Die privaten Haushalte in Deutschland zahlten laut Destatis im 2. Halbjahr 2025 durchschnittlich 40,55 Cent je Kilowattstunde Strom und 12,23 Cent je Kilowattstunde Erdgas. Gegenüber dem 1. Halbjahr 2025 stieg Strom damit um 1,6 Prozent, Gas um 0,8 Prozent.
Für Verbraucher ist das keine abstrakte Statistik. Die Werte liefern eine offizielle Orientierung dafür, auf welchem Preisniveau viele Haushalte zuletzt lagen und wann ein eigener Tarif deutlich nach oben abweichen könnte.
Die wichtigsten aktuellen Zahlen
Destatis nennt für private Haushalte im 2. Halbjahr 2025 diese Kerndaten:
- Strompreis: 40,55 ct/kWh
- Veränderung zum 1. Halbjahr 2025: +1,6 Prozent
- Veränderung zum 2. Halbjahr 2024: -1,6 Prozent
- Veränderung zum 2. Halbjahr 2021: +23,4 Prozent
- Gaspreis: 12,23 ct/kWh
- Veränderung zum 1. Halbjahr 2025: +0,8 Prozent
- Veränderung zum 2. Halbjahr 2024: -0,4 Prozent
- Veränderung zum 2. Halbjahr 2021: +79,1 Prozent
Damit wird ein Punkt besonders klar: Auch wenn die Preise im Jahresvergleich nicht mehr so stark steigen wie in der Energiekrise, liegen sie bei Haushalten weiterhin deutlich über dem Niveau von 2021.
Was die offiziellen Werte praktisch bedeuten
1. Strom und Gas bleiben große Kostenblöcke
Schon mit einfachen Beispielrechnungen wird die Größenordnung greifbar:
- Bei 3.500 kWh Stromverbrauch ergeben 40,55 ct/kWh rund 1.419 Euro pro Jahr.
- Bei 20.000 kWh Gasverbrauch ergeben 12,23 ct/kWh rund 2.446 Euro pro Jahr.
Mit unserem Stromkostenrechner und dem Gasrechner können Sie sofort prüfen, wie Ihr eigener Verbrauch im Vergleich dazu ausfällt.
2. Der Durchschnitt ersetzt nicht den eigenen Tarifcheck
Die Destatis-Zahlen sind ein amtlicher Durchschnittswert. Sie sagen nicht automatisch, dass Ihr aktueller Vertrag genau auf diesem Niveau liegt. Region, Netzgebiet, Vertragszeitpunkt, Grundpreis und Verbrauch können Ihren persönlichen Endpreis deutlich verändern.
Gerade deshalb ist der Vergleich nützlich: Wenn Ihr Strom- oder Gaspreis spürbar über diesen Durchschnittswerten liegt, lohnt sich ein genauer Blick auf Vertrag, Abschlag und Wechseloptionen. Hilfreich für die Einordnung sind auch unsere Glossarbeiträge zu Strompreis und Gasverbrauch.
3. Preisbestandteile bleiben wichtig
Destatis weist darauf hin, dass gesunkene Beschaffungskosten die höheren Belastungen durch Steuern, Umlagen, Abgaben und teils Netzentgelte nur teilweise ausgeglichen haben.
Beim Gas nennt Destatis für private Haushalte im 2. Halbjahr 2025 3,86 ct/kWh für Steuern, Umlagen und Abgaben. Gegenüber dem 2. Halbjahr 2024 war das ein Plus von 5,8 Prozent. Als Gründe nennt Destatis unter anderem die höhere CO2-Steuer und die Gasspeicherumlage ab dem 1. Januar 2025. Gleichzeitig stiegen die Netzentgelte beim Gas laut Destatis um 19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr.
Beim Strom sanken die Netzentgelte laut Destatis gegenüber dem 2. Halbjahr 2024 um 1,4 Prozent. Steuern, Abgaben und Umlagen stiegen aber um 8,3 Prozent, unter anderem wegen der höheren Offshore-Netzumlage und des höheren Aufschlags für besondere Netznutzung.
Warum das für Haushalte jetzt relevant ist
Die Meldung ist zwar rückblickend für das 2. Halbjahr 2025, aber sie hilft Verbrauchern bei einer sehr aktuellen Frage: Ist mein Vertrag eher günstig, normal oder teuer?
Wer 2026 einen neuen Tarif prüft oder ein Preisschreiben bekommt, kann die amtlichen Durchschnittswerte als nüchterne Orientierung nutzen. Das ist besonders sinnvoll für:
- Haushalte mit auslaufender Preisgarantie
- Verbraucher vor Umzug oder Lieferantenwechsel
- Eigentümer, die Heizkosten und Stromkosten gemeinsam neu kalkulieren wollen
Wenn Sie die Entwicklung auf Ihre Kaufkraft übertragen möchten, hilft zusätzlich unser Inflationsrechner.
Was bei einer Preisänderung im Vertrag wichtig ist
Die Bundesnetzagentur weist für Strom- und Gasverträge darauf hin:
- Preisänderungen müssen einen Monat vor Wirksamwerden mitgeteilt werden.
- Der Lieferant muss über Grund, Voraussetzungen und Umfang der Änderung informieren.
- In der Regel besteht ein Sonderkündigungsrecht.
Für Verbraucher bedeutet das: Ein höherer Abschlag sollte nicht nur bezahlt, sondern auch inhaltlich geprüft werden.
Unsere Einordnung
Die neuen Destatis-Daten sind besonders nützlich, weil sie keine Werbewerte und keine Einzelfalltarife zeigen, sondern einen amtlichen Durchschnitt für private Haushalte. Für Verbraucher ist das ein guter Realitätscheck.
Die Kernaussage lautet: Strom und Gas waren im 2. Halbjahr 2025 etwas teurer als im Halbjahr davor, und beide Energieträger liegen weiterhin klar über dem Niveau vor der Energiekrise. Wer seinen Vertrag seit längerem nicht mehr geprüft hat, sollte deshalb nicht mit alten Annahmen weiterrechnen.
Quellen
- Destatis: Strompreise für Haushalte im 2. Halbjahr 2025 um 1,6 % gestiegen
- Bundesnetzagentur: Preise und Abschläge bei Strom und Gas
Häufige Fragen zu den Destatis-Daten für Strom und Gas
Wie hoch waren die Haushaltsstrompreise laut Destatis im 2. Halbjahr 2025? ▼
Destatis nennt für private Haushalte im 2. Halbjahr 2025 einen durchschnittlichen Strompreis von 40,55 Cent je Kilowattstunde.
Wie hoch waren die Gaspreise für private Haushalte? ▼
Für Erdgas nennt Destatis im 2. Halbjahr 2025 einen Durchschnittswert von 12,23 Cent je Kilowattstunde für private Haushalte.
Sind das automatisch auch meine aktuellen Vertragspreise? ▼
Nein. Die Destatis-Werte sind Durchschnittswerte. Ihr persönlicher Preis kann je nach Tarif, Region, Grundpreis und Verbrauch deutlich davon abweichen.
Was gilt bei einer Preisänderung durch meinen Anbieter? ▼
Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Preisänderungen in der Regel einen Monat vorher mitgeteilt werden müssen. Außerdem muss der Lieferant über Grund, Voraussetzungen und Umfang der Änderung informieren. In der Regel besteht auch ein Sonderkündigungsrecht.