Stellantis verkauft seine Carsharing-Sparte Free2move an die deutsche Investmentgesellschaft Mutares. Der weltweite Carsharing-Markt hatte 2025 einen Wert von 9,6 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss des Deals ist bis Ende 2026 geplant. Free2move ist seit 2016 in Europa und seit 2017 in den USA aktiv und damit eine der etablierten Plattformen für spontane Mobilität ohne eigenes Fahrzeug. Der Verkauf zeigt, dass große Automobilhersteller zunehmend auf ihr Kerngeschäft setzen und Mobilitätsdienste abgeben. Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland stellt sich die Frage, wie sich Betrieb, Verfügbarkeit und Tarife des Dienstes unter dem neuen Eigentümer entwickeln. Mutares hat angekündigt, das Geschäft weiterzuführen und den Übergang zur Elektromobilität voranzutreiben.
Stellantis hat am 28. Juli 2026 den Verkauf seiner gesamten Beteiligung an der Free2move-Carsharing-Sparte an die deutsche Investmentgesellschaft Mutares SE & Co. bekanntgegeben. Der Konzern zieht sich damit aus dem Carsharing-Geschäft in Europa und den USA zurück und konzentriert sich künftig auf sein Kerngeschäft: die Fahrzeugproduktion.
Hintergrund: Was ist Free2move?
Free2move wurde 2016 vom PSA-Peugeot-Citroën-Konzern als Mobilitäts- und Carsharing-Plattform gegründet und 2017 auch in den USA eingeführt. Nach der Fusion von PSA und Fiat Chrysler Automobiles im Jahr 2021 wurde das Angebot unter dem Dach von Stellantis weitergeführt, unter anderem um EV-Ladevorgänge und Energiedienstleistungen erweitert. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen Bedingungen.
Stellantis begründet den Schritt mit seiner Strategie “FaSTLAne 2030”, die im Mai vorgestellt wurde. Diese sieht Investitionen von 70 Milliarden US-Dollar vor und zielt auf die Verbesserung der Profitabilität der Kernmarken ab. Der Münchener Erwerber Mutares hat angekündigt, das Carsharing-Geschäft weiterzuentwickeln, einschließlich des Übergangs zu batterie-elektrischen Fahrzeugen.
Praktische Implikationen für Verbraucher
1. Nutzung von Free2move bleibt vorerst bestehen
Der Betrieb von Free2move läuft nach aktuellem Stand weiter. Mutares hat signalisiert, das Geschäft fortzuführen und in die Elektrifizierung der Flotte zu investieren. Für bestehende Nutzerinnen und Nutzer ändert sich kurzfristig nichts. Allerdings können bei einem Eigentümerwechsel mittelfristig Anpassungen bei Konditionen, Verfügbarkeit oder Buchungsmodalitäten nicht ausgeschlossen werden.
2. Der Carsharing-Markt wächst trotzdem weiter
Der globale Carsharing-Markt erreichte laut Marktdaten 2025 einen Wert von 9,6 Milliarden US-Dollar. Der Rückzug eines großen Automobilkonzerns bedeutet nicht zwingend eine Schwächung des Marktes, sondern eine Neuverteilung unter spezialisierten Anbietern. Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren davon, dass Anbieter wie Mutares gezielt in die Weiterentwicklung von Carsharing-Diensten investieren wollen.
3. Kosten für spontane Mobilität im Blick behalten
Wer regelmäßig Carsharing nutzt oder zwischen Carsharing und einem eigenen Fahrzeug abwägt, sollte die Gesamtkosten realistisch einschätzen. Besonders bei steigenden Mobilitätskosten lohnt ein genauer Vergleich: Mit dem Auto-Unterhaltskosten-Rechner lässt sich ermitteln, was ein eigenes Fahrzeug monatlich tatsächlich kostet. Wer ein eigenes Auto finanzieren möchte, findet mit dem Autokredit-Rechner eine schnelle Übersicht über Raten und Laufzeiten.
4. E-Auto als Alternative im Blick
Mutares hat angekündigt, Free2move in Richtung Elektromobilität weiterzuentwickeln. Wer selbst über den Kauf eines Elektrofahrzeugs nachdenkt, kann mit dem E-Auto-Rechner Kosten und mögliche Ersparnisse gegenüberstellen. Auch die laufenden Ladekosten lassen sich mit dem Ladekosten-E-Auto-Rechner konkret durchrechnen.
Ob sich Carsharing gegenüber einem eigenen Fahrzeug langfristig rechnet, hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Der Ratgeber zum Auto-Unterhaltskosten-Rechner gibt dabei eine strukturierte Entscheidungshilfe.
Quellen
- Stellantis to sell off car-sharing unit to concentrate on core operations – WardsAuto
- Stellantis sells car-sharing business as CEO Filosa focuses on core auto-making – Reuters
- Car Sharing Markt – Analyse, Trends und Automatisierung im Jahr 2026 – Parseur
Häufige Fragen
Was genau verkauft Stellantis und an wen?
Stellantis veräußert seinen gesamten Anteil an der Carsharing-Tochter Free2move an das deutsche Investmentunternehmen Mutares SE & Co. mit Sitz in München. Free2move wurde 2016 ursprünglich von der PSA-Gruppe (Peugeot-Citroën) gegründet und betrieb Carsharing-Dienste in Europa und den USA. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen Genehmigungsbedingungen.
Warum zieht sich Stellantis aus dem Carsharing zurück?
Der Konzern richtet seine Strategie neu aus und konzentriert sich künftig auf das Kerngeschäft, also die Entwicklung und Produktion von Fahrzeugen. Grundlage dafür ist der sogenannte FaSTLAne-2030-Plan, der im Mai vorgestellt wurde und Investitionen von rund 70 Milliarden US-Dollar vorsieht. Das Ziel ist eine höhere Profitabilität der wichtigsten Fahrzeugmarken. Mobilitätsdienstleistungen wie Carsharing gelten dabei nicht mehr als strategisch zentrales Geschäftsfeld.
Was bedeutet der Verkauf für Nutzerinnen und Nutzer von Free2move in Deutschland?
Der neue Eigentümer Mutares hat angekündigt, das Geschäft weiterzuentwickeln und dabei auch den Übergang zu batterieelektrischen Fahrzeugen voranzutreiben. Ein sofortiger Einschnitt für Kundinnen und Kunden ist derzeit nicht angekündigt. Da der Abschluss des Deals erst bis Ende 2026 erwartet wird, läuft der Betrieb vorerst unter den bestehenden Strukturen weiter. Konkrete Änderungen beim Angebot oder den Tarifen wurden bislang nicht kommuniziert.
Ist der Rückzug eines großen Anbieters ein Zeichen für eine Krise im Carsharing-Markt?
Nicht zwingend. Der weltweite Carsharing-Markt erreichte 2025 einen Wert von 9,6 Milliarden US-Dollar und wächst weiter. Künstliche Intelligenz verbessert dabei zunehmend Flottenmanagement und Buchungsprozesse. Der Schritt von Stellantis ist weniger ein Zeichen für einen schrumpfenden Markt als vielmehr eine Folge der konzerninternen Neuausrichtung auf das klassische Fahrzeuggeschäft. Spezialisierte Investoren wie Mutares sehen im Carsharing weiterhin Wachstumspotenzial.
Welche Folgen hat der Deal für die Elektromobilitätsstrategie von Free2move?
Mutares hat ausdrücklich betont, die Entwicklung von Free2move einschließlich des Übergangs zu Elektrofahrzeugen fortsetzen zu wollen. Unter Stellantis war die Marke Free2move bereits für EV-Ladetechnologie und Energiedienstleistungen in den USA bekannt. Ob und in welchem Umfang dieser Bereich nach dem Eigentümerwechsel in Deutschland ausgebaut wird, bleibt abzuwarten. Der Abschluss des Deals wird frühestens Ende 2026 erwartet.
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