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Batteriespeicher gegen Dunkelflauten: Neue Energiestrategie

Großbatterien sollen Gaskraftwerke bei Dunkelflauten ersetzen. Was die neue Speicherstrategie für Strompreise und Versorgungssicherheit bedeutet.

RE
Redaktion
11. Juli 2026
Batteriespeicher gegen Dunkelflauten: Neue Energiestrategie

Laut einer aktuellen Studie der Thema Consulting Group werden Batteriespeicher Gaskraftwerke bis 2035 nicht vollständig ersetzen können: Ohne neue Investitionen drohen an rund 400 Stunden jährlich Strompreise von bis zu 1.000 Euro pro Megawattstunde. Dunkelflauten, also Phasen ohne ausreichend Wind und Sonne, stellen die Versorgungssicherheit vor große Herausforderungen. Wer Strom aus dem Netz bezieht, muss wissen: Extreme Preisspitzen an der Strombörse können sich direkt auf Energiekosten auswirken. Der Zubau von Batteriespeichern kann laut Studie zwar Gasverbrauch und CO2-Emissionen senken, sichert aber allein keine stabile Versorgung übers gesamte Jahr.

Batteriespeicher gegen Dunkelflauten: Was die aktuelle Debatte für Verbraucher bedeutet

Batteriespeicher allein werden Gaskraftwerke in Deutschland bis 2035 nicht ersetzen können. Zu diesem Ergebnis kommt die Thema Consulting Group in ihrer Studie “The Interplay Between Batteries and Gas in Dunkelflaute Events”. Die Frage, wie das Stromnetz in Zeiten von Dunkelflauten stabil gehalten werden kann, beschäftigt derzeit Energiewirtschaft, Politik und Verbraucher gleichermaßen.

Was ist eine Dunkelflaute?

Als Dunkelflaute bezeichnet man Wetterperioden, in denen weder ausreichend Sonne noch Wind vorhanden sind und erneuerbare Energien deshalb kaum oder keinen Strom erzeugen können. Solche Phasen treten laut der Thema-Studie vor allem zwischen Januar und Anfang März sowie Ende Oktober auf.

Was die Studie konkret zeigt

Die Thema-Analysten haben in ihrem Ausgangsszenario angenommen, dass nach 2027 keine neuen Investitionen in Batteriespeicher oder Gaskraftwerke mehr erfolgen. Für das Jahr 2035 ergibt sich dann auf Basis der Wetterdaten aus 1985: An rund 400 Stunden pro Jahr würden die Strompreise an der Börse auf 1.000 Euro pro Megawattstunde steigen. Gleichzeitig stellen die Analysten fest, dass ein gezielter Ausbau von Batteriespeichern den Gasverbrauch und die CO2-Emissionen spürbar senken kann, ohne jedoch die Versorgungssicherheit allein sicherzustellen. Die Systemsicherheit sei ohne Gaskraftwerke über das gesamte Jahr nicht zu gewährleisten.

Parallel dazu wird auf politischer Ebene der Bau neuer Gaskraftwerke geplant, um Versorgungsengpässe in Dunkelflauten abzufedern. Die Debatte darüber, wie stark Dunkelflauten tatsächlich eine Gefahr für die Stromversorgung darstellen, ist unter Energieökonomen derzeit offen und wird kontrovers geführt.


Praktische Implikationen für Verbraucher

1. Strompreisrisiko bleibt real Extreme Preisspitzen von bis zu 1.000 Euro pro Megawattstunde an der Strombörse wirken sich langfristig auf Haushaltsstrompreise aus. Wer seinen aktuellen Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten im Blick behalten möchte, kann dies mit dem Stromkostenrechner (kWh) oder dem Stromkostenrechner für einzelne Geräte tun.

2. Photovoltaik und Heimspeicher als Absicherung Ein privater Batteriespeicher in Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann helfen, die eigene Abhängigkeit vom Netzstrom in teuren Spitzenlastzeiten zu reduzieren. Wie wirtschaftlich eine solche Anlage ist, zeigt der PV-Speicher-Rechner. Die mögliche Vergütung für eingespeisten Strom lässt sich mit dem Einspeisevergütung-Rechner kalkulieren. Einen ersten Überblick über die Ertragsmöglichkeiten eines Balkonkraftwerks bietet der Balkonkraftwerk-Ertragsrechner.

3. Gasheizung oder Wärmepumpe: Entscheidung mit Weitblick Da Gaskraftwerke auch nach 2035 eine Rolle im Energiesystem spielen werden, bleibt Gas als Energieträger für Heizungen vorerst relevant. Wer aktuell vor der Entscheidung steht, ob eine Gasheizung oder eine Wärmepumpe wirtschaftlicher ist, findet Orientierung im Gasheizung vs. Wärmepumpe-Rechner sowie im Wärmepumpen-Ratgeber.

4. Laufende Gaskosten im Blick behalten Solange Gas weiterhin als Brückenenergie im Netz benötigt wird, können Gaspreise volatil bleiben. Den eigenen Gasabschlag zu kennen und regelmäßig zu überprüfen, hilft, unnötige Mehrkosten zu vermeiden. Weitere Informationen zu aktuellen Gastarifentwicklungen bietet der Gas-Ratgeber.


Quellen

Häufige Fragen

Was ist eine Dunkelflaute und warum ist sie für die Stromversorgung problematisch?

Eine Dunkelflaute ist ein Wetterphänomen, bei dem weder Sonne noch Wind in ausreichenden Mengen vorhanden sind. In diesen Phasen können erneuerbare Energien kaum oder gar keinen Strom erzeugen. Das stellt die Versorgungssicherheit vor eine ernsthafte Herausforderung, da in solchen Zeiträumen alternative Kapazitäten bereitstehen müssen, um den Strombedarf zu decken.

Können Batteriespeicher Gaskraftwerke bis 2035 vollständig ersetzen?

Nein. Laut einer aktuellen Studie der Thema Consulting Group ist die Systemsicherheit mit Batteriespeichern allein nicht zu gewährleisten. Deutschland wird auf absehbare Zeit weiterhin Gaskraftwerke benötigen. Die Studie zeigt, dass ohne neue Investitionen in Batteriespeicher oder Gaskraftwerke nach 2027 im Jahr 2035 rund 400 Stunden mit extremen Strompreisspitzen von bis zu 1.000 Euro pro Megawattstunde zu erwarten wären, vor allem zwischen Januar und Anfang März sowie Ende Oktober.

Welchen Nutzen haben Batteriespeicher dann überhaupt im Energiesystem?

Batteriespeicher leisten einen wichtigen Beitrag, auch wenn sie Gaskraftwerke nicht vollständig ersetzen können. Der weitere Ausbau von Speicherkapazitäten kann den künftigen Gasverbrauch spürbar reduzieren und die CO2-Emissionen senken. Sie ergänzen das Energiesystem sinnvoll und helfen, Preisspitzen abzufedern, sind aber als alleinige Lösung für Dunkelflauten nicht ausreichend.

Welche Rolle spielen neue Gaskraftwerke in der aktuellen Energiepolitik?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie plant, den Bau neuer Gaskraftwerke auszuschreiben, um die Versorgungssicherheit auch in Zeiten von Dunkelflauten zu gewährleisten. Gaskraftwerke sollen als gesicherte Reserveleistung einspringen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichend Strom liefern können. Die genaue Ausgestaltung dieser Kapazitäten ist unter Energieexperten weiterhin umstritten.

Wie beeinflusst der Zubau von Batteriespeichern die Strompreise in Dunkelflauten?

Die Thema-Analysten haben verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Kapazitäten an Gaskraftwerken und Batteriespeichern untersucht. Ihr Fazit: Ein gezielter Ausbau von Batteriespeichern kann die Häufigkeit und Höhe extremer Preisspitzen an der Strombörse reduzieren. Ohne zusätzliche Investitionen in Speicher oder gesicherte Kraftwerkskapazitäten drohen im Jahr 2035 allerdings erhebliche Preisspitzen, die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Industrie stark belasten würden.

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