Eine Untersuchung der Unternehmensberatung BearingPoint unter 55 deutschen Stromnetzbetreibern zeigt: Die meisten Betreiber liefern auf Anfragen zu Genehmigungsprozessen für Wärmepumpen, Solaranlagen, Batteriespeicher und Wallboxen unzureichende oder gar keine Antworten. Wer eine Solaranlage, Wärmepumpe oder Wallbox installieren möchte, ist auf die Genehmigung des zuständigen Netzbetreibers angewiesen. Bleiben Anfragen unbeantwortet, verzögern sich Projekte erheblich. Hinzu kommt: Deutschland zählt 851 Verteilnetzbetreiber, deren Strukturen laut Fachleuten zu kleinteilig und damit ineffizient sind. Steigende Investitionsanforderungen und eine komplexe Regulierung verschärfen den Druck. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten frühzeitig planen und ihren Netzbetreiber proaktiv kontaktieren.
Stromnetzbetreiber kommen mit Genehmigungen nicht hinterher: Was das für Verbraucher bedeutet
Viele Stromnetzbetreiber in Deutschland sind mit der steigenden Nachfrage nach Genehmigungen für Wärmepumpen, Solaranlagen, Batteriespeicher und Wallboxen überfordert. Das zeigt eine Befragung der Management- und Technologieberatung BearingPoint unter 55 Stromnetzbetreibern unterschiedlicher Größe aus ganz Deutschland. Das Ergebnis: überwiegend unzureichende oder gar keine Antworten sowie fehlende Transparenz bei Melde- und Genehmigungsprozessen.
Fragmentierte Netzstruktur als Strukturproblem
Deutschland zählt derzeit 851 Verteilnetzbetreiber, die den Strom bis zum Hausanschluss bringen. Dabei handelt es sich überwiegend um kommunale Stadtwerke. Wie das Handelsblatt berichtet, steht die Branche seit Jahren unter Konsolidierungsdruck. Kritiker bemängeln, die Strukturen seien zu kleinteilig und dadurch ineffizient. Branchenvertreter weisen diesen Vorwurf zwar zurück, zeigen sich angesichts wachsender Anforderungen jedoch offen für Kooperationen, um Effizienzpotenziale zu erschließen.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) benennt als zentrale Herausforderungen den wachsenden Investitionsbedarf, steigende Anforderungen an den Netzbetrieb, die Digitalisierung sowie eine zunehmend komplexe Regulierung. Das hohe Transformationstempo bringe die Betreiber zusätzlich unter Druck.
Praktische Folgen für Verbraucher
1. Längere Wartezeiten bei Anmeldungen Wer eine Solaranlage, eine Wärmepumpe, einen Batteriespeicher oder eine Wallbox installieren möchte, muss diese beim zuständigen Netzbetreiber anmelden oder genehmigen lassen. Bleibt die Antwort aus oder ist sie unvollständig, kann sich der Anschluss und damit die Inbetriebnahme der Anlage erheblich verzögern. Planen Sie daher frühzeitig und stellen Sie Anfragen schriftlich mit Dokumentation.
2. Fehlende Transparenz erschwert die Planung Die BearingPoint-Befragung zeigt, dass viele Netzbetreiber keine klaren Informationen zu den erforderlichen Prozessen bereitstellen. Das macht es für Verbraucher schwierig, die Kosten und den Zeitrahmen eines Projekts realistisch einzuschätzen. Wer etwa eine Photovoltaikanlage plant, sollte vorab prüfen, wie der zuständige Netzbetreiber erreichbar ist und welche Unterlagen konkret erforderlich sind. Den zu erwartenden Ertrag lässt sich vorab mit dem Photovoltaik-Rechner abschätzen.
3. Einspeisevergütung kann sich verzögern Erst nach erfolgreicher Anmeldung und Inbetriebnahme beginnt die Einspeisevergütung zu laufen. Verzögerungen durch langsame Genehmigungsprozesse verschieben damit auch den finanziellen Rückfluss. Mit dem Einspeisevergütung-Rechner lässt sich die erwartete Vergütung kalkulieren, sobald die Rahmendaten bekannt sind. Auch die Amortisationsdauer einer PV-Anlage lässt sich vorab mit dem PV-Amortisations-Rechner einschätzen.
4. Wärmepumpen-Projekte betroffen Auch Wärmepumpen müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden, da sie den lokalen Strombedarf erhöhen. Verzögerte Rückmeldungen können den Installationstermin verschieben und zusätzliche Kosten verursachen. Wer den Umstieg plant, findet mit dem Wärmepumpen-Rechner und dem Vergleichsrechner Gasheizung vs. Wärmepumpe eine Entscheidungsgrundlage.
Quellen
- Energie- und Wärmewende: Stromnetzbetreiber scheitern am Strom der Kundenanfragen – BearingPoint GmbH, Presseportal, 25.04.2023
- Energiewende: Braucht Deutschland wirklich 851 Stromnetzbetreiber? – Handelsblatt
Häufige Fragen
Warum dauert die Genehmigung meiner Solaranlage oder Wärmepumpe beim Stromnetzbetreiber so lange?
Viele Stromnetzbetreiber in Deutschland sind mit der gestiegenen Zahl an Kundenanfragen und Genehmigungsprozessen schlicht überlastet. Eine Untersuchung der Managementberatung BearingPoint bei 55 Netzbetreibern ergab, dass die Mehrheit auf Anfragen zu Melde- und Genehmigungsverfahren für Solaranlagen, Wärmepumpen, Batteriespeicher und Wallboxen unzureichend oder gar nicht antwortete. Fehlende Transparenz bei den Prozessen verschärft die Situation zusätzlich.
Wie viele Stromnetzbetreiber gibt es in Deutschland, und ist das zu viele?
In Deutschland sind derzeit 851 Verteilnetzbetreiber aktiv, die den Strom bis zum Hausanschluss liefern. Der Großteil davon sind kommunale Stadtwerke. Fachleute und Branchenverbände diskutieren seit Jahren, ob diese kleinteiligen Strukturen effizient genug sind, um die Anforderungen der Energiewende zu bewältigen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) bestätigt, dass der wachsende Investitionsbedarf, steigende Anforderungen an den Netzbetrieb, Digitalisierung und eine komplexe Regulierung die Betreiber zunehmend unter Druck setzen.
Was plant die Branche, um mit dem hohen Transformationstempo der Energiewende Schritt zu halten?
Die Verteilnetzbetreiber setzen verstärkt auf Kooperationen untereinander, um Effizienzpotenziale zu erschließen und dem wachsenden Konsolidierungsdruck zu begegnen. Fachleute begrüßen diesen Ansatz grundsätzlich. Gleichzeitig besteht erheblicher Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Genehmigungsprozesse sowie bei der Bereitstellung verständlicher Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Welche Anlagen sind von den stockenden Genehmigungsprozessen besonders betroffen?
Betroffen sind vor allem Anlagen, die im Zuge der Energie- und Wärmewende stark nachgefragt werden: Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen), Wärmepumpen, Batteriespeicher sowie Wallboxen und Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Gerade bei diesen Technologien sind die Melde- und Genehmigungspflichten gegenüber dem jeweils zuständigen Netzbetreiber gesetzlich vorgeschrieben, was die Abhängigkeit von dessen Reaktionsfähigkeit besonders spürbar macht.
Was kann ich als Verbraucher tun, wenn mein Netzbetreiber nicht oder kaum auf meine Anfrage reagiert?
Zunächst empfiehlt es sich, die Anfrage schriftlich und mit konkreter Fristsetzung zu stellen, um einen Nachweis zu haben. Bei anhaltender Nichtreaktion können Verbraucherinnen und Verbraucher die Bundesnetzagentur als zuständige Regulierungsbehörde einschalten, die für die Aufsicht über Netzbetreiber zuständig ist. Zusätzlich kann eine Beratung durch einen unabhängigen Energieberater helfen, die nächsten Schritte rechtssicher zu planen.
Dieser Artikel wurde von einem KI-System automatisiert erstellt. Kennzeichnung gemäß Art. 50 der EU-KI-Verordnung.