Ein regelmäßiger Anbieterwechsel kann sich für Haushalte 2026 weiter lohnen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Bundesnetzagentur, die im März neue Daten zu Lieferantenwechseln bei Strom und Gas im Jahr 2025 veröffentlicht hat. Für Verbraucher besonders relevant: Die Behörde modelliert für Januar 2026 niedrigere Neukundenpreise und nennt konkrete Sparpotenziale für typische Haushalte.
Wer noch in einem älteren Vertrag oder in der Grundversorgung steckt, hat damit einen klaren Anlass, die eigenen Energiepreise neu zu prüfen.
Die wichtigsten Zahlen der Bundesnetzagentur
Nach Angaben der Bundesnetzagentur haben im Jahr 2025:
- 6,7 Millionen Haushalte ihren Stromlieferanten gewechselt
- 2,1 Millionen Haushalte ihren Gaslieferanten gewechselt
- Stromkunden dabei zusammen rund 280 Millionen Euro gespart
- Gaskunden dabei zusammen rund 126 Millionen Euro gespart
Für 2026 nennt die Behörde zusätzlich modellierte Neukundenpreise und typische Einsparungen:
- Strompreis für Neukunden im Januar 2026: 34,9 ct/kWh
- Strompreis im Vorjahr: 37,6 ct/kWh
- Typische Ersparnis bei 3.500 kWh Stromverbrauch: rund 95 Euro pro Jahr
- Gaspreis für Neukunden im Januar 2026: 9,6 ct/kWh
- Typischer Gasverbrauch im Beispiel der Behörde: 20.000 kWh pro Jahr
- Mögliches Einsparpotenzial beim Gaswechsel: etwa 360 Euro pro Jahr
Die Bundesnetzagentur betont außerdem, dass bei ähnlich hoher Wechselaktivität wie 2025 die Entlastung 2026 insgesamt weiter hoch ausfallen könnte.
Warum das für Verbraucher gerade jetzt wichtig ist
Die Meldung ist nicht nur eine Marktstatistik. Sie liefert einen praktischen Hinweis für viele Haushalte: Bestandsverträge sind nicht automatisch günstig, auch wenn die allgemeine Energiepreisdebatte zuletzt etwas ruhiger geworden ist.
Laut Bundesnetzagentur können sich gerade im zweiten Vertragsjahr Preisnachteile ergeben. Außerdem weisen die Modellrechnungen darauf hin, dass Neukundenangebote Anfang 2026 bei Strom und Gas unter dem Vorjahresniveau lagen.
Für Verbraucher heißt das vor allem: Wer seinen Tarif lange nicht geprüft hat, sollte nicht von alten Preisannahmen ausgehen.
Was die Strom-Zahl konkret bedeutet
Der von der Bundesnetzagentur modellierte Neukundenpreis von 34,9 ct/kWh ist vor allem für Haushalte mit mittlerem oder hohem Verbrauch relevant. Schon bei einem typischen Jahresverbrauch von 3.500 kWh ergibt sich laut Behörde ein durchschnittliches Sparpotenzial von rund 95 Euro pro Jahr.
Mit unserem Stromkostenrechner können Sie direkt prüfen, wie stark sich schon wenige Cent Unterschied pro Kilowattstunde auf Ihre Jahreskosten auswirken. Hilfreich ist dazu auch unser Glossarartikel zum Strompreis, wenn Sie Arbeitspreis, Grundpreis und Netzentgelte besser einordnen möchten.
Was die Gas-Zahl konkret bedeutet
Noch deutlicher fällt das Potenzial laut Bundesnetzagentur beim Gas aus. Für einen typischen Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch beziffert die Behörde das mögliche Einsparpotenzial durch einen Wechsel auf etwa 360 Euro pro Jahr.
Gerade bei Gas macht sich ein Preisunterschied pro Kilowattstunde schnell bemerkbar, weil der Jahresverbrauch vieler Haushalte deutlich höher liegt als beim Strom. Mit unserem Gasrechner können Sie Ihr eigenes Preisniveau mit Ihrem Verbrauch gegenrechnen. Wenn Sie Ihren Bedarf besser einschätzen möchten, passt auch unser Glossarbeitrag zum Gasverbrauch.
Wodurch die Preise 2026 laut Bundesnetzagentur gesunken sind
Die ergänzende Einordnung auf der Plattform SMARD nennt mehrere Gründe für die niedrigeren modellierten Neukundenpreise.
Beim Strom verweist die Bundesnetzagentur unter anderem auf sinkende Netzentgelte im Jahr 2026. Laut SMARD geht das im Durchschnitt mit einem Rückgang von rund 16 Prozent beziehungsweise 1,75 ct/kWh bei den Netzentgelten für Haushalte einher. Beim Gas verweist die Behörde auf ein niedrigeres Großhandelspreisniveau und auf die Finanzierung der Gasspeicherumlage aus dem Bundeshaushalt.
Wichtig bleibt trotzdem: Das sind Modellwerte und Durchschnittswerte. Wie viel ein Wechsel im Einzelfall bringt, hängt von Wohnort, Verbrauch, Vertragslaufzeit, Grundpreis und möglichen Boni ab.
Unsere Einordnung
Die neuen Daten der Bundesnetzagentur passen gut zu einem einfachen Verbrauchertipp: Tarife nicht laufen lassen, sondern aktiv nachrechnen.
Besonders relevant ist das für drei Gruppen:
- Haushalte in der Grundversorgung
- Kunden mit älteren Bestandsverträgen
- Haushalte mit hohem Gas- oder Stromverbrauch
Wer heute neu abschließt, bekommt nicht automatisch den besten Tarif. Aber die offiziellen Zahlen zeigen klar, dass der Preisabstand zwischen alten und neuen Verträgen relevant sein kann. Genau deshalb lohnt sich ein kurzer Kostencheck mit den eigenen Verbrauchsdaten.
Quellen
- Bundesnetzagentur: Bundesnetzagentur veröffentlicht neue Daten zu Lieferantenwechseln
- SMARD: Lieferantenwechsel kann sich lohnen
- Bundesnetzagentur: Verbraucherrechte Energie
Häufige Fragen zum Anbieterwechsel bei Strom und Gas 2026
Wie viel können Haushalte 2026 beim Stromanbieterwechsel sparen? ▼
Die Bundesnetzagentur nennt für einen typischen Haushalt mit 3.500 kWh Stromverbrauch ein durchschnittliches Sparpotenzial von rund 95 Euro pro Jahr.
Wie hoch ist das Sparpotenzial beim Gasanbieterwechsel? ▼
Für einen typischen Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch beziffert die Bundesnetzagentur das mögliche Einsparpotenzial auf etwa 360 Euro pro Jahr.
Wer sollte seinen Tarif jetzt besonders prüfen? ▼
Vor allem Haushalte in der Grundversorgung, Kunden mit älteren Bestandsverträgen und Verbraucher mit hohem Strom- oder Gasverbrauch sollten ihre aktuellen Konditionen neu vergleichen.
Welche Rechner auf rechnerportal.net passen dazu? ▼
Am besten passen der Stromkostenrechner und der Gasrechner. Damit lässt sich mit dem eigenen Verbrauch sofort nachprüfen, wie stark sich ein anderer Arbeitspreis oder Grundpreis auf die Jahreskosten auswirkt.