Deutschland bleibt beim Wohnen klar ein Land mit vielen Mietern. Laut der aktuellen Tabelle des Statistischen Bundesamts (Destatis) lag die Eigentumsquote in Deutschland bei 41,9 Prozent. Grundlage sind die Endergebnisse des Mikrozensus 2022. Das heißt umgekehrt: Rund 58,1 Prozent der betrachteten Haushalte wohnten nicht im selbst genutzten Eigentum.
Für Verbraucher ist das relevant, weil die Zahl eine nüchterne Einordnung liefert: Eigentum ist in Deutschland nicht der Regelfall, und die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß. Wer heute zwischen Mieten, Kaufen oder späterem Eigentumserwerb abwägt, sollte deshalb nicht mit pauschalen Erwartungen rechnen, sondern die eigene Monatsbelastung sauber prüfen.
Die wichtigsten Zahlen von Destatis auf einen Blick
Aus der aktuellen Destatis-Tabelle zur Eigentumsquote ergeben sich vor allem diese Werte:
- 41,9 Prozent Eigentumsquote in Deutschland
- 16,341 Millionen Eigentümerhaushalte bei 38,992 Millionen Haushalten insgesamt
- Saarland: 59,7 Prozent Eigentumsquote und damit der höchste Wert unter den Bundesländern
- Rheinland-Pfalz: 50,9 Prozent
- Niedersachsen: 49,0 Prozent
- Baden-Württemberg: 48,5 Prozent
- Berlin: 15,9 Prozent und damit der niedrigste Wert
- Hamburg: 20,3 Prozent
- Bremen: 32,0 Prozent
- laut Destatis handelt es sich um Endergebnisse des Mikrozensus 2022
- ein Vergleich mit Vorjahren ist wegen eines Zeitreihenbruchs ab 2020 nicht direkt möglich
Warum das für Verbraucher wichtig ist
Die Tabelle hilft vor allem drei Gruppen:
- Mietern, die einschätzen wollen, wie verbreitet selbst genutztes Eigentum in Deutschland überhaupt ist
- Kaufinteressierten, die regionale Erwartungen realistischer einordnen möchten
- Haushalten mit knappem Budget, die Miete und Eigentum nüchtern vergleichen müssen
Wenn Sie Ihre eigene Wohnsituation durchrechnen möchten, helfen auf rechnerportal.net besonders der Mietrechner, der Kaufpreisrechner, der Nebenkosten Immobilie Rechner und der Baufinanzierung-Rechner.
1. 41,9 Prozent heißt: Eigentum ist in Deutschland nicht der Normalfall
Die wichtigste Zahl ist klar: 41,9 Prozent Eigentumsquote. Destatis definiert sie als den Anteil der Eigentümerhaushalte in selbst bewohnten Wohnungen in Wohngebäuden an allen Haushalten in bewohnten Wohnungen in Wohngebäuden.
Für Verbraucher ist das wichtig, weil Debatten über Wohnen und Vermögensaufbau oft so klingen, als sei Eigentum der Standard. Die offizielle Destatis-Zahl zeigt aber etwas anderes: Mieten bleibt für die Mehrheit die reale Wohnform.
Praktisch bedeutet das: Niemand sollte sich unter Druck setzen, Eigentum nur deshalb schnell kaufen zu müssen, weil es vermeintlich jeder andere auch tut. Sinnvoller ist eine vollständige Rechnung aus Monatsrate, Kaufnebenkosten, Eigenkapital und laufenden Wohnkosten. Dafür passen der Kreditrechner Immobilie, der Tilgungsrechner und der Sondertilgungs-Rechner. Zum Einordnen helfen außerdem die Glossarbeiträge zu Kaufnebenkosten, Effektivzins und Beleihungswert.
2. Die regionalen Unterschiede sind für Kaufentscheidungen entscheidend
Die Spannweite zwischen den Bundesländern ist groß. Im Saarland lag die Eigentumsquote laut Destatis bei 59,7 Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 50,9 Prozent und in Niedersachsen bei 49,0 Prozent. Ganz anders sieht es in Stadtstaaten aus: Berlin kam nur auf 15,9 Prozent, Hamburg auf 20,3 Prozent und Bremen auf 32,0 Prozent.
Für Verbraucher bedeutet das: Der Wohnungsmarkt funktioniert regional sehr unterschiedlich. In Regionen mit niedriger Eigentumsquote ist Mieten oft der deutlich häufigere Weg. In Ländern mit höherer Eigentumsquote kann selbst genutztes Wohnen stärker verbreitet sein, was aber noch nichts darüber sagt, ob ein Kauf aktuell zu Ihrem Budget passt.
Wer mehrere Regionen vergleicht, sollte deshalb nicht nur auf Kaufpreise schauen, sondern auch Warmmiete, Nebenkosten, Pendelwege und Finanzierungsrate zusammen betrachten. Dafür helfen der Mietrechner, der Nebenkostenrechner, der Umzug Kosten Rechner und der Baufinanzierung-Rechner. Ergänzend passen die Glossarbeiträge zu Kaltmiete, Warmmiete und Mietpreisspiegel.
3. Die Zahl ist hilfreich, aber kein direkter Preisindikator
Die Eigentumsquote sagt nicht, ob Kaufen in einer bestimmten Stadt gerade günstig oder teuer ist. Sie sagt auch nicht, welche Monatsrate eine Bank akzeptiert oder wie hoch Ihre Nebenkosten ausfallen. Sie zeigt nur, wie verbreitet selbst genutztes Eigentum in der Fläche ist.
Gerade deshalb ist die Zahl für Verbraucher nützlich. Sie schützt vor einem Denkfehler: Eine niedrige Eigentumsquote in einer Region bedeutet nicht automatisch, dass Sie dort nicht kaufen sollten. Umgekehrt heißt eine hohe Eigentumsquote nicht automatisch, dass Kaufen dort problemlos bezahlbar wäre.
Für die Praxis ist deshalb wichtiger, wie Ihre eigene Rechnung aussieht. Relevant sind unter anderem:
- Kaufpreis und Kaufnebenkosten
- Eigenkapital und Zinsniveau
- monatliche Rate inklusive Tilgung
- Vergleich zur aktuellen oder erwartbaren Warmmiete
Für diese Abwägung helfen auf rechnerportal.net besonders der Kaufpreisrechner, der Nebenkosten Immobilie Rechner, der Kreditrechner Immobilie und der Mietrechner.
4. Destatis weist selbst auf methodische Grenzen hin
Ein wichtiger Punkt steht direkt in der amtlichen Fußnote: Die aktuell dargestellten Ergebnisse sind Endergebnisse des Mikrozensus 2022. Destatis weist außerdem darauf hin, dass ein Vergleich mit den Vorjahren nicht möglich ist, weil es seit dem Erhebungsjahr 2020 im Mikrozensus einen Zeitreihenbruch gibt.
Für Verbraucher heißt das: Die Zahl 41,9 Prozent ist als offizielle Einordnung sehr nützlich, aber sie taugt nicht für einfache Schlagzeilen wie “Eigentum steigt wieder” oder “Eigentum fällt” im direkten Langfristvergleich. Wer seriös vergleichen will, sollte diese methodische Grenze mitdenken.
Gerade deshalb ist die praktische Schlussfolgerung nicht, auf vermeintliche Trends zu wetten, sondern die eigene Wohnentscheidung mit echten Monatswerten zu treffen. Dafür helfen der Baufinanzierung-Rechner, der Tilgungsrechner und der Nebenkostenrechner.
Was Verbraucher jetzt konkret tun können
Aus den Destatis-Daten ergeben sich vier naheliegende Schritte:
- Eigentum nicht als gesellschaftlichen Standard unterstellen, sondern die eigene Lage realistisch bewerten
- Miete und Kauf mit echten Monatskosten vergleichen, nicht nur mit Wunschwerten
- regionale Unterschiede ernst nehmen, statt bundesweite Schlagzeilen zu verallgemeinern
- bei Kaufplänen Nebenkosten, Eigenkapital und Zinsrisiko mitrechnen
Gerade bei einer so grundlegenden Wohnentscheidung hilft eine nüchterne Vorabrechnung meist mehr als die Frage, ob Eigentum irgendwo häufiger vorkommt.
Unsere Einordnung
Die aktuelle Destatis-Tabelle ist für Verbraucher deshalb interessant, weil sie eine oft übersehene Realität klar beziffert: Selbst genutztes Eigentum ist in Deutschland nicht die Mehrheitsform des Wohnens. Gleichzeitig zeigen die Bundesländerwerte, dass der Abstand zwischen städtischen und eher eigentumsstärkeren Regionen groß bleibt.
Die praktische Kernaussage lautet deshalb: Ob Kaufen sinnvoll ist, entscheidet nicht die Eigentumsquote allein, sondern Ihre vollständige Monatsrechnung. Wer heute abwägt, sollte Miete, Finanzierung, Kaufnebenkosten und eigenen Puffer sauber nebeneinanderlegen.
Quellen
Häufige Fragen zur Eigentumsquote in Deutschland
Wie hoch ist die Eigentumsquote in Deutschland laut Destatis? ▼
Laut Destatis liegt die Eigentumsquote in Deutschland bei 41,9 Prozent. Grundlage sind die Endergebnisse des Mikrozensus 2022.
Welches Bundesland hat die höchste Eigentumsquote? ▼
Laut Destatis liegt das Saarland mit 59,7 Prozent an der Spitze. Berlin weist mit 15,9 Prozent den niedrigsten Wert aus.
Kann man die Eigentumsquote direkt mit früheren Jahren vergleichen? ▼
Nein, nicht ohne Einschränkung. Destatis weist wegen methodischer Änderungen im Mikrozensus seit 2020 auf einen Zeitreihenbruch hin.
Welche Rechner helfen bei der Einordnung? ▼
Besonders passend sind der Mietrechner, der Kaufpreisrechner, der Nebenkosten Immobilie Rechner, der Baufinanzierung-Rechner, der Kreditrechner Immobilie und der Tilgungsrechner.