Der Spitzensteuersatz in Deutschland bleibt 2026 unverändert bei 42 Prozent und greift ab einem zu versteuernden Einkommen von 69.879 Euro. Ein Satz von 47 Prozent ist im aktuellen Steuerrecht nicht vorgesehen. Die Einkommensgrenze, ab der der Spitzensteuersatz greift, steigt 2026 gegenüber dem Vorjahr leicht an: 2025 lag sie noch bei 68.481 Euro. Wer sein Einkommen kennt, kann besser einschätzen, welcher Steuersatz auf den jeweiligen Einkommensteil anfällt. Wichtig: Der Spitzensteuersatz ist nicht der höchste Steuersatz in Deutschland. Die sogenannte Reichensteuer beträgt 45 Prozent und beginnt ab einem zu versteuernden Einkommen von 277.826 Euro.
Spitzensteuersatz 2026: Was sich für Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ändert
Der Spitzensteuersatz in Deutschland bleibt 2026 unverändert bei 42 Prozent. Die Einkommensgrenze, ab der er greift, wurde jedoch durch das Steuerfortentwicklungsgesetz leicht angehoben: Für das Steuerjahr 2026 setzt der Spitzensteuersatz bei einem zu versteuernden Einkommen (zvE) von 69.879 Euro ein. Im Jahr 2025 lag diese Schwelle noch bei 68.481 Euro, wie die ING mitteilt. Ein zweiter, höherer Steuersatz von 47 Prozent ist laut Finanztip für Einkommen ab 280.000 Euro im Gespräch, gilt aber derzeit noch nicht.
Was bedeutet das konkret?
1. Mehr Nettoeinkommen durch verschobene Grenzen
Die Anhebung der Einkommensgrenze bedeutet: Wer zwischen 68.481 Euro und 69.879 Euro zu versteuerndes Einkommen erzielt, zahlt 2026 auf diesen Betrag noch nicht den vollen Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Der Staat belastet diesen Einkommensbereich also etwas geringer als zuvor. Wer sein genaues Nettogehalt ermitteln möchte, kann dafür den Gehaltsrechner nutzen.
2. Reichensteuer bleibt bei 45 Prozent
Oberhalb des Spitzensteuersatzes existiert seit 2007 die sogenannte Reichensteuer. Sie beträgt 45 Prozent und greift laut Finanztip seit 2022 ab einem zvE von 277.826 Euro. Der Spitzensteuersatz ist also nicht der höchste Steuersatz in Deutschland. Beides sind Grenzsteuersätze: Sie gelten jeweils nur für den Teil des Einkommens, der die jeweilige Schwelle überschreitet, nicht für das gesamte Einkommen.
3. Diskutierte Reformpläne: 47-Prozent-Satz ab 280.000 Euro
Finanztip verweist auf Diskussionen über eine künftige Steuerreform. Demnach könnte der bisherige Höchststeuersatz von 45 Prozent künftig bereits ab 250.000 Euro greifen, und ein neuer Steuersatz von 47 Prozent könnte ab 280.000 Euro einsetzen. Diese Pläne sind jedoch noch nicht geltendes Recht. Tatsächlich beschlossene Änderungen für 2026 betreffen ausschließlich die Verschiebung der Einkommensgrenze für den 42-Prozent-Satz.
4. Praktische Relevanz: Abfindungen und Kapitalerträge im Blick behalten
Wer im Jahr 2026 eine Abfindung erhält oder hohe Kapitalerträge erzielt, kann schnell in den Bereich des Spitzensteuersatzes geraten. Für Abfindungen gibt es steuerliche Besonderheiten wie die Fünftelregelung. Den möglichen steuerlichen Effekt können Betroffene vorab mit dem Abfindung-versteuern-Rechner einschätzen. Wer Kapitalerträge aus Dividenden plant, findet im Dividenden-Rechner eine nützliche Orientierungshilfe.
Quellen
- Spitzensteuersatz 2026: Höhe & Einkommensgrenze – Finanztip
- Spitzensteuersatz – wer zahlt wie viel? – steuern.de
- Ihre Finanzen 2026 – ING
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Spitzensteuersatz in Deutschland im Jahr 2026?
Der Spitzensteuersatz beträgt in Deutschland weiterhin 42 Prozent. Er greift im Jahr 2026 ab einem zu versteuernden Einkommen von 69.879 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (2025: 68.481 Euro) wurde die Einkommensgrenze leicht angehoben.
Gibt es in Deutschland einen Steuersatz, der über 42 Prozent liegt?
Ja. Seit 2007 ist der Spitzensteuersatz nicht mehr der höchste Steuersatz in Deutschland. Es gibt zusätzlich die sogenannte Reichensteuer: Der Höchststeuersatz von 45 Prozent greift ab einem zu versteuernden Einkommen von 277.826 Euro. Pläne sehen künftig sogar einen zweiten Reichensteuersatz von 47 Prozent ab 280.000 Euro vor.
Zahle ich auf mein gesamtes Einkommen den Spitzensteuersatz von 42 Prozent?
Nein. In Deutschland gilt das Prinzip der Progression: Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent wird nur auf den Teil des Einkommens erhoben, der die Grenze von 69.879 Euro übersteigt. Einkommen unterhalb dieser Grenze wird zu niedrigeren Steuersätzen besteuert.
Ab wann soll der Spitzensteuersatz laut aktuellen Plänen noch später greifen?
Laut dem Steuerfortentwicklungsgesetz soll der Spitzensteuersatz von 42 Prozent im Jahr 2027 erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 70.600 Euro greifen. Die Einkommensgrenze wird damit erneut leicht nach oben verschoben.
Was ändert sich 2026 bei der Reichensteuer im Vergleich zu früher?
Geplant ist, dass der bisherige Höchststeuersatz von 45 Prozent künftig bereits ab 250.000 Euro greift, was rund 28.000 Euro früher wäre als bisher. Zusätzlich ist ein neuer zweiter Reichensteuersatz von 47 Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von 280.000 Euro vorgesehen.