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Destatis: 73,6 Prozent der 2025 fertiggestellten Wohngebäude heizen mit Wärmepumpen

Laut Destatis nutzten 2025 knapp drei Viertel der neu fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland hauptsächlich Wärmepumpen. Was das für Bauherren, Käufer und Modernisierer praktisch bedeutet.

RE
Redaktion
10. Juni 2026
Destatis: 73,6 Prozent der 2025 fertiggestellten Wohngebäude heizen mit Wärmepumpen

73,6 Prozent der rund 58.900 im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland wurden hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. 2024 lag der Anteil noch bei 69,4 Prozent, 2015 erst bei 31,4 Prozent. Für Verbraucher ist das vor allem deshalb relevant, weil sich im Neubau immer klarer zeigt, welche Heiztechnik heute Standard ist.

Die wichtigsten Destatis-Zahlen auf einen Blick

Aus der aktuellen Destatis-Pressemitteilung ergeben sich vor allem diese Werte:

  • 73,6 Prozent der rund 58.900 2025 fertiggestellten Wohngebäude heizen hauptsächlich mit Wärmepumpen
  • 2024 lag der Anteil bei 69,4 Prozent der rund 76.100 fertiggestellten Wohngebäude
  • 2015 waren es erst 31,4 Prozent der rund 105.600 fertiggestellten Wohngebäude
  • in 77,9 Prozent der neu gebauten Einfamilienhäuser kamen Wärmepumpen als Hauptheizung zum Einsatz
  • bei Zweifamilienhäusern lag der Anteil bei 78,4 Prozent
  • bei Neubauten mit drei oder mehr Wohnungen lag der Anteil bei 52,7 Prozent
  • insgesamt wurden 78,2 Prozent der 2025 fertiggestellten Wohngebäude hauptsächlich mit erneuerbaren Energien beheizt
  • 85,2 Prozent nutzten erneuerbare Energien zumindest auch als ergänzende Heizquelle
  • 10,5 Prozent der Neubauten heizten hauptsächlich mit Erdgas, 8,3 Prozent mit Fernwärme
  • für 87,0 Prozent der 2025 genehmigten Wohngebäude ist laut Destatis eine hauptsächliche Heizung mit erneuerbaren Energien geplant, bei 83,0 Prozent mit Wärmepumpen

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Warum das für Verbraucher wichtig ist

Die neuen Destatis-Daten sind vor allem für drei Gruppen nützlich:

  1. Bauherren, die eine Heizung für den Neubau auswählen müssen
  2. Käufer von Neubauten, die einschätzen wollen, was heute marktüblich ist
  3. Eigentümer im Bestand, die den Abstand zwischen Altbestand und Neubau besser einordnen möchten

Die Zahlen zeigen nicht, dass jedes bestehende Haus sofort auf Wärmepumpe umgestellt werden kann. Sie zeigen aber sehr klar, welche Technik im Wohnungsneubau inzwischen dominiert.

1. Wärmepumpen sind im Neubau klar zur Hauptlösung geworden

Die zentrale Zahl lautet 73,6 Prozent. Damit wurde 2025 knapp drei Viertel aller fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt. Gegenüber 2024 mit 69,4 Prozent ist der Anteil weiter gestiegen. Im Vergleich zu 2015 mit 31,4 Prozent hat er sich laut Destatis sogar mehr als verdoppelt.

Für Verbraucher ist das ein wichtiger Realitätscheck. Wer einen Neubau plant, sollte Wärmepumpen nicht mehr als Sonderlösung betrachten, sondern als klaren Standardfall im Markt. Das heißt nicht automatisch, dass sie für jedes Grundstück oder jedes Budget die beste Wahl sind. Aber sie sind inzwischen die Technik, an der sich viele Neubauplanungen orientieren.

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2. Besonders bei Ein- und Zweifamilienhäusern ist der Trend sehr deutlich

Destatis zeigt auch, wo Wärmepumpen besonders stark vertreten sind. In 77,9 Prozent der 2025 fertiggestellten Einfamilienhäuser und in 78,4 Prozent der Zweifamilienhäuser waren sie die hauptsächliche Heiztechnik. Bei Neubauten mit drei oder mehr Wohnungen lag der Anteil mit 52,7 Prozent zwar niedriger, aber immer noch über der Hälfte.

Für private Haushalte ist genau das praktisch relevant. Wer ein Einfamilienhaus oder Doppelhaus plant, bewegt sich mit einer Wärmepumpe heute klar im Haupttrend des Neubaus. Wer eine Eigentumswohnung im Neubau kauft, sollte dagegen genauer auf die konkrete Gebäudeversorgung schauen, zum Beispiel ob eine zentrale Wärmepumpenlösung oder Fernwärme genutzt wird.

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3. Erdgas spielt im Neubau nur noch eine deutlich kleinere Rolle

Als zweitwichtigste Hauptenergiequelle nennt Destatis für 2025 Erdgas mit 10,5 Prozent. 2024 hatte Erdgas im Wohnungsneubau noch einen Anteil von 15,0 Prozent, 2015 sogar von 51,5 Prozent. Fernwärme kam 2025 auf 8,3 Prozent. Ölheizungen wurden nur noch in 190 neuen Wohngebäuden eingesetzt, das waren 0,3 Prozent aller Neubauten.

Für Verbraucher ist das vor allem dann wichtig, wenn Neubauangebote oder Bauplanungen noch mit älteren Vorstellungen verglichen werden. Die offiziellen Daten zeigen, dass neue Wohngebäude heute viel seltener auf klassische fossile Hauptheizungen setzen als noch vor wenigen Jahren.

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4. Beim Planen neuer Gebäude ist der Wärmepumpen-Anteil schon noch höher

Nicht nur bei den Fertigstellungen, auch bei den Planungen ist der Trend laut Destatis klar. 87,0 Prozent der 2025 genehmigten Wohngebäude sollen hauptsächlich mit erneuerbaren Energien heizen. In 83,0 Prozent der genehmigten Neubauten ist eine Wärmepumpe als Hauptheizung vorgesehen. Erdgas kommt bei den genehmigten Wohngebäuden nur noch auf 2,2 Prozent.

Das ist für Verbraucher ein nützlicher Vorausblick. Wer heute einen Neubau plant oder kauft, bewegt sich in einem Markt, in dem Wärmepumpen im nächsten Bestand voraussichtlich noch stärker vertreten sein werden als heute schon in den Fertigstellungen.

5. Im Gebäudebestand sieht Deutschland noch ganz anders aus

Wichtig ist auch der Kontrast zum Bestand. Nach Ergebnissen des Zensus 2022 wurden 53,9 Prozent der bestehenden Gebäude mit Wohnraum noch mit Erdgas beheizt. 24,7 Prozent nutzten Heizöl. Erneuerbare Energiequellen spielten im Gesamtbestand mit 10,2 Prozent noch eine deutlich kleinere Rolle. Solar- oder Geothermie, Umwelt- oder Abluftwärme kamen nur bei 4,2 Prozent der Gebäude mit Wohnraum zum Einsatz.

Für Eigentümer älterer Häuser ist das wichtig, weil die Neubauzahlen nicht 1 zu 1 auf den Bestand übertragbar sind. Ein Neubau und ein Bestandsgebäude haben oft sehr unterschiedliche Voraussetzungen bei Dämmung, Vorlauftemperatur, Platz und Investitionsbedarf. Wer modernisieren will, sollte deshalb nicht nur den Neubautrend sehen, sondern das eigene Haus konkret rechnen.

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Was Verbraucher jetzt konkret tun können

Aus den neuen Destatis-Daten ergeben sich vier naheliegende Schritte:

  • bei Neubauplanungen Wärmepumpen als Standardoption mitrechnen
  • bei Angeboten für Neubauwohnungen die konkrete Heiztechnik genau prüfen
  • laufende Strom-, Gas- und Heizkosten nicht nur grob schätzen, sondern rechnen
  • im Bestand nicht vom Neubautrend direkt auf das eigene Haus schließen

Gerade beim Bauen, Kaufen und Modernisieren hilft eine vollständige Vorabrechnung meist mehr als eine pauschale Debatte über die eine richtige Heizung.

Unsere Einordnung

Die neuen Destatis-Zahlen zeigen sehr klar, wie stark sich der Wohnungsneubau verändert hat. Wärmepumpen sind 2025 in Deutschland die mit Abstand wichtigste Hauptheizung in neuen Wohngebäuden. Gleichzeitig bleibt der Gebäudebestand deutlich fossiler geprägt als der Neubau.

Die praktische Kernaussage lautet deshalb: Wer neu baut oder einen Neubau kauft, sollte Wärmepumpen heute als Regelfall einordnen. Wer im Bestand modernisiert, sollte dagegen genauer prüfen, wie gut das eigene Gebäude dafür geeignet ist.

Quellen

Häufige Fragen zu Wärmepumpen im Wohnungsneubau 2025

Wie hoch war der Wärmepumpen-Anteil bei neuen Wohngebäuden 2025?

Laut Destatis wurden 73,6 Prozent der rund 58.900 im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude in Deutschland hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt.

Welche Gebäudearten setzten besonders häufig auf Wärmepumpen?

Besonders hoch war der Anteil laut Destatis bei Einfamilienhäusern mit 77,9 Prozent und bei Zweifamilienhäusern mit 78,4 Prozent. Bei Neubauten mit drei oder mehr Wohnungen lag er bei 52,7 Prozent.

Spielt Erdgas im Neubau noch eine große Rolle?

Deutlich weniger als früher. Destatis weist für 2025 einen Anteil von 10,5 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude mit Erdgas als Hauptheizung aus. 2015 lag der Anteil noch bei 51,5 Prozent.

Kann man die Neubauzahlen direkt auf Bestandsgebäude übertragen?

Nein. Neubauten und Bestandsgebäude haben oft sehr unterschiedliche Voraussetzungen. Destatis zeigt für den Neubau einen starken Wärmepumpen-Trend, während im Gebäudebestand laut Zensus 2022 weiterhin vor allem Erdgas und Heizöl dominieren.

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