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BDEW-Studie 2025: Haushalte verbrauchen weniger Strom - IKT bleibt größter Posten

Laut BDEW ist der Stromverbrauch privater Haushalte seit 2020 im Schnitt um rund 230 kWh gesunken. Was die neuen Verbrauchswerte 2025 für Stromkosten, Gerätecheck und Tarifvergleich bedeuten.

RE
Redaktion
25. Mai 2026
BDEW-Studie 2025: Haushalte verbrauchen weniger Strom - IKT bleibt größter Posten

Private Haushalte in Deutschland verbrauchen laut der neuen BDEW-Studie “Stromverbrauch im Haushalt 2025” im Schnitt 2.434 kWh Strom pro Jahr. Das sind gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019/2020 rund 230 kWh weniger oder knapp 9 Prozent. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei Einpersonenhaushalten aus: Ihr Durchschnitt sank laut BDEW von 1.900 auf 1.556 kWh, also um rund 18 Prozent.

Für Verbraucher ist das mehr als eine Statistik. Die neuen Durchschnittswerte helfen dabei, den eigenen Jahresverbrauch realistischer einzuordnen, Geräte-Schwerpunkte zu erkennen und den Stromvertrag nicht nur nach Abschlag, sondern nach echtem Verbrauch zu prüfen.

Die wichtigsten Zahlen aus der BDEW-Studie

Der BDEW nennt für nicht prosumierende Haushalte ohne Stromheizung in der Kurzfassung der Studie unter anderem diese Durchschnittswerte für 2025:

  • Alle betrachteten Haushalte: 2.434 kWh pro Jahr
  • Einpersonenhaushalt: 1.556 kWh pro Jahr
  • Zweipersonenhaushalt: 2.551 kWh pro Jahr
  • Dreipersonenhaushalt: 3.508 kWh pro Jahr
  • Vier-und-mehr-Personenhaushalt: 4.175 kWh pro Jahr

Zum Vergleich lagen die entsprechenden Werte im Vergleichszeitraum 2019/2020 laut Studie bei:

  • Alle betrachteten Haushalte: 2.660 kWh
  • Einpersonenhaushalt: 1.900 kWh
  • Zweipersonenhaushalt: 2.890 kWh
  • Dreipersonenhaushalt: 3.720 kWh
  • Vier-und-mehr-Personenhaushalt: 4.450 kWh

Wichtig für die Einordnung: Der BDEW weist darauf hin, dass diese Auswertung nur Haushalte ohne Stromheizung und nur bestimmte Haushalte mit oder ohne elektrische Warmwasserversorgung umfasst. Es handelt sich also nicht um einen pauschalen Maßstab für jeden Einzelfall.

Warum das für Verbraucher jetzt wichtig ist

Die Studie liefert einen aktuellen Realitätscheck. Viele Haushalte schätzen ihren Stromverbrauch nur grob ein oder orientieren sich an älteren Vergleichswerten. Genau dort hilft die neue BDEW-Auswertung.

Nimmt man zusätzlich den von Destatis veröffentlichten durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 40,55 Cent je kWh für das 2. Halbjahr 2025, dann entsprechen 230 kWh weniger Verbrauch rechnerisch rund 91,64 Euro pro Jahr. Das ist kein Garant für eine konkrete Ersparnis in jedem Tarif, zeigt aber die Größenordnung.

Mit unserem Stromkostenrechner oder dem Stromkostenrechner kWh können Sie direkt prüfen, wie Ihr eigener Arbeitspreis und Ihr Jahresverbrauch zusammenwirken.

1. Der eigene Haushalt lässt sich jetzt besser einordnen

Die neuen Durchschnittswerte sind vor allem dann nützlich, wenn Sie Ihren Jahresverbrauch auf der letzten Abrechnung sehen und nicht wissen, ob er eher niedrig, normal oder hoch ist.

Ein grober Vergleich mit den BDEW-Werten zeigt zum Beispiel:

  • 1 Person: 1.556 kWh im Durchschnitt
  • 2 Personen: 2.551 kWh im Durchschnitt
  • 3 Personen: 3.508 kWh im Durchschnitt
  • 4 und mehr Personen: 4.175 kWh im Durchschnitt

Wenn Ihr Verbrauch deutlich darüber liegt, lohnt sich ein genauer Blick auf Geräte, Nutzungsgewohnheiten und mögliche Zusatzverbraucher. Für die Grundlagen dazu ist auch unser Glossarbeitrag zur Kilowattstunde hilfreich.

2. Informations- und Kommunikationstechnik ist laut BDEW der größte Verbrauchsblock

Besonders auffällig ist ein Ergebnis aus der BDEW-Presseinformation: Informations- und Kommunikationstechnologien wie Fernseher, Laptops, Router, Handys, Konsolen und Lautsprecher beanspruchen laut Verband 29 Prozent des Stromverbrauchs im Haushalt und damit den größten Anteil.

Für viele Verbraucher ist das ein praktischer Hinweis. Stromsparen hängt nicht nur an Waschmaschine, Kühlschrank oder Beleuchtung. Gerade im Alltag summieren sich auch Geräte, die lange laufen oder dauerhaft im Stand-by bleiben.

Wenn Sie einzelne Geräte oder Gerätegruppen prüfen möchten, hilft unser Stromkostenrechner Gerät beim schnellen Gegencheck.

3. Sparsamer Verbrauch ist verbreitet, aber nicht jeder Haushalt profitiert gleich

Laut BDEW sagen 69 Prozent der Haushalte, dass sie Wert auf einen sparsamen Stromverbrauch legen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass der tatsächliche Verbrauch stark von Haushaltsgröße, Wohnsituation, elektrischer Warmwasserbereitung und Alltagsverhalten abhängt.

Deshalb gilt: Ein niedrigerer Durchschnittswert heißt nicht automatisch, dass jeder Haushalt schon nahe am realistischen Minimum liegt. Wer im Homeoffice arbeitet, viele vernetzte Geräte nutzt oder in einem größeren Einfamilienhaus wohnt, kann trotz bewussten Verhaltens über dem Durchschnitt liegen.

Wichtiger als ein pauschaler Sparanspruch ist deshalb der Vergleich mit den passenden Haushaltstypen und mit der eigenen Abrechnung.

4. Dynamische Tarife und Verbrauchsverlagerung werden alltagsnäher

Der BDEW hat in einer gesonderten Erhebung auch Prosumer befragt. Laut Presseinformation nutzten zum Zeitpunkt der Erhebung 12 Prozent der Prosumer dynamische Stromtarife, bei Nicht-Prosumern waren es 2 Prozent. Zugleich konnte sich mehr als die Hälfte der Befragten ohne dynamischen Tarif vorstellen, etwa Wäschewaschen oder Geschirrspülen in Zeiten niedriger Strompreise zu verlagern.

Für Haushalte mit flexiblem Alltag kann das relevant werden. Ein dynamischer Tarif ist aber kein automatischer Spartipp. Er lohnt sich nur, wenn Verbrauch tatsächlich in günstigere Stunden verschoben werden kann. Für die Kostenseite bleibt deshalb zunächst der klassische Vergleich aus Jahresverbrauch, Arbeitspreis und Grundpreis entscheidend.

Was Verbraucher jetzt konkret tun können

Aus den neuen Daten ergeben sich vier sinnvolle Schritte:

  1. Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung mit dem passenden Haushaltstyp vergleichen
  2. Dauerläufer wie Router, Fernseher, Konsolen und Ladegeräte mitprüfen
  3. Arbeitspreis und Grundpreis gemeinsam neu rechnen statt nur auf den monatlichen Abschlag zu schauen
  4. Flexible Nutzungen bündeln, wenn ein dynamischer Tarif ernsthaft geprüft wird

Für die Preis-Einordnung hilft zusätzlich unser Glossarbeitrag zum Strompreis.

Unsere Einordnung

Die neue BDEW-Studie ist für Verbraucher vor allem deshalb nützlich, weil sie den Blick vom reinen Tarif auf den tatsächlichen Verbrauch lenkt. Die Daten sprechen dafür, dass viele Haushalte bewusster mit Strom umgehen als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig verschiebt sich der Verbrauchsschwerpunkt im Alltag klar in Richtung vernetzter Technik.

Die wichtigste Botschaft lautet deshalb: Nicht nur der Strompreis entscheidet, sondern auch das eigene Nutzungsprofil. Wer seinen Verbrauch realistisch einordnet, erkennt schneller, ob ein Tarifwechsel, ein Gerätecheck oder eine Verhaltensänderung den größeren Hebel hat.

Quellen

Häufige Fragen zur BDEW-Studie zum Haushaltsstromverbrauch 2025

Wie hoch ist der durchschnittliche Stromverbrauch laut BDEW 2025?

Der BDEW nennt für die betrachteten Haushalte im Durchschnitt 2.434 kWh Strom pro Jahr. Die Studie bezieht sich dabei auf nicht prosumierende Haushalte ohne Stromheizung.

Wie stark ist der Verbrauch gegenüber 2020 gesunken?

Laut BDEW sank der durchschnittliche Stromverbrauch über alle betrachteten Haushalte hinweg um rund 230 kWh beziehungsweise knapp 9 Prozent. Bei Einpersonenhaushalten lag der Rückgang sogar bei rund 18 Prozent.

Welche Gerätegruppe verbraucht laut BDEW den größten Anteil?

Nach der BDEW-Presseinformation entfielen 29 Prozent des Haushaltsstromverbrauchs auf Informations- und Kommunikationstechnologien wie Fernseher, Router, Laptops, Handys oder Konsolen.

Lässt sich aus der Studie direkt eine persönliche Stromersparnis ableiten?

Nein. Die Studie liefert Durchschnittswerte, keine individuelle Rechnung. Sie ist aber ein guter Maßstab, um den eigenen Verbrauch mit ähnlichen Haushalten zu vergleichen und dann mit einem Stromrechner die persönliche Kostenwirkung zu berechnen.

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