Verschnitt
Verschnitt ist das Material, das beim Zuschneiden von Bodenbelag oder Tapete als Rest oder Abfall übrig bleibt und deshalb zusätzlich gekauft werden muss.
BeispielFür 20 m² Laminat in gerader Verlegung rechnen Sie mit 7 Prozent Verschnitt, also 21,4 m². Bei 2,22 m² je Paket sind das 10 Pakete.
Warum mehr Material nötig ist als die reine Fläche
Kein Raum lässt sich mit ganzen Dielen oder ganzen Tapetenbahnen ausfüllen, ohne zu schneiden. An Wänden, Ecken, Türzargen und Heizungsrohren entstehen Zuschnitte, deren Reststücke oft nicht mehr an anderer Stelle passen. Dazu kommen Fehlschnitte und beschädigte Teile. Dieser Mehrbedarf heißt Verschnitt. Wer nur die Raumfläche kauft, steht am Ende mit einer Lücke da und muss nachkaufen, im ungünstigen Fall aus einer anderen Charge mit leicht abweichender Farbe.
Verschnitt bei Laminat nach Verlegeart
Beim Laminat wird der Verschnitt als Prozentaufschlag auf die Raumfläche gerechnet. Wie hoch er ausfällt, hängt vor allem von der Verlegeart ab. Bei gerader Verlegung im Schiffsbodenmuster sind 5 bis 7 Prozent üblich. Diagonal verlegte Dielen brauchen 10 bis 15 Prozent, weil an allen Wänden schräg geschnitten wird. Beim Fischgrätmuster sind 15 Prozent und mehr anzusetzen. Verwinkelte Räume mit vielen Ecken und Vorsprüngen erhöhen den Bedarf zusätzlich.
Der Laminat-Rechner setzt für die gerade Verlegung 7 Prozent an, diagonal 12 Prozent und für Fischgrät 15 Prozent, ein eigener Wert ist möglich. Für 20 m² Raumfläche ergibt das bei gerader Verlegung 21,4 m² Bedarf und damit 10 Pakete mit je 2,22 m². Die Trittschalldämmung rechnet er dagegen ohne Verschnitt, weil sie Stoß an Stoß verlegt wird und Reste gut weiterverwendet werden können.
Verschnitt bei Tapete steckt in den Bahnen
Bei Tapeten funktioniert ein pauschaler Prozentwert schlecht. Aus einer Rolle lassen sich nur ganze Bahnen in Raumhöhe schneiden, das Reststück am Ende der Rolle ist meist zu kurz für eine weitere Bahn. Bei einer Eurorolle mit 10,05 Metern und 2,50 Metern Raumhöhe passen mit 10 Zentimetern Zugabe drei Bahnen, übrig bleiben 2,25 Meter. Hinzu kommt die Zugabe von 5 bis 10 Zentimetern je Bahn für den Beschnitt oben und unten, bei Mustertapeten zusätzlich der Rapport.
Der Tapetenrechner schätzt deshalb nicht über Quadratmeter, sondern zählt Bahnen und Bahnen je Rolle. So ist der Verschnitt automatisch enthalten. Wer den Bedarf über die Fläche schätzt, kauft bei Tapeten fast immer zu wenig.
Häufige Fragen zum Verschnitt
Wie viel Verschnitt beim Laminat ist normal?▼
Bei gerader Verlegung sind 5 bis 7 Prozent üblich, diagonal 10 bis 15 Prozent und beim Fischgrätmuster 15 Prozent und mehr. Verwinkelte Räume erhöhen den Bedarf zusätzlich.
Wird der Verschnitt auf die Trittschalldämmung aufgeschlagen?▼
In der Regel nicht. Die Trittschalldämmung wird Stoß an Stoß verlegt, Reste lassen sich gut weiterverwenden. Gerechnet wird deshalb mit der reinen Raumfläche.
Wie berücksichtige ich Verschnitt bei Tapete?▼
Rechnen Sie mit ganzen Bahnen statt mit Quadratmetern. Teilen Sie die Rollenlänge durch Raumhöhe plus Zugabe und runden Sie ab, so ergibt sich die Zahl der Bahnen je Rolle. Das Reststück jeder Rolle ist damit bereits als Verschnitt eingerechnet.