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Verbraucherpreisindex

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst, wie sich die Preise der Waren und Dienstleistungen entwickeln, die private Haushalte in Deutschland kaufen.

Beispiel

Der VPI stand im August 2025 bei 122,3 und im August 2026 bei 125,8 Punkten (Basis 2020 = 100). Die Preise sind in diesem Zeitraum also um 2,86 % gestiegen.

Was der VPI misst und wer ihn ermittelt

Der Verbraucherpreisindex für Deutschland, kurz VPI, wird vom Statistischen Bundesamt (Destatis) berechnet. Grundlage ist ein sogenannter Warenkorb: Er bildet ab, wofür private Haushalte ihr Geld ausgeben, von Lebensmitteln über Mieten und Energie bis zu Dienstleistungen. Jeden Monat werden die Preise dieser Güter erhoben und gewichtet zusammengefasst. Das Ergebnis ist eine Indexzahl, die zeigt, wie teuer der Warenkorb im Vergleich zu einem Basisjahr ist.

Derzeit gilt das Basisjahr 2020, dessen Durchschnitt auf 100 gesetzt ist. Ein Indexstand von 125,8 bedeutet, dass derselbe Warenkorb 25,8 % mehr kostet als im Jahr 2020. Destatis veröffentlicht den Wert eines Monats in der Regel etwa zur Mitte des Folgemonats. Von Zeit zu Zeit stellt das Amt auf ein neueres Basisjahr um. Dann wird die gesamte Reihe neu berechnet, und ältere und neuere Werte dürfen nicht gemischt werden. Wer zwei Indexwerte vergleicht, sollte deshalb darauf achten, dass beide auf demselben Basisjahr beruhen.

Vom Indexstand zur Teuerungsrate

Die bekannte Inflationsrate ist nichts anderes als die prozentuale Veränderung des VPI gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres. Gerechnet wird mit dem Verhältnis der beiden Indexwerte: Index neu geteilt durch Index alt, minus 1. Von 122,3 auf 125,8 ergibt das 2,86 %. Die bloße Differenz von 3,5 Punkten ist dagegen kein Prozentwert, weil der Index nicht bei 100 steht.

Im Alltag begegnet Ihnen der VPI vor allem an zwei Stellen. Bei einer Indexmiete nach § 557b BGB passt sich die Kaltmiete an die Veränderung des VPI an. Der Indexmiete-Rechner verwendet dafür die amtlichen Monatswerte von Destatis und berechnet die zulässige Erhöhung. Bei Ersparnissen zeigt die Teuerung, wie viel ein Geldbetrag real noch wert ist. Der Kaufkraftverlust-Rechner rechnet mit einer angenommenen jährlichen Rate, die Sie aus der Entwicklung des VPI ableiten können, und zeigt den Realwert nach mehreren Jahren.

Häufige Fragen zum Verbraucherpreisindex

Wo finde ich den aktuellen Verbraucherpreisindex?▼

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht den VPI monatlich auf destatis.de und in der Datenbank GENESIS-Online. Der Wert für einen Monat erscheint in der Regel etwa zur Mitte des Folgemonats.

Was bedeutet Basis 2020 = 100?▼

Der durchschnittliche Preisstand des Jahres 2020 ist auf 100 Punkte gesetzt. Jeder spätere Indexwert zeigt, wie sich die Preise im Vergleich dazu verändert haben. Ein Wert von 125,8 heißt: 25,8 % teurer als im Durchschnitt des Jahres 2020.

Ist der Verbraucherpreisindex dasselbe wie die Inflationsrate?▼

Nein. Der VPI ist ein Indexstand in Punkten, die Inflationsrate ist die prozentuale Veränderung dieses Index gegenüber dem Vorjahresmonat. Aus zwei Indexwerten lässt sich die Teuerung für jeden beliebigen Zeitraum berechnen.