Die Bundesregierung stoppt die geplante Erhöhung des CO2-Preises für 2027: Laut Berechnungen fehlen dadurch rund vier Milliarden Euro im Haushalt, die ursprünglich für Klimaschutz und Energiewende vorgesehen waren. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das zunächst keine zusätzliche Belastung an der Zapfsäule oder beim Heizen. Gleichzeitig werden 2,7 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds in den allgemeinen Bundeshaushalt umgeleitet, statt wie bisher in Förderprogramme für Elektroautos oder den Heizungstausch zu fließen. Wer auf staatliche Förderung für klimafreundliche Investitionen gesetzt hat, sollte die weitere Haushaltsentwicklung genau verfolgen, da diese Mittel künftig nicht mehr zweckgebunden zur Verfügung stehen.
Die Bundesregierung plant, die planmäßige Erhöhung des CO2-Preises für 2027 zu stoppen. Ende Juli 2026 soll das Kabinett eine entsprechende Änderung am Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) beschließen. Laut einer Berechnung fehlen dem Haushalt dadurch 2027 rund vier Milliarden Euro, die ursprünglich für Klimaschutz und die Energiewende vorgesehen waren.
Was bisher geplant war
Der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas sollte schrittweise ansteigen. Dieses System gilt im Volksmund als “CO2-Steuer”, korrekt bezeichnet wird es jedoch als nationaler Emissionshandel. Die Einnahmen aus dem CO2-Preis fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), aus dem unter anderem die E-Auto-Förderung und Förderungen für den Heizungstausch finanziert werden.
Neue Haushaltsstrategie: KTF-Mittel wandern in den Kernhaushalt
Im Haushaltsentwurf 2027 plant die Bundesregierung Ausgaben von mehr als 555 Milliarden Euro. Zur Finanzierung sollen unter anderem 2,7 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds in den Kernhaushalt umgelenkt werden. Gelder, die eigentlich der klimafreundlichen Transformation dienen sollten, werden damit für allgemeine Haushaltsausgaben verwendet. Hinzu kommen Steuererhöhungen auf Alkohol und Tabak sowie die geplante Einführung einer Plastiksteuer und einer Zuckersteuer.
Praktische Auswirkungen für Verbraucherinnen und Verbraucher
1. Kraftstoffpreise vorerst stabil Wer regelmäßig tankt, muss 2027 durch den gestoppten CO2-Preisanstieg vorerst keinen zusätzlichen Preisaufschlag durch diese Regelung einkalkulieren. Wer die eigenen Fahrtkosten im Blick behalten möchte, kann diese mit dem Spritrechner oder dem Auto-Unterhaltskosten-Rechner kalkulieren.
2. Heizkosten: Kein CO2-Preiseffekt, aber andere Faktoren bleiben Auch für Heizöl- und Gasverbraucher bleibt ein zusätzlicher CO2-bedingter Preisschub 2027 aus. Die Heizkosten hängen dennoch von Marktpreisen, Verbrauch und Tarif ab. Zur Orientierung helfen der Gasrechner und der Heizkostenrechner für das Haus.
3. Förderungen unter Druck Da die KTF-Einnahmen teilweise in den Kernhaushalt umgeleitet werden, steht weniger Geld für klimabezogene Förderungen bereit. Wer einen Heizungstausch oder eine Photovoltaikanlage plant, sollte aktuelle Förderbedingungen frühzeitig prüfen. Zur Kalkulation bieten sich der Wärmepumpen-Ratgeber und der Photovoltaik-Rechner an.
4. E-Auto-Förderung könnte sinken Die E-Auto-Förderung wird ebenfalls aus dem KTF finanziert. Wer den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug plant, sollte die Entwicklung der Förderprogramme verfolgen. Die laufenden Kosten eines Elektroautos lassen sich mit dem E-Auto-Rechner und dem Ladekosten-Rechner für E-Autos abschätzen.
Quellen
- Erhöhung der CO2-Steuer 2027 gestoppt: Milliarden gehen Regierung verloren (t-online.de, 15.07.2026)
- Regierung beschließt Änderung bei der CO2-Steuer (energiegemeinschaften.com)
- Die wichtigsten steuerlichen Änderungen 2026 – Bundesfinanzministerium
Häufige Fragen
Was bedeutet der Stopp der CO2-Preiserhöhung für 2027 konkret?
Die Bundesregierung will Ende Juli 2026 eine Änderung am Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) beschließen, die eine für 2027 geplante Erhöhung des CO2-Preises verhindert. Der CO2-Preis bleibt damit 2027 stabil. Für den Bundeshaushalt bedeutet das laut Berechnungen ein Einnahmeausfall von rund vier Milliarden Euro.
Warum stoppt die Bundesregierung die Erhöhung des CO2-Preises?
Die Bundesregierung hat den Haushaltsentwurf für 2027 mit einer Rekordneuverschuldung und Ausgaben von mehr als 555 Milliarden Euro vorgelegt. In diesem Zusammenhang werden in vielen Bereichen Ausgaben gekürzt. Der Verzicht auf die CO2-Preiserhöhung soll die finanzielle Belastung für Verbraucherinnen und Verbraucher an der Tankstelle und beim Heizen begrenzen.
Was passiert mit den Einnahmen aus dem CO2-Preis, die bisher für die Energiewende vorgesehen waren?
Bisher flossen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), der Maßnahmen wie die E-Auto-Förderung oder den Heizungstausch finanziert. Künftig sollen 2,7 Milliarden Euro daraus in den allgemeinen Kernhaushalt umgeleitet werden, statt zweckgebunden für den Klimaschutz eingesetzt zu werden.
Welche Folgen hat die Umleitung der CO2-Einnahmen für Klimaschutzprogramme?
Da die 2,7 Milliarden Euro nicht mehr dem Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung stehen, fehlen Mittel für Förderungen im Bereich Energiewende und klimafreundliche Transformation. Förderprogramme etwa für Elektroautos oder den Austausch von Heizungsanlagen werden aus diesem Fonds finanziert und könnten entsprechend weniger Mittel erhalten.
Was ist der Unterschied zwischen CO2-Steuer und CO2-Preis?
Umgangssprachlich wird häufig von einer CO2-Steuer gesprochen. Korrekt handelt es sich jedoch um den nationalen Emissionshandel, geregelt im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG). Unternehmen, die fossile Brennstoffe in Verkehr bringen, müssen dafür Zertifikate erwerben. Die Kosten werden in der Regel an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben, etwa über höhere Preise für Benzin, Diesel oder Erdgas.