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Zinseszins

Zinsen, die auf bereits gutgeschriebene Zinsen berechnet werden, wodurch das Kapital exponentiell wächst.

Beispiel

10.000 EUR bei 5 % Zinseszins werden nach 5 Jahren zu 12.762,82 EUR – ohne Zinseszins wären es nur 12.500 EUR.

Zinseszins einfach erklärt

Der Zinseszins ist das Prinzip, dass Zinsen nicht nur auf das ursprüngliche Kapital berechnet werden, sondern auch auf die bereits gutgeschriebenen Zinsen. Dadurch wächst das Vermögen nicht linear, sondern exponentiell – ein Effekt, den Albert Einstein angeblich als „achtes Weltwunder" bezeichnete. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt.

Die Formel für den Zinseszins lautet: Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz)^Laufzeit. Bei 10.000 EUR Anfangskapital und 5 % jährlichem Zinssatz ergibt sich nach 10 Jahren ein Endkapital von 16.288,95 EUR – die Zinsen allein betragen also 6.288,95 EUR. Ohne Zinseszins wären es nur 5.000 EUR an Zinsen. Der Unterschied von fast 1.300 EUR zeigt die Kraft des Zinseszinseffekts bereits bei überschaubaren Beträgen und Zeiträumen.

Besonders eindrucksvoll wird der Zinseszinseffekt über lange Zeiträume: 10.000 EUR wachsen bei 7 % jährlicher Rendite in 30 Jahren auf über 76.000 EUR, in 40 Jahren sogar auf rund 150.000 EUR. Die zweite Hälfte der Laufzeit bringt dabei deutlich mehr Ertrag als die erste. Dieses Prinzip ist der Hauptgrund, warum Finanzexperten empfehlen, so früh wie möglich mit dem Investieren zu beginnen – Zeit ist beim Vermögensaufbau der wichtigste Faktor.

Häufige Fragen zum Zinseszins

Wie funktioniert der Zinseszins?

Beim Zinseszins werden die erwirtschafteten Zinsen dem Kapital zugeschlagen und im nächsten Zeitraum mitverzinst. Beispiel: 1.000 EUR zu 5 % ergeben nach einem Jahr 1.050 EUR. Im zweiten Jahr werden die Zinsen auf 1.050 EUR berechnet, also 52,50 EUR statt nur 50 EUR. Diese sich ständig vergrößernde Basis führt über die Jahre zu exponentiellem Wachstum.

Was ist die 72er-Regel beim Zinseszins?

Die 72er-Regel ist eine einfache Faustregel, um abzuschätzen, wie lange es dauert, bis sich ein Kapital verdoppelt. Teilen Sie einfach 72 durch den Zinssatz: Bei 6 % Rendite verdoppelt sich das Kapital in etwa 12 Jahren (72 / 6 = 12). Bei 4 % dauert es rund 18 Jahre, bei 8 % nur etwa 9 Jahre.

Wie berechne ich den Zinseszins?

Die Grundformel lautet: Endkapital = Anfangskapital × (1 + r)^n, wobei r der Zinssatz als Dezimalzahl (z. B. 0,05 für 5 %) und n die Anzahl der Jahre ist. Für monatliche Einzahlungen (Sparrate) wird die Formel erweitert: Endkapital = Sparrate × ((1 + r)^n - 1) / r. Online-Zinsrechner nehmen Ihnen die Berechnung ab und berücksichtigen auch unterjährige Zinsgutschriften.

Wirkt der Zinseszins auch bei ETFs und Aktien?

Ja, der Zinseszinseffekt wirkt bei allen Anlageformen mit Wiederanlage der Erträge. Bei thesaurierenden ETFs werden Dividenden automatisch reinvestiert, sodass der Zinseszinseffekt ohne eigenes Zutun greift. Bei ausschüttenden ETFs müssen Sie die Erträge manuell wieder anlegen. Historisch hat der globale Aktienmarkt eine durchschnittliche Rendite von rund 7 % pro Jahr erzielt, was den Zinseszinseffekt besonders stark wirken lässt.

Kann der Zinseszins auch negativ wirken?

Ja, der Zinseszinseffekt wirkt auch bei Schulden – und dort gegen Sie. Bei Dispokrediten, Kreditkartenschulden oder nicht bedienten Darlehen wächst die Schuld durch Zinseszinsen exponentiell. Ein Dispokredit mit 12 % Zinsen verdoppelt die Schuld in nur 6 Jahren. Deshalb sollten hochverzinste Schulden immer so schnell wie möglich getilgt werden, bevor man mit dem Investieren beginnt.