In kaum einem anderen vergleichbaren Land hängt die Bildungsleistung von 15-Jährigen so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland: Laut einer Untersuchung für die Hans-Böckler-Stiftung wird der Zusammenhang zwischen Sozialschicht und Schulleistung während der Schulzeit nicht schwächer, sondern stärker. Wer aus einer bildungsfernen Familie stammt, hat in Deutschland trotz gleicher Leistungen schlechtere Chancen, höhere Bildungsstufen zu erreichen. Das betrifft Millionen Familien direkt: Bei jedem Übergang im Schulsystem, vom Wechsel auf weiterführende Schulen bis zum Zugang zu Ausbildung oder Studium, entscheidet die soziale Herkunft oft mehr als die tatsächliche Leistung. Die Corona-Krise hat diese Ungleichheit laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) zusätzlich verschärft. Wer das weiß, kann frühzeitig gegensteuern und vorhandene Förderangebote gezielt nutzen.
Bildungsungleichheit: Die Schere öffnet sich schon vor der Schule
In kaum einem anderen vergleichbaren Land hängt die Bildungsleistung von 15-Jährigen so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Das zeigte bereits die erste PISA-Studie, und nachfolgende Forschungen bestätigen diesen Befund bis heute. Was viele überrascht: Die Weichen werden nicht erst in der Schule gestellt, sondern deutlich früher.
Der Leitfakt: Schulen gleichen soziale Unterschiede nicht aus, sie verstärken sie
Laut einer Untersuchung von Gertrud Hovestadt und Nicole Eggers für die Hans-Böckler-Stiftung wird der Zusammenhang zwischen Sozialschicht und Schulleistungen während der Schulzeit nicht schwächer, sondern stärker. Bei allen Übergängen zur nächsten Bildungsstufe bleiben vor allem Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Familien zurück, auch wenn ihre tatsächlichen Leistungen dies nicht rechtfertigen würden.
Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung nach Einschätzung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) weiter verschärft. Kinder aus sozial benachteiligten Haushalten hatten während der Schulschließungen schlechtere Lernbedingungen, weniger digitale Ausstattung und geringere Unterstützung durch das Elternhaus.
Der Sachverständigenrat für Integration und Migration weist zusätzlich darauf hin, dass Kinder mit Migrationshintergrund bei gleicher sozialer Herkunft häufig schlechtere Bildungschancen haben als Kinder ohne Migrationshintergrund.
Praktische Implikationen für Familien
1. Frühkindliche Förderung kostet Geld: Haushalt realistisch planen
Ob Kita-Gebühren, Nachhilfestunden, Lernmaterialien oder Musikunterricht: Bildungsausgaben belasten das Familienbudget spürbar. Wer frühzeitig plant, kann gezielter entscheiden, wo Mittel eingesetzt werden. Ein Sparrechner hilft dabei, monatliche Rücklagen für Bildungsausgaben systematisch zu ermitteln.
2. Wohnort beeinflusst Bildungszugang: Immobilienentscheidungen mit Weitblick treffen
Bildungseinrichtungen sind regional sehr unterschiedlich aufgestellt. Wer in ein Einzugsgebiet mit besserer Infrastruktur ziehen möchte, muss das häufig mit höheren Miet- oder Kaufkosten abwägen. Mit dem Kauf-vs.-Miete-Rechner lässt sich diese Entscheidung finanziell durchrechnen. Wer einen Kauf in Betracht zieht, sollte auch die Nebenkosten nicht unterschätzen: Der Nebenkosten-Rechner für Immobilien zeigt, welche Zusatzkosten beim Erwerb anfallen.
3. Einkommensveränderungen frühzeitig einplanen
Elternzeit, Teilzeitarbeit oder ein Jobwechsel zugunsten familienfreundlicherer Arbeitszeiten wirken sich direkt auf das Haushaltseinkommen aus. Der Teilzeit-Gehaltsrechner gibt einen schnellen Überblick, wie sich eine Stundenreduktion auf das Nettoeinkommen auswirkt. Wer in Kurzarbeit ist oder war, kann mit dem Kurzarbeitergeld-Rechner prüfen, welche Leistungen zustehen.
4. Langfristige Bildungsinvestitionen durch Sparplan absichern
Eltern, die frühzeitig für die Ausbildungskosten ihrer Kinder vorsorgen möchten, können einen ETF-Sparplan als Instrument in Betracht ziehen. Der ETF-Sparplan-Rechner zeigt, wie sich regelmäßige Beiträge über viele Jahre entwickeln können. Wer konkrete Sparziele definieren will, nutzt den Sparziel-Rechner, um zu ermitteln, welcher monatliche Betrag notwendig ist.
Quellen
- Gesellschaftliche Ungleichheit - in der Schule erlernt, Hans-Böckler-Stiftung (Boeckler Impuls 04/2007)
- Die Corona-Krise verschärft Bildungsungleichheit, WSI-Mitteilungen 06/2021 (PDF)
- Ungleiche Bildungschancen, Sachverständigenrat für Integration und Migration (PDF, 2024)
Häufige Fragen
Warum hängt der Bildungserfolg in Deutschland so stark von der sozialen Herkunft ab?
In kaum einem anderen vergleichbaren Land ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsleistung so ausgeprägt wie in Deutschland. Forschungen im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass Schulen gesellschaftliche Unterschiede eher verstärken als ausgleichen. Der Zusammenhang zwischen Sozialschicht und Schulleistung wird während der Schulzeit nicht schwächer, sondern stärker.
Wann beginnt Bildungsungleichheit konkret zu entstehen?
Bildungsungleichheit entsteht bereits vor dem Schuleintritt. Kinder aus bildungsfernen Familien starten mit deutlich schlechteren Voraussetzungen. Die Schule gleicht diese frühen Unterschiede in der Regel nicht aus, sondern verstärkt sie im Verlauf der Bildungsbiografie weiter.
Was passiert an den Übergängen im Bildungssystem?
An allen Übergängen zur nächsten Bildungsstufe, etwa vom Grundschule zur weiterführenden Schule, bleiben vor allem Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Familien zurück. Laut Forschungsstand geschieht dies auch ungeachtet der tatsächlichen Leistungen dieser Kinder und Jugendlichen.
Hat die Corona-Pandemie die Bildungsungleichheit verändert?
Ja. Die Corona-Krise hat die bestehende Bildungsungleichheit nachweislich verschärft. Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen waren von Schulschließungen und dem Wegfall direkter Förderung besonders stark betroffen, da sie zu Hause häufig weniger Unterstützung beim Lernen erhalten.
Hat sich seit der ersten PISA-Studie etwas verbessert?
Nur begrenzt. Die erste PISA-Studie hat die sozialen Schieflagen im deutschen Bildungswesen öffentlich sichtbar gemacht. Sechs Jahre nach dem sogenannten PISA-Schock zeigte ein Überblick zum Forschungsstand, dass sich an der grundlegenden Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Familien wenig geändert hatte. Zahlreiche Studien belegen seither, dass das System die Ungleichheit strukturell fortschreibt.