Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil von 58 Prozent am deutschen Bruttostromverbrauch erreicht – ein Anstieg von knapp drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreszeitraum (55,2 Prozent), wie vorläufige Berechnungen von ZSW und BDEW zeigen. Der neue Höchstwert zeigt, dass der Umbau der deutschen Stromversorgung voranschreitet: Windkraft an Land (20,1 Prozent) und Photovoltaik (19,9 Prozent) trugen den größten Teil bei. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Entwicklung relevant, weil ein höherer Ökostromanteil die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verringert und langfristig Einfluss auf die Strompreisentwicklung haben kann. Das gesetzlich verankerte Ziel von 80 Prozent Erneuerbaren am Stromverbrauch ist jedoch noch nicht erreicht, und der BDEW mahnt mehr Tempo bei anstehenden Gesetzesnovellen an.
Erneuerbare Energien decken 58 Prozent des Stromverbrauchs im ersten Halbjahr 2026
Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil von 58 Prozent am deutschen Bruttostromverbrauch erreicht. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vom 1. Juli 2026. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 (55,2 Prozent) entspricht das einem Anstieg von knapp drei Prozentpunkten. Auch im Vergleich zum Gesamtjahr 2025 (55,8 Prozent) liegt der neue Wert deutlich höher.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Insgesamt erzeugten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis Juni 2026 rund 152,2 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom. Der gesamte Bruttostromverbrauch lag bei 262,4 Mrd. kWh, gegenüber 260,9 Mrd. kWh im ersten Halbjahr 2025.
Die einzelnen Energieträger im Überblick laut ZSW und BDEW:
- Windkraft an Land: 20,1 Prozent Anteil am Bruttostromverbrauch, Erzeugung plus 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum
- Photovoltaik: 19,9 Prozent Anteil, Erzeugung plus 3,7 Prozent
- Windkraft auf See: deutliches Wachstum von plus 28,3 Prozent
- Wasserkraft: minus 7,7 Prozent infolge geringer Niederschlagsmengen
- Biomasse: nahezu unverändert mit plus 0,6 Prozent
Das gesetzlich verankerte Ziel liegt laut Tagesschau bei 80 Prozent Erneuerbaren-Anteil am Stromverbrauch. Dieses Ziel ist noch nicht erreicht.
Praktische Bedeutung für Verbraucherinnen und Verbraucher
1. Photovoltaik und Balkonkraftwerke: Lohnt sich der Einstieg?
Der wachsende Anteil von Solarenergie unterstreicht das Potenzial eigener Stromerzeugung. Wer eine Photovoltaikanlage plant oder bereits ein Balkonkraftwerk betreibt, kann mit dem Balkonkraftwerk-Ertragsrechner den zu erwartenden Ertrag kalkulieren. Für größere Dachanlagen bietet der Photovoltaik-Rechner eine erste Orientierung, während der PV-Amortisationsrechner zeigt, wann sich die Investition rechnen kann. Die aktuell gültige Einspeisevergütung lässt sich ebenfalls direkt berechnen.
2. Stromkosten im Blick behalten
Ein höherer Anteil erneuerbarer Energien im Netz kann sich langfristig auf die Strompreisbildung auswirken. Wie hoch die eigenen Stromkosten tatsächlich sind, lässt sich mit dem Stromkostenrechner oder dem gerätebezogenen Stromkostenrechner transparent machen. Wer einzelne Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner oder Kühlschrank prüfen möchte, findet dafür eigene Rechner:
3. Wärmepumpe als Ergänzung zur erneuerbaren Stromversorgung
Wärmepumpen gelten als besonders effizient, wenn sie mit Ökostrom betrieben werden. Je höher der Erneuerbare-Anteil im Netz, desto günstiger fällt die CO₂-Bilanz aus. Wer den Umstieg von einer Gas- oder Ölheizung prüfen möchte, kann die Vergleichsrechner Gasheizung vs. Wärmepumpe und Ölheizung vs. Wärmepumpe nutzen. Zur Dimensionierung der Anlage steht der Wärmepumpen-Größenrechner bereit.
4. Elektroauto und Ladekosten
Strom aus erneuerbaren Quellen verbessert auch die Klimabilanz von Elektrofahrzeugen. Wer die Ladekosten seines E-Autos einschätzen möchte, findet im Ladekosten-Rechner für E-Autos eine praktische Hilfe. Ergänzend lassen sich mit dem THG-Quoten-Rechner mögliche Einnahmen aus der THG-Prämie ermitteln.
Quellen
- Erneuerbare erreichen neuen Halbjahresrekord mit 58 Prozent Anteil am Stromverbrauch – pv magazine (01.07.2026)
- Rekord für erneuerbare Energien im 1. Halbjahr 2026 – gwf-gas.de
- Ökostrom-Rekord: Erneuerbare liefern 58 Prozent des Stromverbrauchs – tagesschau.de (01.07.2026)
Häufige Fragen
Welchen Anteil hatten erneuerbare Energien am deutschen Stromverbrauch im ersten Halbjahr 2026?
Im ersten Halbjahr 2026 deckten erneuerbare Energien 58 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs. Das ist ein neuer Rekordwert für diesen Zeitraum und entspricht einem Anstieg von fast drei Prozentpunkten gegenüber dem ersten Halbjahr 2025, in dem die Quote bei 55,2 Prozent lag. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).
Welche erneuerbaren Energiequellen haben am meisten zum Rekord beigetragen?
Den größten Einzelanteil am Bruttostromverbrauch hatte Windkraft an Land mit 20,1 Prozent, dicht gefolgt von Photovoltaik mit 19,9 Prozent. Die Offshore-Windenergie legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum besonders stark zu: plus 28,3 Prozent. Die Stromerzeugung aus Windenergie an Land wuchs um 7,0 Prozent, Photovoltaik um 3,7 Prozent. Biomasse blieb mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent nahezu stabil. Lediglich Wasserkraft verzeichnete aufgrund geringer Niederschlagsmengen einen Rückgang von 7,7 Prozent.
Wie viel Strom haben erneuerbare Energien im ersten Halbjahr 2026 insgesamt erzeugt?
Erneuerbare-Energien-Anlagen erzeugten von Januar bis Juni 2026 insgesamt 152,2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der gesamte deutsche Bruttostromverbrauch in diesem Zeitraum betrug 262,4 Milliarden Kilowattstunden, gegenüber 260,9 Milliarden Kilowattstunden im ersten Halbjahr 2025.
Liegt Deutschland mit 58 Prozent auf Kurs, um das gesetzlich verankerte Ziel zu erreichen?
Das gesetzlich verankerte Ziel sieht einen Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von 80 Prozent vor. Der aktuelle Halbjahreswert von 58 Prozent liegt zwar deutlich über der Gesamtjahresquote 2025 von 55,8 Prozent, jedoch noch erheblich unter dem angestrebten Zielwert. Der BDEW mahnt daher mehr Tempo bei anstehenden Gesetzesnovellen an, um den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen.
Wie schneidet das erste Halbjahr 2026 im Vergleich zu früheren Jahren ab?
Der aktuelle Wert von 58 Prozent übertrifft alle bisherigen Halbjahreswerte. Im ersten Halbjahr 2024 lag der Anteil bei 57,4 Prozent, im ersten Halbjahr 2025 bei 55,2 Prozent. Der Rückgang von 2024 auf 2025 war vor allem auf windärmere Bedingungen zurückzuführen. Das erste Halbjahr 2026 profitierte entsprechend von deutlich besseren Windverhältnissen und setzt damit einen neuen Bestwert.