Deutsche Autobauer verlieren weltweit Marktanteile: VW, BMW und Mercedes lieferten in Europa, USA und China zuletzt nur noch 7,2 Millionen Fahrzeuge aus, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil sank auf 20,4 Prozent, nach rund 22 Prozent im Jahr 2019. Für Autokäufer bedeutet der wachsende Wettbewerbsdruck, dass sich Preise und Modellpolitik verändern können. US-Importzölle verteuern deutsche Fahrzeuge und veranlassen Händler, Preise anzuheben, während Verbraucher vermehrt auf Gebrauchtwagen ausweichen. Wer ein neues deutsches Fahrzeug in den USA kaufen oder importieren möchte, muss mit höheren Kosten rechnen.
Deutsche Autobauer wie BMW, Volkswagen und Mercedes verlieren auf ihren wichtigsten Märkten weltweit an Boden. In Europa, den USA und China lieferten VW, Audi, Porsche, BMW und Mercedes im laufenden Jahr laut einer Handelsblatt-Analyse auf Basis der Daten der Analyseunternehmen Marklines und Dataforce zusammen lediglich 7,2 Millionen Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der gemeinsame Marktanteil sank auf 20,4 Prozent, nachdem er im Vor-Corona-Jahr 2019 noch bei rund 22 Prozent gelegen hatte. Gleichzeitig legte der Fahrzeughandel in diesen Regionen insgesamt zu.
US-Markt: Vorziehkäufe vor Zöllen stützen kurzfristig die Zahlen
Im ersten Quartal dieses Jahres konnten VW und BMW in den USA noch zulegen. Volkswagen steigerte seine Verkäufe um 7,1 Prozent auf 87.915 Fahrzeuge. BMW lieferte 87.615 Fahrzeuge aus, ein Plus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Als Treiber galten unter anderem Modelle wie der VW Taos, der Jetta sowie das Elektroauto ID.4. Beim neu aufgelegten ID.Buzz verkaufte Volkswagen aus dem Stand rund 1.900 Einheiten. Branchenbeobachter sehen diesen Anstieg jedoch teilweise als Vorzieheffekt: Händler und Kundinnen und Kunden handelten demnach noch schnell, bevor mögliche neue US-Importzölle auf EU-Fahrzeuge wirksam werden.
US-Zölle belasten das Geschäft dauerhaft
Die Einführung neuer US-Importzölle setzt die deutschen Hersteller mittlerweile spürbar unter Druck. Laut DW berichten Händler von steigenden Preisen und rückläufigen Verkaufszahlen. Verbraucherinnen und Verbraucher zögern angesichts möglicher weiterer Preissteigerungen bei Neuwagenkäufen. Trotz zwischenzeitlich gesenkter Zollsätze bleiben die Kosten hoch. Der europäische Markt stagniert unterdessen, sodass die USA für die deutschen Konzerne ein zentraler Wachstumsmarkt bleiben. Audi blieb im ersten Quartal in den USA unter Druck und verzeichnete keinen vergleichbaren Zuwachs.
Was das für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet
Wer in Deutschland ein Fahrzeug eines deutschen Premiumherstellers kauft oder least, sollte die veränderte Marktsituation im Blick behalten. Vier praktische Hinweise:
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Gebrauchtwagenmarkt im Aufwind: Da Neuwagen durch Zölle und gestiegene Produktionskosten teurer werden können, gewinnen Gebrauchtwagen laut DW zunehmend an Attraktivität. Wer ein verlässliches Fahrzeug sucht, findet auf dem Gebrauchtwagenmarkt derzeit ein wachsendes Angebot.
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Unterhaltskosten realistisch kalkulieren: Unabhängig vom Kaufpreis lohnt es sich, die laufenden Kosten eines Fahrzeugs genau zu prüfen. Mit dem Auto-Unterhaltskosten-Rechner lassen sich Versicherung, Kraftstoff, Wartung und weitere Ausgaben übersichtlich zusammenführen.
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Finanzierung und Leasing vergleichen: Wer ein Neufahrzeug plant, sollte Kredit und Leasing gegenüberstellen. Der Autokredit-Rechner hilft dabei, die Gesamtkosten verschiedener Finanzierungsmodelle zu vergleichen. Wer Leasing in Betracht zieht, findet weiterführende Informationen im Leasing-Ratgeber.
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Elektrofahrzeuge einkalkulieren: Deutsche Hersteller setzen verstärkt auf Elektromodelle, um Marktanteile zu verteidigen. Wer den Wechsel zu einem Elektroauto erwägt, kann mit dem E-Auto-Rechner die Wirtschaftlichkeit und mit dem Ladekosten-Rechner für E-Autos die laufenden Stromkosten abschätzen.
Quellen
- Mercedes, VW, BMW: Deutsche Autobauer verlieren weltweit Marktanteile – Handelsblatt
- Vor möglichen Zöllen: VW und BMW legen in USA zu – autohaus.de
- US-Zölle setzen deutsche Autobauer unter Druck – Deutsche Welle
Häufige Fragen
Warum verlieren deutsche Autobauer wie BMW, VW und Mercedes weltweit an Marktanteilen?
Die Verkäufe von BMW, VW, Audi, Porsche und Mercedes sind in den wichtigsten Märkten Europa, USA und China im laufenden Jahr um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Insgesamt lieferten die deutschen Hersteller lediglich 7,2 Millionen Fahrzeuge aus. Ihr gemeinsamer Marktanteil fiel auf 20,4 Prozent, nachdem er im Vor-Corona-Jahr 2019 noch bei rund 22 Prozent lag. Gleichzeitig legte der Gesamtfahrzeughandel in diesen Regionen zu, sodass die deutschen Hersteller strukturell Boden verlieren.
Wie wirken sich die US-Importzölle konkret auf deutsche Fahrzeuge aus?
Die US-Importzölle auf EU-Fahrzeuge erhöhen die Einfuhrkosten für deutsche Hersteller spürbar. Das führt zu steigenden Preisen für Endkunden, was Händler in den USA bereits melden. Verbraucher reagieren darauf mit Kaufzurückhaltung oder weichen auf Gebrauchtwagen aus, die von diesem Trend zunehmend profitieren. Trotz zwischenzeitlicher Zollanpassungen bleiben die Gesamtkosten für die exportorientierte deutsche Autoindustrie hoch.
Haben VW und BMW in den USA zuletzt überhaupt noch Fahrzeuge verkauft?
Ja, im ersten Quartal des laufenden Jahres konnten VW und BMW ihre US-Verkäufe noch steigern. VW legte um 7,1 Prozent auf 87.915 Fahrzeuge zu, BMW lieferte 87.615 Fahrzeuge aus, ein Plus von 3,7 Prozent. Analysten führen dieses kurzfristige Wachstum darauf zurück, dass viele Käufer noch vor dem Inkrafttreten höherer Zölle handelten. Audi dagegen blieb unter Druck und verzeichnete keinen vergleichbaren Zuwachs.
Warum sind die USA für deutsche Autobauer trotz der Zölle so wichtig?
Der europäische Markt stagniert, weshalb die USA für deutsche Hersteller ein zentraler Wachstumsmarkt bleiben. Besonders deutsche Luxusmarken wie BMW, Mercedes und Audi sind in den USA stark nachgefragt. Da der Heimatmarkt wenig Wachstumspotenzial bietet, sind die Konzerne auf den US-Absatz angewiesen, was sie gegenüber US-Handelspolitik besonders verwundbar macht.
Wer profitiert von der Schwäche der deutschen Autobauer?
Von den sinkenden Marktanteilen der deutschen Hersteller profitieren nicht ausschließlich chinesische Anbieter, auch wenn diese eine wachsende Rolle spielen. Generell gewinnen internationale Wettbewerber in Europa, den USA und China an Boden. Auf dem US-Markt verschiebt sich die Nachfrage zudem zugunsten von Gebrauchtwagen, was den Neuwagen-Absatz aller Importmarken zusätzlich dämpft.