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Deutsche Bahn: Verspätungen und was sich ändern soll

Massive Verspätungen und mangelhafte Kommunikation belasten den Bahnverkehr in Deutschland. Was die Bahn konkret ändern will und was Reisende jetzt wissen müssen.

RE
Redaktion
10. Juli 2026
Deutsche Bahn: Verspätungen und was sich ändern soll

Nur 60,1 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn kamen 2025 pünktlich an – ein neuer Tiefstand, der 2024 noch bei 62,5 Prozent und 2015 bei 74,4 Prozent lag. Zuletzt legte im Juni 2026 ein Funkausfall beim veralteten Bahnsystem GSM-R den gesamten Zugverkehr lahm und ließ Tausende Fahrgäste in der Nacht feststecken. Für alle, die regelmäßig mit dem Fernzug pendeln, reisen oder Anschlüsse planen, bedeutet diese Entwicklung ein erhebliches Zuverlässigkeitsrisiko. Die marode Infrastruktur, überlastete Streckenknoten und veraltete Kommunikationstechnik sorgen für eine Kettenreaktion an Ausfällen. DB Cargo steuert unterdessen mit einer Vorstandsneuaufstellung gegen, um Sanierung und Finanzsteuerung enger zu verzahnen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei Reisen Pufferzeiten einplanen und die aktuell angebotenen kostenlosen Stornierungsoptionen der Bahn kennen.

Deutsche Bahn: Massive Verspätungen und Kommunikationsprobleme – was sich ändern soll

Nur 60,1 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn kamen im Jahr 2025 pünktlich ans Ziel – ein neuer Tiefstand seit Jahren. Zum Vergleich: 2015 lag die Pünktlichkeitsquote noch bei 74,4 Prozent, 2024 bei 62,5 Prozent. Damit hat sich der Negativtrend weiter verschärft, wie ein Bericht der Bild am Sonntag dokumentiert und ein Bahnsprecher gegenüber der Zeitung bestätigt hat. Als pünktlich gilt ein Zug bei der Deutschen Bahn erst dann, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung aufweist.

Pannennacht im Juni 2026: Wenn Leitstellen und Lokführer schweigen

Am Abend des 23. Juni 2026 kam es zu einem weitreichenden Ausfall: Bei einer planmäßigen Wartung des veralteten Bahnfunksystems GSM-R trat eine Panne auf. Da Leitstellen und Lokführer daraufhin nicht mehr miteinander kommunizieren konnten, wurde der gesamte Zugverkehr gestoppt. Tausende Fahrgäste saßen in der Nacht fest. Der Vorfall zeigt exemplarisch, wie abhängig der Bahnbetrieb von einer zuverlässigen Kommunikationsinfrastruktur ist – und wie riskant veraltete Systeme werden können.

Zusätzlich droht bei extremen Sommertemperaturen von teilweise über 40 Grad Celsius weiteres Ungemach: Schienen und Weichen werden störanfällig, und in den vergangenen Jahren sind Klimaanlagen in Zügen regelmäßig ausgefallen. Vorsorglich bot die Bahn ihren Kundinnen und Kunden an, bereits gekaufte Tickets für Fahrten bis zum 30. Juni kostenlos zu stornieren – ein bislang einmaliger Schritt.

DB Cargo stellt Vorstandsaufgaben neu auf

Parallel zu den operativen Problemen im Personenverkehr befindet sich auch DB Cargo im Umbau. Der Aufsichtsrat der DB Cargo AG hat am 6. Juli 2026 beschlossen, die Aufgaben im Vorstand neu zu verteilen. Ziel ist es, die laufende Sanierung zu beschleunigen und die Anforderungen aus einem EU-Verfahren umzusetzen. Restrukturierung und finanzielle Steuerung sollen künftig enger miteinander verzahnt werden. Darüber hinaus wird ein neues Aufgabenfeld für zentrale Sonderaufgaben, EU-Anforderungen sowie Sonderprojekte und Beteiligungsthemen geschaffen.

Was das für Bahnreisende bedeutet

1. Flexibel bleiben und Ticketoptionen prüfen Wer regelmäßig mit dem Fernzug reist, sollte bei der Buchung auf flexible Ticketoptionen achten. Angesichts der anhaltend hohen Verspätungsrate ist die Möglichkeit zur kostenlosen Stornierung oder Umbuchung ein relevantes Auswahlkriterium. Alternativ lohnt sich ein Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln – auch im Hinblick auf die Gesamtkosten. Wer das Auto als Alternative erwägt, kann mit dem Auto-Unterhaltskosten-Rechner oder dem Pendler-Rechner die tatsächlichen Kosten gegenüberstellen.

2. Entschädigungsansprüche kennen Bei Verspätungen ab 60 Minuten haben Fahrgäste im Fernverkehr gesetzliche Ansprüche auf Erstattung eines Teils des Fahrpreises. Bei 60 bis 119 Minuten Verspätung werden in der Regel 25 Prozent erstattet, ab 120 Minuten 50 Prozent. Wer auf Erstattung wartet und diese anlegen möchte, findet mit dem Festgeld-Rechner oder dem Tagesgeld-Rechner eine einfache Orientierung.

3. Umzug oder Jobwechsel: Pendelkosten realistisch einkalkulieren Wer seinen Wohnort in Abhängigkeit von einer verlässlichen Bahnverbindung plant oder gewählt hat, sollte die aktuelle Lage in seine Kostenplanung einbeziehen. Für eine realistische Einschätzung der Pendelkosten – ob mit Bahn oder Auto – steht der Pendler-Rechner zur Verfügung. Wer einen Umzug in Betracht zieht, kann außerdem mit dem Umzugskosten-Rechner kalkulieren, was ein Wohnortwechsel kosten würde.

4. E-Auto als Alternative im Blick behalten Für Pendlerinnen und Pendler, die auf eine verlässliche tägliche Verbindung angewiesen sind, kann das Elektroauto eine Alternative zur Bahn werden. Der Ladekosten-Rechner für E-Autos hilft, die laufenden Energiekosten abzuschätzen und mit anderen Verkehrsmitteln zu vergleichen.


Quellen

Häufige Fragen

Wie pünktlich sind die Fernzüge der Deutschen Bahn aktuell?

Im Jahr 2025 kamen lediglich 60,1 Prozent der Fernzüge pünktlich am Ziel an. Das ist ein neuer Tiefstand und ein deutlicher Rückgang gegenüber 2024, als die Pünktlichkeitsquote noch bei 62,5 Prozent lag. Zum Vergleich: 2015 lag der Wert noch bei 74,4 Prozent. Als verspätet gilt ein Zug ab einer Verzögerung von sechs Minuten.

Was war der Grund für den kompletten Ausfall des Zugverkehrs am 23. Juni 2026?

Am 23. Juni 2026 kam es während einer planmäßigen Wartung des veralteten Bahnfunksystems GSM-R zu einer technischen Panne. Weil Leitstellen und Lokführer daraufhin nicht mehr miteinander kommunizieren konnten, wurde der gesamte Zugverkehr gestoppt. Tausende Fahrgäste saßen in der Nacht in ihren Zügen fest.

Welche weiteren Risiken drohen dem Bahnbetrieb im Sommer 2026?

Bei extremen Sommertemperaturen von teilweise über 40 Grad Celsius werden Schienen und Weichen besonders störanfällig. Zusätzlich sind in den vergangenen Jahren wiederholt Klimaanlagen in Zügen ausgefallen. Als Vorsichtsmaßnahme bietet die Deutsche Bahn Fahrgästen an, bereits gekaufte Tickets für bestimmte Fahrten kostenlos zu stornieren.

Was sind die Hauptursachen für die vielen Verspätungen im deutschen Fernverkehr?

Die Deutsche Bahn nennt als zentrale Ursachen das marode und störanfällige Schienennetz sowie überlastete Fernverkehrsknoten, vor denen sich Züge regelmäßig stauen. Hinzu kommen zahlreiche Baustellen, die den laufenden Betrieb beeinträchtigen. Die veraltete Infrastruktur, wie etwa das Funksystem GSM-R, verstärkt die Anfälligkeit des Gesamtsystems zusätzlich.

Was plant DB Cargo, um wettbewerbsfähiger zu werden?

DB Cargo richtet sich aktuell neu aus, um im europäischen Schienengüterverkehr dauerhaft wettbewerbsfähig und profitabel zu werden. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, die Vorstandsaufgaben neu zu verteilen: Restrukturierung und finanzielle Steuerung werden künftig enger miteinander verbunden. Gleichzeitig werden zentrale Sonderaufgaben sowie die Anforderungen aus einem laufenden EU-Verfahren gezielt in einem eigenen Aufgabenbereich gebündelt.

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