Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 126.300 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der stärkste Anstieg seit zehn Jahren, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Deutschland leidet seit Jahren unter einem erheblichen Wohnungsmangel, der Mieten und Kaufpreise in vielen Regionen auf Rekordniveau treibt. Die deutlich gestiegenen Baugenehmigungen sind ein erstes Signal, dass sich der Markt erholen könnte. Allerdings warnen Fachleute: Der Anstieg erfolgt von einem sehr niedrigen Niveau aus, und hohe Zinsen sowie gestiegene Baukosten belasten die Branche weiterhin stark. Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die kaufen oder mieten wollen, bedeutet das: Eine spürbare Entspannung am Wohnungsmarkt ist noch nicht in Sicht.
Baugenehmigungen in Deutschland stark gestiegen – Hoffnung im Wohnungsmarkt
Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 126.300 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der stärkste Anstieg seit zehn Jahren. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor, die am 18. August 2026 veröffentlicht wurden.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Allein im Juni 2026 wurden laut Destatis 20.200 neue Wohnungen bewilligt – 13,8 Prozent oder rund 2.600 Einheiten mehr als im Juni 2025. Davon entfielen 17.800 Einheiten auf den Neubau (plus 14,1 Prozent) und 3.900 Einheiten auf Wohnungen, die durch den Umbau bestehender Gebäude entstehen (plus 12,1 Prozent).
Für das gesamte erste Halbjahr 2026 wurden in neu zu errichtenden Gebäuden 103.100 Wohnungen genehmigt, was einem Anstieg von 15,8 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres entspricht. Zum Vergleich: Der bislang letzte ähnlich starke Anstieg wurde im ersten Halbjahr 2016 mit damals plus 30,4 Prozent verzeichnet.
Das Statistische Bundesamt wies ausdrücklich darauf hin, dass der Anstieg von einem niedrigen Niveau aus erfolgt ist.
Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher?
1. Wohnungsmarkt bleibt angespannt – Erholung braucht Zeit
Mehr Baugenehmigungen bedeuten nicht unmittelbar mehr fertige Wohnungen. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung vergehen in der Regel mehrere Jahre. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie bewertet die Zahlen als zwiespältig: Hohe Zinsen und gestiegene Baukosten hielten den Wohnungsbau weiter im Würgegriff. Mieterinnen und Mieter sollten daher kurzfristig keine spürbare Entspannung am Wohnungsmarkt erwarten.
2. Baufinanzierung gut durchrechnen
Wer den steigenden Neubauaktivitäten folgen und eine Immobilie kaufen oder bauen möchte, sollte die Finanzierungskosten sorgfältig kalkulieren. Hohe Zinsen bleiben laut Branchenvertretern ein zentrales Hindernis. Mit dem Baufinanzierung-Rechner lässt sich die monatliche Belastung realistisch einschätzen. Wer bereits eine Immobilie finanziert und über eine Anschlussfinanzierung nachdenkt, kann dafür den Forward-Darlehen-Rechner nutzen.
3. Eigenkapital und Nebenkosten nicht unterschätzen
Neben der monatlichen Rate spielen beim Immobilienkauf die Erwerbsnebenkosten eine wesentliche Rolle. Grunderwerbsteuer, Notarkosten und weitere Posten können schnell mehrere Prozent des Kaufpreises ausmachen. Der Eigenkapital-Hauskauf-Rechner hilft dabei, den tatsächlichen Kapitalbedarf zu ermitteln. Ergänzend liefert der Nebenkosten-Immobilien-Rechner eine detaillierte Übersicht der anfallenden Kosten.
4. Kaufen oder weiter mieten?
Für viele Haushalte bleibt angesichts hoher Bau- und Finanzierungskosten die Frage offen, ob ein Kauf gegenüber der Miete wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Kauf-vs-Miete-Rechner ermöglicht einen strukturierten Vergleich beider Optionen auf Basis individueller Zahlen.
Quellen
- Baugenehmigungen: Stärkster Anstieg seit zehn Jahren – Haufe
- Baugenehmigungen steigen stark – Tagesschau
- Erstes Halbjahr 2026: Stärkster Anstieg der Baugenehmigungen für Wohnungen seit 2016 – Deutschlandfunk
Häufige Fragen
Um wie viel sind die Baugenehmigungen in Deutschland zuletzt gestiegen?
Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Statistischem Bundesamt (Destatis) insgesamt 126.300 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Anstieg von 15,1 Prozent beziehungsweise 16.600 Einheiten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025. Es ist der stärkste Anstieg seit zehn Jahren.
Wie viele Wohnungen wurden im Juni 2026 konkret genehmigt?
Im Juni 2026 wurden 20.200 neue Wohnungen bewilligt. Das waren 13,8 Prozent oder rund 2.600 Einheiten mehr als im Juni 2025. Davon entfielen 17.800 Einheiten auf den Neubau, 3.900 auf den Umbau bestehender Gebäude.
Bedeutet der Anstieg der Baugenehmigungen, dass der Wohnungsmangel bald behoben ist?
Nein, nicht unmittelbar. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie weist darauf hin, dass hohe Zinsen und gestiegene Baukosten den Wohnungsbau weiterhin stark belasten. Zudem betont das Statistische Bundesamt ausdrücklich, dass der Anstieg von einem niedrigen Niveau aus erfolgt. Die Wohnungskrise dauert nach Einschätzung der Branche bereits mehr als fünf Jahre an.
Welche Gebäudetypen profitieren besonders von den steigenden Baugenehmigungen?
Besonders deutlich zogen die Genehmigungen bei Zweifamilienhäusern an, wo im ersten Quartal 2026 ein Plus von 23,2 Prozent verzeichnet wurde. Auch Wohnungen in Mehrfamilienhäusern legten mit 14,9 Prozent kräftig zu. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurden in neu zu errichtenden Gebäuden 103.100 Wohnungen genehmigt, ein Zuwachs von 15,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Ist der aktuelle Anstieg der Baugenehmigungen ein historischer Ausreißer?
Der Anstieg ist tatsächlich außergewöhnlich: Ein vergleichbar starkes Wachstum gab es zuletzt im ersten Halbjahr 2016 mit damals plus 30,4 Prozent. Der aktuelle Zuwachs von 15,1 Prozent im ersten Halbjahr 2026 ist damit der höchste seit einem Jahrzehnt, bleibt aber deutlich hinter dem damaligen Rekordwert zurück.
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