Die Energie-Importpreise in Deutschland lagen im April 2026 um 31,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner aktuellen Veröffentlichung zu den Importpreisen. Besonders stark stiegen dabei laut Destatis die Preise für Mineralölerzeugnisse um 58,1 Prozent und für Erdöl um 47,5 Prozent gegenüber April 2025. Erdgas lag 6,9 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Für Verbraucher ist das ein wichtiger Frühindikator, aber keine direkte Haushaltsrechnung. Importpreise zeigen vor allem, wie sich vorgelagerte Beschaffungskosten entwickeln. Ob und wann das bei Ihrem Vertrag oder Ihrer Heizölbestellung ankommt, hängt vom Energieträger, vom Vertrag und vom Kaufzeitpunkt ab.
Die wichtigsten offiziellen Zahlen
Aus der Destatis-Mitteilung zu den Importpreisen für April 2026 ergeben sich diese Kernwerte:
- Importpreise insgesamt: +5,3 Prozent gegenüber April 2025
- Energie-Importpreise: +31,0 Prozent gegenüber April 2025
- Energie-Importpreise: +2,8 Prozent gegenüber März 2026
- Mineralölerzeugnisse: +58,1 Prozent gegenüber April 2025
- Erdöl: +47,5 Prozent gegenüber April 2025
- Steinkohle: +8,1 Prozent gegenüber April 2025
- Erdgas: +6,9 Prozent gegenüber April 2025
- Erdgas gegenüber März 2026: -0,4 Prozent
- Importpreise ohne Energie: +2,8 Prozent gegenüber April 2025
Warum das für Haushalte wichtig ist
Die Destatis-Zahlen sind vor allem deshalb nützlich, weil sie zeigen, welcher Kostendruck bei Energie auf vorgelagerten Stufen gerade entsteht. Das ist besonders relevant für Haushalte, die:
- Heizöl kaufen oder ihren Tank bald füllen müssen
- einen neuen Gasvertrag suchen oder eine Preisänderung prüfen
- ihre Stromkosten realistisch gegen den eigenen Verbrauch rechnen wollen
Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Ein höherer Importpreis bedeutet nicht automatisch, dass Ihre monatliche Strom- oder Gasrechnung im gleichen Ausmaß steigt. Gerade bei Strom und Gas wirken zusätzlich Netzentgelte, Steuern, Beschaffung, Vertragslaufzeiten und Preisgarantien.
Wenn Sie Ihre Größenordnung sofort prüfen möchten, helfen unser Heizölrechner, der Gasrechner und der Stromkostenrechner.
1. Heizölhaushalte sollten den stärksten Ausschlag ernst nehmen
Für Verbraucher mit Ölheizung ist der auffälligste Wert der Destatis-Meldung der Anstieg bei Mineralölerzeugnissen um 58,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Importpreise sind zwar nicht identisch mit Ihrem regionalen Händlerpreis, sie zeigen aber klar, dass der Kostendruck bei ölbezogenen Energieträgern zuletzt deutlich erhöht war.
Wer seinen Tank in den nächsten Wochen oder Monaten füllen muss, sollte deshalb nicht nur auf ein Bauchgefühl vertrauen, sondern den eigenen Bedarf und den möglichen Bestellzeitpunkt nüchtern kalkulieren. Dafür passt unser Heizölrechner. Hilfreich ist auch der Glossarbeitrag zum Heizölpreis.
2. Bei Gas ist der Importpreis nur ein Teil der späteren Rechnung
Bei Erdgas meldet Destatis für April 2026 ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber April 2025. Gegenüber März 2026 war Erdgas in der Importstatistik dagegen 0,4 Prozent günstiger. Für Verbraucher ist das eine wichtige Erinnerung: Auch wenn Beschaffungspreise steigen oder fallen, kommt das nicht automatisch eins zu eins in jedem Haushaltstarif an.
Gerade bei Gasverträgen zählen zusätzlich Vertragsbeginn, Preisgarantie, Beschaffungsstrategie des Anbieters und Ihr Jahresverbrauch. Wenn Sie ein Preisschreiben erhalten, sollten Sie deshalb immer den konkreten Arbeitspreis und den Abschlag prüfen. Mit unserem Gasrechner können Sie Ihre Jahreskosten grob einordnen. Für die Grundlagen passt außerdem unser Glossarbeitrag zum Gasverbrauch.
3. Stromkunden sollten nicht von Importpreisen direkt auf den Tarif schließen
Die Destatis-Meldung ist keine Strompreisstatistik für Endkunden. Gerade bei Strom wirken viele Preisbestandteile, die über reine Energieimporte hinausgehen. Wer aus einem allgemeinen Energiesignal sofort auf den eigenen Stromtarif schließt, rechnet schnell zu grob.
Sinnvoller ist ein zweistufiger Blick:
- Erstens: Importpreise zeigen, ob sich auf Energiemärkten neuer Druck aufbaut.
- Zweitens: Für die eigene Rechnung bleiben Vertrag, Arbeitspreis, Grundpreis und Verbrauch entscheidend.
Für den persönlichen Kostencheck helfen unser Stromkostenrechner und der Stromkostenrechner kWh. Für Begriffe und Preisbestandteile ist auch unser Glossarbeitrag zum Strompreis nützlich.
Was Verbraucher jetzt konkret tun können
Aus den aktuellen Destatis-Daten lassen sich drei praktische Schritte ableiten:
Heizölbedarf nicht aufschieben, ohne Zahlen zu kennen
Wenn Ihr Tankstand sinkt, sollten Sie den Bedarf grob berechnen und Preisbewegungen aktiv beobachten. Gerade bei ölbezogenen Energieträgern war der Ausschlag in der aktuellen Destatis-Meldung besonders stark.
Preisschreiben bei Gas und Strom genau prüfen
Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Preisänderungen bei Strom und Gas in der Regel einen Monat vor Wirksamwerden mitgeteilt werden müssen. Außerdem müssen Anbieter über Grund, Voraussetzungen und Umfang der Änderung informieren. In der Regel besteht auch ein Sonderkündigungsrecht.
Frühindikator nicht mit Endkundenpreis verwechseln
Importpreise sind für Verbraucher hilfreich, aber nur als erste Orientierung. Ob Ihr Haushalt tatsächlich mehr zahlt, zeigt erst der Blick auf den eigenen Vertrag oder auf das konkrete Angebot beim Neukauf.
Unsere Einordnung
Die neue Destatis-Meldung ist vor allem für zwei Gruppen relevant: für Haushalte mit Ölheizung und für Verbraucher, die ihre Gas- oder Stromkosten gerade neu bewerten. Der stärkste Befund ist der hohe Ausschlag bei Mineralölerzeugnissen und Erdöl. Beim Erdgas fällt der Vorjahresanstieg deutlich moderater aus.
Für private Haushalte ist das kein Signal für Panik, aber ein guter Anlass für einen realistischen Kostencheck. Wer jetzt den eigenen Verbrauch, den Vertrag und anstehende Bestellungen sauber durchrechnet, reagiert besser als mit pauschalen Annahmen über den Gesamtmarkt.
Quellen
- Destatis: Importpreise im April 2026: +5,3 % gegenüber April 2025
- Destatis: Importpreisindex und Exportpreisindex
- Bundesnetzagentur: Preise und Abschläge bei Strom und Gas
Häufige Fragen zu den Energie-Importpreisen im April 2026
Wie stark sind die Energie-Importpreise im April 2026 gestiegen? ▼
Laut Destatis lagen die Energie-Importpreise im April 2026 um 31,0 Prozent über dem Vorjahresmonat und um 2,8 Prozent über März 2026.
Bedeutet das automatisch höhere Strom- oder Gasrechnungen? ▼
Nein. Importpreise sind ein Frühindikator für vorgelagerte Beschaffungskosten. Ihre persönliche Rechnung hängt zusätzlich von Vertrag, Preisgarantie, Netzentgelten, Steuern und Verbrauch ab.
Welcher Energieträger fiel in der Destatis-Meldung besonders auf? ▼
Besonders stark stiegen laut Destatis die Importpreise für Mineralölerzeugnisse um 58,1 Prozent und für Erdöl um 47,5 Prozent gegenüber April 2025.
Was sollten Verbraucher jetzt konkret tun? ▼
Sinnvoll sind ein Kostencheck für Heizöl, Gas oder Strom, der genaue Blick auf Preisschreiben und die klare Trennung zwischen Importpreisen und dem eigenen Endkundentarif.