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Gasspeicher Deutschland: Nur 41 % gefüllt vor dem Winter

Die deutschen Gasspeicher sind aktuell nur zu 41 Prozent gefüllt. Was das für die Versorgungssicherheit im Winter bedeutet und welche Maßnahmen geplant sind.

RE
Redaktion
10. Juli 2026
Gasspeicher Deutschland: Nur 41 % gefüllt vor dem Winter

Deutschlands Gasspeicher sind aktuell nur zu rund 43 Prozent gefüllt und damit etwa 21 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 (Stand: 07.07.2026, Quelle: NDR/Bundesnetzagentur). Der niedrige Füllstand erhöht das Risiko für Engpässe im kommenden Winter. Die Speicher müssen im Sommer aufgefüllt werden, doch der Iran-Krieg hat die Gaspreise spürbar angehoben. LNG-Lieferungen kommen derzeit vor allem aus den USA. Die Bundesnetzagentur stuft die Lage seit Juli 2025 in der Frühwarnstufe ein. Für Verbraucher bedeutet das: Höhere Beschaffungskosten können sich mittelfristig auf Energierechnungen auswirken.

Gasspeicher in Deutschland nur zu 43 Prozent gefüllt: Vorbereitung auf den Winter wird kritisch

Die deutschen Erdgasspeicher sind derzeit zu 43 Prozent gefüllt. Das entspricht laut NDR-Daten vom 7. Juli 2026 einem Rückstand von rund 21 Prozentpunkten gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021. Die Bundesnetzagentur stuft die Lage seit dem 1. Juli 2025 in der Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ein.

Warum sind die Speicher so leer?

Im vergangenen Sommer wurde deutlich weniger Erdgas eingelagert als in den Vorjahren, weil zuvor geltende Vorschriften zur Befüllungspflicht geändert wurden. Seit Ende des Winters sinken die Füllstände zwar nicht mehr weiter, doch der Wiederaufbau der Reserven verläuft nur langsam. Für den kommenden Winter müssen die Speicher im Sommer also erhebliche Mengen nachholen.

Hinzu kommt ein externer Preiseffekt: Der Konflikt im Nahen Osten hat die Gaspreise an den Märkten zwischenzeitlich deutlich steigen lassen. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Gas vom Persischen Golf für die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle spielt, da LNG-Lieferungen aktuell überwiegend aus den USA stammen. Dennoch gibt es laut Behörde spürbare Preiseffekte auf dem Weltmarkt.

Parallel dazu haben die Gremien der Europäischen Union beschlossen, die Einfuhr von russischem Erdgas ab 2027 einzustellen. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die fehlenden Mengen durch alternative Versorgungswege und den Weltmarkt kompensiert werden können.

Praktische Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher

1. Höhere Gaspreise beim Nachfüllen der Speicher Die schwachen Füllstände bedeuten, dass Netzbetreiber und Versorger im Sommer zu höheren Marktpreisen einkaufen müssen. Das kann sich zeitverzögert in den Tarifen für Haushaltskunden niederschlagen. Wer seinen Gasvertrag in den kommenden Monaten verlängert oder wechselt, sollte die Preisentwicklung aufmerksam verfolgen. Mit dem Gasabschlag-Rechner lässt sich der monatliche Abschlag auf Basis des eigenen Verbrauchs einschätzen.

2. Heizkosten realistisch planen Haushalte, die mit Gas heizen, sollten ihre Heizkostenplanung für den Winter 2026/2027 frühzeitig überprüfen. Der Heizkostenrechner für Wohnungen und der Heizkostenrechner für Häuser helfen dabei, den voraussichtlichen Verbrauch und die Kosten besser abzuschätzen.

3. Alternativen zur Gasheizung prüfen Wer ohnehin über einen Heizungstausch nachdenkt, findet mit dem Gasheizung-vs-Wärmepumpe-Vergleichsrechner eine Grundlage, um die langfristigen Kostenunterschiede zu bewerten. Auch ein Blick auf Wärmepumpen allgemein kann helfen, die Optionen einzuordnen.

4. Nebenkosten im Blick behalten Steigende Gaspreise wirken sich direkt auf die Betriebskosten von Wohnungen und Häusern aus. Wer Mieter ist oder eine Immobilie verwaltet, sollte die Nebenkostenentwicklung beobachten. Der Nebenkosten-Rechner gibt einen Überblick über typische Positionen und deren Gewichtung.

Quellen

Häufige Fragen

Wie voll sind die deutschen Gasspeicher aktuell?

Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu rund 43 Prozent gefüllt (Datenstand: 7. Juli 2026). Das sind etwa 21 Prozentpunkte weniger als der Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht täglich aktualisierte Daten zu Speicherfüllständen und Lastflüssen.

Warum sind die Gasspeicher in diesem Jahr so ungewöhnlich leer?

Im vergangenen Sommer wurde deutlich weniger Erdgas eingelagert als in den Vorjahren. Grund dafür waren geänderte Vorschriften zur Befüllungspflicht. Seit Ende des Winters sinken die Füllstände zwar nicht mehr weiter, der Anstieg verläuft jedoch nur sehr langsam.

Welche Folgen hat der Konflikt im Nahen Osten für die Gasversorgung in Deutschland?

Der Konflikt im Nahen Osten hat die Gaspreise zwischenzeitlich deutlich steigen lassen. Für die direkte Gasversorgung Deutschlands spielt Gas vom Persischen Golf allerdings keine wesentliche Rolle, da Deutschland seine LNG-Lieferungen aktuell überwiegend aus den USA bezieht. Die Bundesnetzagentur beobachtet die Lage, sieht aber keine unmittelbare Versorgungsgefährdung, sondern vor allem Preiseffekte.

Welche Alarmstufe gilt aktuell für die Gasversorgung in Deutschland?

Seit dem 1. Juli 2025 gilt in Deutschland die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas. Die zuvor seit Juni 2022 geltende Alarmstufe wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgehoben. Die Frühwarnstufe bedeutet, dass die Versorgungslage beobachtet wird, aber keine akute Mangellage besteht.

Was bedeutet das niedrige Speicherniveau für die Gaspreise in diesem Sommer?

Da die Speicher im Sommer wieder aufgefüllt werden müssen und die Gaspreise durch die Lage im Nahen Osten gestiegen sind, dürfte das Wiederbefüllen der Speicher teurer werden als in den Vorjahren. Die Preise liegen derzeit etwa ein bis zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten die Preisentwicklung bei Gasverträgen aufmerksam verfolgen.

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