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BDEW: Wärmepumpen waren 2025 erstmals häufiger verkauft als Gaskessel

Der BDEW-Fortschrittsmonitor 2026 meldet für 2025 einen Wärmepumpen-Bestand von rund 2,2 Millionen Geräten. Gleichzeitig wurden Wärmepumpen laut Verband erstmals häufiger verkauft als Gaskessel. Was das für Haushalte bei Modernisierung, Heizkosten und Planung bedeutet.

RE
Redaktion
8. Juni 2026
BDEW: Wärmepumpen waren 2025 erstmals häufiger verkauft als Gaskessel

Wärmepumpen haben in Deutschland 2025 laut dem BDEW-Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 einen wichtigen Punkt erreicht: Sie wurden erstmals häufiger verkauft als Gaskessel. Gleichzeitig stieg der Bestand auf rund 2,2 Millionen Geräte.

Für Verbraucher ist das mehr als eine Branchenmeldung. Es zeigt, dass die Wärmepumpe im Modernisierungsmarkt angekommen ist. Gleichzeitig betont der BDEW, dass der Wärmesektor beim Umbau noch klar hinter den langfristigen Zielen liegt. Wer über einen Heizungstausch nachdenkt, sollte deshalb nicht nur Schlagzeilen lesen, sondern den eigenen Wärmebedarf, die Stromkosten und die Gebäudesituation konkret prüfen.

Die wichtigsten Zahlen aus dem BDEW-Fortschrittsmonitor

Der BDEW nennt für den Energiewende-Stand 2025 unter anderem diese Werte:

  • Wärmepumpen-Bestand: rund 2,2 Millionen Geräte
  • Verkäufe: Wärmepumpen wurden erstmals häufiger verkauft als Gaskessel
  • Erneuerbare am Bruttostromverbrauch: rund 56 Prozent
  • Erneuerbare Energien und Abwärme bei Wärme und Kälte: rund 229 TWh
  • Anteil klimaneutraler Wärme: rund 20,7 Prozent
  • Zielmarke bis 2030: 32 Prozent
  • Fernwärme-Marktanteil: etwa 10 Prozent
  • Kommunale Wärmeplanung: 56 Prozent der Städte über 100.000 Einwohner haben laut BDEW ihre Wärmeplanung abgeschlossen
  • PV-Zubau 2025: knapp 18 Gigawatt

Warum das für Haushalte wichtig ist

Die Kernaussage ist einfach: Wärmepumpen sind 2025 kein Nischenthema mehr. Für Hauseigentümer bedeutet das aber nicht automatisch, dass jede Immobilie sofort und ohne weitere Prüfung ideal für eine Wärmepumpe ist.

Praktisch relevant wird die Meldung vor allem für drei Gruppen:

  1. Eigentümer mit geplanter Heizungsmodernisierung
  2. Haushalte mit hohen Öl- oder Gaskosten
  3. Eigentümer, die Wärmepumpe, Photovoltaik oder Speicher gemeinsam denken

Für einen ersten Kostencheck helfen unser Wärmepumpen-Rechner, der Gasheizung vs Wärmepumpe Rechner und der Ölheizung vs Wärmepumpe Rechner. Für Begriffe und Grundlagen passt auch unser Glossar zur Wärmepumpe, zur JAZ und zum COP.

1. Mehr Verkäufe bedeuten nicht automatisch geringere Heizkosten in jedem Haus

Dass Wärmepumpen laut BDEW inzwischen häufiger verkauft werden als Gaskessel, ist ein starkes Signal für den Markt. Für Verbraucher bleibt aber entscheidend, wie gut das eigene Gebäude zur Technik passt.

Die laufenden Kosten hängen unter anderem von diesen Punkten ab:

  • Dämmstandard des Gebäudes
  • benötigte Vorlauftemperaturen
  • vorhandene Heizflächen
  • regionaler Strompreis
  • tatsächlicher Wärmebedarf

Gerade deshalb sollte man einen Heizungstausch nicht mit pauschalen Durchschnittswerten entscheiden. Mit unserem Heizkosten-Haus-Rechner, dem Heizkosten-Wohnung-Rechner und dem Stromkostenrechner kWh lässt sich die Größenordnung besser einordnen.

2. Der Wärmesektor bleibt trotz Fortschritten klar hinter den Zielen

Der BDEW meldet für 2025 zwar Fortschritte, aber auch eine deutliche Lücke: Nur rund 20,7 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs stammten aus Erneuerbaren Energien und Abwärme. Die Zielmarke bis 2030 liegt laut Monitor bei 32 Prozent.

Für Eigentümer heißt das: Der Markt bewegt sich, aber der Umbau des Wärmesektors ist noch längst nicht abgeschlossen. Wer heute modernisiert, sollte deshalb nicht nur die aktuelle Anlage betrachten, sondern die Lösung auf mehrere Jahre ausrichten.

Besonders sinnvoll ist ein sauberer Vergleich, wenn heute noch mit Gas oder Öl geheizt wird. Dafür helfen unser Gasrechner, der Heizölrechner und der Umrechnung Heizöl in kWh Wärmepumpe.

3. Wärmepumpe und eigener Solarstrom werden für viele Haushalte zusammen interessanter

Der Fortschrittsmonitor nennt für 2025 einen PV-Zubau von knapp 18 Gigawatt. Das passt aus Verbrauchersicht gut zum Wärmepumpen-Thema: Wer einen Teil des benötigten Stroms selbst erzeugt, kann die laufenden Kosten besser beeinflussen.

Das bedeutet nicht, dass sich Photovoltaik und Wärmepumpe automatisch in jedem Fall rechnen. Es heißt aber: Die Kombination wird für viele Eigentümer praktischer, weil sie Heizung, Stromverbrauch und Eigenverbrauch zusammenführt.

Für diese Planung helfen unser Photovoltaik-Rechner, der PV-Speicher-Rechner und unser Glossar zum Eigenverbrauch.

4. Kommunale Wärmeplanung bleibt für Eigentümer ein wichtiger Zusatzfaktor

Der BDEW schreibt, dass 56 Prozent der Städte über 100.000 Einwohner ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen haben. Außerdem stagniert die Fernwärme laut Monitor weiter bei etwa 10 Prozent Marktanteil.

Für Verbraucher bedeutet das vor allem eines: Nicht jede Straße und nicht jedes Gebäude wird dieselbe Lösung bekommen. In manchen Lagen bleibt die Einzelheizung besonders relevant, in anderen können Fernwärme oder spätere Netzlösungen eine stärkere Rolle spielen.

Wer eine größere Investition plant, sollte deshalb nicht nur auf den aktuellen Brennstoffpreis schauen, sondern auch auf die lokale Perspektive des Standorts.

Was Verbraucher jetzt konkret tun können

Aus dem aktuellen BDEW-Monitor lassen sich vier praktische Schritte ableiten:

  • Heizkosten des Ist-Zustands sauber erfassen, statt nur mit Gefühl zu vergleichen
  • Wärmebedarf und Stromkosten gemeinsam rechnen, nicht getrennt
  • Photovoltaik und Speicher als Ergänzung mitprüfen, wenn eine Wärmepumpe geplant ist
  • Lokale Wärmeplanung beobachten, bevor langfristige Entscheidungen getroffen werden

Unsere Einordnung

Die neue BDEW-Meldung ist vor allem als Marktsignal wichtig: Wärmepumpen sind 2025 erstmals vor Gaskesseln gelandet und damit im Massenmarkt angekommen. Das ist für Verbraucher relevant, weil sich dadurch Angebote, Erfahrung im Handwerk und die praktische Vergleichbarkeit im Alltag weiter verbessern dürften.

Trotzdem ersetzt die Meldung keine Einzelprüfung. Ob eine Wärmepumpe im eigenen Haus sinnvoll ist, entscheidet nicht der Trend allein, sondern das Zusammenspiel aus Wärmebedarf, Gebäudestandard, Strompreis und möglichem Eigenverbrauch.

Quellen

Häufige Fragen zu Wärmepumpen und dem BDEW-Monitor 2026

Was ist die wichtigste neue Aussage des BDEW-Monitors?

Laut BDEW wurden Wärmepumpen 2025 erstmals häufiger verkauft als Gaskessel. Außerdem stieg der Bestand auf rund 2,2 Millionen Geräte.

Heißt das, dass eine Wärmepumpe jetzt für jedes Haus automatisch die beste Lösung ist?

Nein. Entscheidend bleiben Wärmebedarf, Gebäudestandard, Vorlauftemperaturen, Heizflächen und Strompreis. Der Markterfolg ersetzt keine individuelle Prüfung.

Warum spielt Photovoltaik bei Wärmepumpen oft mit hinein?

Weil eigener Solarstrom einen Teil des Wärmepumpen-Strombedarfs abdecken kann. Dadurch lassen sich laufende Kosten besser einordnen und teilweise senken.

Warum ist die kommunale Wärmeplanung für Eigentümer trotzdem relevant?

Weil die passende langfristige Lösung auch vom Standort abhängt. Je nach Kommune können Fernwärme, Einzelheizung oder andere Infrastrukturlösungen unterschiedlich relevant sein.

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