Nordrhein-Westfalen hat am 8. April 2024 den „Masterplan Geothermie” vorgelegt: Bis 2045 soll Erdwärme bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs im bevölkerungsreichsten Bundesland klimaneutral decken, bei einem errechneten Potenzial von 24,1 bis 33,1 Millionen MWh. Wärme ist der größte Energieverbrauchsposten in deutschen Haushalten. Wer in NRW eine Immobilie heizt, wird mittelfristig von der Energiequelle unter seinen Füßen profitieren können. Der Masterplan sieht konkrete Maßnahmen vor: Der Geologische Dienst soll bis 2028 die Datenlage über Geothermievorkommen verbessern, und die NRW.BANK übernimmt teilweise das finanzielle Risiko, falls erste Bohrungen nicht fündig werden. Das senkt die Einstiegshürden für Projekte und kann langfristig Heizkosten und CO2-Emissionen reduzieren.
NRW plant Erdwärme-Offensive: Geothermie soll 20 Prozent des Wärmebedarfs decken
Nordrhein-Westfalen will bis 2045 ein Fünftel seines Wärmebedarfs klimaneutral über Erdwärme decken. Das geht aus dem „Masterplan Geothermie” hervor, den Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) am 8. April 2024 in Düsseldorf vorgestellt hat. Das bevölkerungsreichste Bundesland sieht sich damit laut Neubaur bundesweit als Vorreiter.
Was steckt im Masterplan?
Die Landesregierung beziffert das nutzbare Geothermie-Potenzial in NRW auf 24,1 bis 33,1 Millionen Megawattstunden jährlich. Zwei Maßnahmen stehen im Mittelpunkt des Plans:
- Explorations- und Bohrprogramm: Der Geologische Dienst NRW soll bis 2028 die Datenlage zur Verfügbarkeit von Erdwärme im Land systematisch verbessern.
- Fündigkeitsabsicherung über die NRW.BANK: Das Land übernimmt bei den ersten Bohrungen einen Teil des finanziellen Risikos, falls eine Bohrung nicht fündig wird. Vorerkundungsmaßnahmen werden ab sofort wieder gemeinsam mit der NRW.BANK gefördert.
Neubaur präsentierte den Plan bewusst in den Räumlichkeiten der NRW.BANK, die als landeseigenes Förderkreditinstitut eine zentrale Rolle bei der Finanzierung und Risikoabpufferung übernehmen soll.
Was bedeutet das für Verbraucher?
1. Heizkosten langfristig im Blick behalten
Geothermie liefert Wärme ohne Verbrennung fossiler Brennstoffe. Ob und wann konkrete Projekte in der eigenen Gemeinde entstehen, hängt vom Fortschritt der Erkundungsarbeiten ab. Wer seine aktuellen Heizkosten bereits heute einordnen möchte, kann den Heizkostenrechner für Häuser oder den Heizkostenrechner für Wohnungen nutzen.
2. Wärmepumpe als Brücke zur Erdwärme
Tiefengeothermie und oberflächennahe Erdwärme arbeiten häufig mit Wärmepumpen zusammen. Wer heute über eine Wärmepumpe nachdenkt, findet mit dem Wärmepumpenrechner und dem Rechner für die Wärmepumpengröße erste Orientierung. Wer außerdem wissen möchte, wie sich eine Wärmepumpe gegenüber der bestehenden Gasheizung schlägt, kann den Vergleichsrechner Gasheizung vs. Wärmepumpe verwenden.
3. Hauskauf und Neubau: Energieversorgung mitdenken
Wer in NRW ein Haus kaufen oder bauen möchte, sollte die Entwicklung der lokalen Wärmeversorgung in die Planung einbeziehen. Geothermische Netze können mittelfristig die Betriebskosten beeinflussen. Die Nebenkosten beim Immobilienerwerb lassen sich vorab mit dem Nebenkosten-Rechner für Immobilien und dem Grunderwerbsteuer-Rechner kalkulieren.
4. Aktuelle Heizalternativen vergleichen
Bis Geothermie flächendeckend verfügbar ist, stehen Verbraucher vor konkreten Entscheidungen: Öl, Gas, Pellets oder Wärmepumpe? Der Vergleichsrechner Ölheizung vs. Wärmepumpe sowie der Pelletverbrauchsrechner helfen dabei, die laufenden Kosten verschiedener Systeme gegenüberzustellen.
Quellen
- Masterplan Geothermie Nordrhein-Westfalen (PDF, BRA NRW)
- NRW will 20 Prozent der Wärme über Geothermie decken – Energie & Management
- Nordrhein-Westfalen legt Strategieplan zur Nutzung von Geothermie vor – Bundesverband Geothermie
Häufige Fragen
Was ist der Masterplan Geothermie NRW und wer hat ihn vorgestellt?
Der Masterplan Geothermie NRW ist ein Strategieplan der nordrhein-westfälischen Landesregierung zur Nutzung von Erdwärme. Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) stellte ihn am 8. April 2024 in Düsseldorf vor. NRW gilt damit bundesweit als Vorreiter auf diesem Gebiet.
Welches Ziel verfolgt NRW mit dem Masterplan Geothermie?
Das Land Nordrhein-Westfalen will bis zum Jahr 2045 bis zu 20 Prozent seines gesamten Wärmebedarfs klimaneutral über Erdwärme decken. Das geschätzte Potenzial liegt dabei zwischen 24,1 und 33,1 Millionen Megawattstunden.
Wie unterstützt das Land NRW Unternehmen, die in Geothermie investieren möchten?
NRW sichert das finanzielle Risiko bei den ersten Bohrungen teilweise ab, falls eine Bohrung nicht fündig wird. Zusätzlich fördert das Land gemeinsam mit der NRW.BANK wichtige Vorerkundungsmaßnahmen. Die NRW.BANK als landeseigenes Förderkreditinstitut soll die Entwicklung der Geothermie unterstützen und bestehende Investitionsrisiken abpuffern.
Wie will NRW die Datenlage zur Geothermie im Land verbessern?
Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen soll bis 2028 ein Explorations- und Bohrprogramm durchführen. Damit soll die Datenlage zur Verfügbarkeit von Geothermie im gesamten Bundesland deutlich verbessert werden. Diese Informationen bilden die Grundlage für künftige Investitionsentscheidungen.
Warum setzt NRW auf Geothermie als Wärmequelle?
Erdwärme gilt als klimaneutrale und praktisch unerschöpfliche Energiequelle. Ministerin Neubaur betonte, dass Geothermie bislang zu wenig genutzt wird, obwohl sie dauerhaft verfügbar und unabhängig von Wetter oder Tageszeit ist. Mit dem Masterplan soll das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands diese Ressource systematisch erschließen und so zur Wärmewende beitragen.