Schaeffler erwartet, dass Hybridfahrzeuge im Jahr 2035 rund 30 Prozent aller weltweit neu produzierten Pkw ausmachen werden. In Japan sollen Hybride sogar einen Anteil von 77 Prozent erreichen. Wer heute ein Auto kauft oder least, sollte wissen: Der Verbrennungsmotor verschwindet nicht über Nacht. Laut Schaeffler-Prognose werden Hybride global eine tragende Rolle behalten, besonders außerhalb der EU. Das beeinflusst Restwerte, Ladeinfrastruktur-Bedarf und künftige Kfz-Steuerregelungen in Deutschland direkt.
Schaeffler setzt langfristig auf Hybridantriebe: Was das für Autofahrer bedeutet
Der deutsche Automobilzulieferer Schaeffler positioniert Hybridfahrzeuge nicht als Übergangstechnologie, sondern als dauerhaftes Produkt. Laut einer Prognose des Unternehmens werden im Jahr 2035 weltweit rund 30 Prozent aller neu produzierten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge Hybridantriebe haben, 50 Prozent sollen vollelektrisch sein und 20 Prozent ausschließlich einen Verbrennungsmotor besitzen. Diese Einschätzung präsentierte Matthias Zink, CEO Powertrain & Chassis bei Schaeffler, auf dem Wiener Motorensymposium 2026.
Regionale Unterschiede prägen den Markt
Die globale Entwicklung verläuft nicht einheitlich. Zink betonte, dass Europa sich durch die aktuelle Gesetzgebung auf ein Verbot des Verbrennungsmotors vorbereite. In Nordamerika, Südamerika und Südostasien hingegen erwartet Schaeffler eine starke Hybridnachfrage weit über 2035 hinaus. Japan sticht dabei besonders hervor: Dort sollen Hybridfahrzeuge innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Anteil von bis zu 77 Prozent an der Neufahrzeugproduktion erreichen, so die Unternehmensangaben.
MultiMode-Getriebe startet 2026 in Serie
Schaeffler bringt in diesem Jahr sein MultiMode Dedicated Hybrid Transmission in die Serienproduktion, und zwar bei europäischen und asiatischen Automobilherstellern. Das System wiegt 125 Kilogramm, integriert zwei Elektromotoren, Leistungselektronik sowie Hydraulik für Kupplung und Parksperre und erreicht eine Spitzenleistung von 145 kW. Es unterstützt drei Fahrmodi: rein elektrisch, seriell und parallel. Damit richtet sich Schaeffler an Hersteller, die flexible Antriebslösungen für unterschiedliche Märkte benötigen.
Erstes Quartal 2026: Schaeffler mit stabilem Umsatz
Schaeffler meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 5.764 Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum von 1,0 Prozent bei konstanten Währungskursen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. CEO Klaus Rosenfeld erklärte, das Unternehmen setze seine Strategie als führendes Motion Technology Unternehmen fort und erschließe neue Wachstumsbereiche wie Humanoide Robotik und Verteidigung.
Praktische Implikationen für Verbraucher
1. Hybridfahrzeuge bleiben langfristig eine Option Wer heute ein Hybridfahrzeug kauft oder least, muss laut der Schaeffler-Prognose nicht davon ausgehen, dass der Markt für diese Antriebsart kurzfristig wegbricht. Besonders außerhalb der EU dürften Wartung, Ersatzteile und Wiederverkaufswert stabil bleiben. Wer die laufenden Kosten eines solchen Fahrzeugs im Blick behalten möchte, kann dafür den Auto-Unterhaltskosten-Rechner nutzen.
2. Finanzierung und Leasing sorgfältig vergleichen Hybridmodelle sind häufig teurer in der Anschaffung als reine Verbrenner. Wer eine Finanzierung plant, sollte die Gesamtkosten genau kalkulieren. Der Autokredit-Rechner hilft dabei, verschiedene Laufzeiten und Zinssätze gegenüberzustellen. Alternativ lohnt sich ein Blick auf den Leasing-Rechner, um Kauf und Leasing direkt zu vergleichen.
3. Kfz-Steuer im Blick behalten Hybridfahrzeuge werden steuerlich unterschiedlich behandelt, je nach Antriebsart und CO2-Ausstoß. Mit dem Kfz-Steuer-Rechner lässt sich die jährliche Belastung vorab einschätzen, bevor eine Kaufentscheidung getroffen wird.
4. Ladekosten kalkulieren Wer sich für einen Plug-in-Hybriden entscheidet, trägt auch Stromkosten. Mit dem Ladekosten-Rechner für E-Autos lassen sich die monatlichen Aufwendungen fürs Laden realistisch abschätzen, abhängig vom eigenen Fahrprofil und den lokalen Strompreisen.
Quellen
- Electrically into the future – Schaeffler Tomorrow
- Schaeffler bets long on hybrid powertrain demand – Automotive World
- Schaeffler Q1 2026 Ergebnisse – LinkedIn
Häufige Fragen
Warum setzt Schaeffler langfristig auf Hybridantriebe und nicht ausschließlich auf reine Elektrofahrzeuge?
Schaeffler betrachtet Hybridantriebe nicht als bloße Übergangstechnologie, sondern als dauerhaftes Produkt. Der Grund: In wichtigen Märkten wie Nord- und Südamerika, Südostasien und Japan wird die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen nach Einschätzung des Unternehmens weit über das Jahr 2035 hinaus bestehen. Für 2035 erwartet Schaeffler weltweit einen Anteil von rund 30 Prozent Hybridfahrzeugen an der Neuproduktion, neben 50 Prozent reinen Elektrofahrzeugen und 20 Prozent Fahrzeugen mit reinem Verbrennungsmotor.
In welchen Märkten sind Hybridfahrzeuge besonders gefragt?
Besonders ausgeprägt ist die Hybrid-Nachfrage außerhalb der EU. In Japan etwa sollen Hybridfahrzeuge innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Anteil von bis zu 77 Prozent an der Neuproduktion erreichen. Auch in Nord- und Südamerika sowie in Südostasien werden Hybride laut Schaeffler die Neufahrzeugproduktion in den kommenden Jahren dominieren. In Europa hingegen bewegt sich die Politik durch aktuelle Gesetzgebung eher in Richtung eines Verbots von Verbrennungsmotoren.
Was ist das Schaeffler MultiMode Hybridgetriebe und wann kommt es auf den Markt?
Das Schaeffler MultiMode Hybridgetriebe ist ein dediziertes Hybridgetriebe, das drei Fahrmodi unterstützt: elektrisch, seriell und parallel. Es wiegt 125 Kilogramm und integriert zwei Elektromotoren, Leistungselektronik sowie Hydraulik für Kupplungs- und Parksperrensteuerung. Die Spitzenleistung beträgt 145 kW. Die Serienproduktion bei europäischen und asiatischen Automobilherstellern hat im Jahr 2026 begonnen.
Wie entwickelt sich Schaeffler wirtschaftlich angesichts des Wandels in der Antriebstechnologie?
Schaeffler ist nach eigenen Angaben gut in das Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 5.764 Millionen Euro, was einem Anstieg von 1,0 Prozent bei konstanten Wechselkursen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Bereiche Powertrain & Chassis sowie Vehicle Lifetime Solutions wiesen zweistellige EBIT-Margen aus. CEO Klaus Rosenfeld betonte, dass das diversifizierte Geschäftsmodell hilft, unterschiedliche Marktentwicklungen auszugleichen.
Wie unterscheiden sich die Antriebspläne für Europa und den Rest der Welt bis 2035?
Die Unterschiede sind erheblich. In Europa schreibt die aktuelle Gesetzgebung de facto ein Verbot neuer Verbrennungsmotoren ab 2035 vor, weshalb der Fokus stark auf reine Elektrofahrzeuge ausgerichtet ist. In anderen Weltregionen, etwa in Japan, Nord- und Südamerika sowie Südostasien, ist ein solches Verbot nicht vorgesehen. Dort werden Hybridfahrzeuge als langfristige Lösung betrachtet und machen laut Schaeffler-Prognose einen erheblichen Teil der Neuproduktion aus.