der Sollzins ist der reine Zinssatz ohne Nebenkosten. Der Effektivzins hingegen enthält alle zusätzlichen Kosten wie Bearbeitungsgebühren und berücksichtigt die Verrechnungsweise der Tilgung. Dadurch liegt der Effektivzins immer über dem Sollzins und eignet sich besser zum Vergleich von Kreditangeboten.
Ist der Sollzins fest oder variabel?▼
Das hängt vom Kreditvertrag ab. Bei einem gebundenen Sollzins bleibt der Zinssatz für die vereinbarte Zinsbindungsfrist konstant – typisch sind 5, 10, 15 oder 20 Jahre. Bei einem variablen Sollzins kann sich der Zinssatz in regelmäßigen Abständen an den aktuellen Marktzins anpassen.
Wie wird der Sollzins berechnet?▼
Der Sollzins wird auf die aktuelle Restschuld angewendet. Die Formel lautet: Jährliche Zinsen = Restschuld × Sollzinssatz / 100. Bei einem Kredit von 200.000 EUR und 3,5 % Sollzins ergeben sich im ersten Jahr 7.000 EUR Zinsen, also rund 583 EUR pro Monat.
Warum ist der Sollzins niedriger als der Effektivzins?▼
Der Sollzins bildet nur die reinen Zinskosten ab. Der Effektivzins addiert sämtliche Nebenkosten und berücksichtigt den Zeitpunkt der Verrechnung von Tilgungsleistungen. Selbst bei identischem Sollzins können zwei Angebote unterschiedliche Effektivzinsen haben, wenn die Nebenkosten oder Verrechnungsmodalitäten abweichen.
Was passiert nach Ablauf der Sollzinsbindung?▼
Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist wird eine Anschlussfinanzierung fällig. Sie können dann mit Ihrer bisherigen Bank einen neuen Zinssatz verhandeln (Prolongation) oder zu einer anderen Bank wechseln (Umschuldung). Der neue Sollzins richtet sich nach dem dann aktuellen Marktzinsniveau.