US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Importzölle auf Autos und Lkw aus der EU ab der kommenden Woche auf 25 Prozent anzuheben. Laut Experten trifft das vor allem deutsche Hersteller, da Exporte anderer europäischer Autobauer in die USA laut Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer “unwesentlich” seien. Wer ein Auto kauft oder verkauft, spürt Zollentscheidungen dieser Größenordnung direkt: Höhere Importabgaben verteuern Fahrzeuge aus Europa im US-Markt und können Hersteller wie Audi und Porsche stärker belasten als BMW und Mercedes, die bereits US-Werke betreiben. Für Verbraucher und Beschäftigte in der deutschen Automobilindustrie bedeutet das mehr Unsicherheit. Die EU hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt.
Ab der Woche nach dem 1. Mai 2026 sollen laut einer Ankündigung von US-Präsident Donald Trump Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autos und Lastwagen aus der Europäischen Union gelten. Das gab Trump auf seiner Plattform Truth Social bekannt. Als Begründung nannte er, die EU habe sich nicht an ein vereinbartes Handelsabkommen gehalten, wobei zunächst unklar blieb, auf welche konkreten Punkte er sich bezog.
Was Trump angekündigt hat
Trump schrieb, der Zollsatz auf Fahrzeuge aus der EU werde auf 25 Prozent angehoben. Ausgenommen sind laut Trump Autos und Lastwagen, die in den USA produziert werden, auch wenn sie von EU-Herstellern stammen. Ziel sei es, Autohersteller weltweit zu mehr Produktion in den USA zu bewegen. Trump verwies auf Investitionen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar, die in zahlreiche neue US-Produktionsstätten fließen sollen. Die EU kündigte Gegenmaßnahmen an.
Deutsche Hersteller besonders im Fokus
Laut Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Forschungszentrums CAR in Bochum, wären vor allem deutsche Autobauer von den Zöllen betroffen. Er begründete das damit, dass die Exporte anderer europäischer Hersteller in die USA “unwesentlich” seien. Zwar richtet sich Trumps Vorgehen formal gegen die EU als Ganzes, da Zollpolitik EU-Kompetenz ist, die Maßnahmen ließen sich aber als gezielt gegen Deutschland gerichtet interpretieren.
Innerhalb der deutschen Hersteller erwartet Dudenhöffer unterschiedliche Betroffenheit: Audi und Porsche würden die Zölle stärker treffen als BMW und Mercedes. Das hängt damit zusammen, welcher Anteil der Fahrzeuge in Europa gefertigt und anschließend in die USA exportiert wird, und in welchem Umfang Produktionsstätten bereits in den USA betrieben werden.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass vieles noch unklar sei. Trump hat in der Vergangenheit wiederholt Zölle angedroht, die anschließend nicht oder in abgeänderter Form umgesetzt wurden.
Praktische Folgen für Verbraucher
1. Höhere Preise für Neuwagen aus Europa Wenn Importzölle von 25 Prozent auf europäische Fahrzeuge in den USA gelten, verteuern sich diese Modelle für US-Käufer erheblich. Für Verbraucher in Deutschland sind direkte Preiseffekte an dieser Stelle zunächst nicht zu erwarten. Mittelbar könnten jedoch sinkende Absatzzahlen der deutschen Hersteller auf dem US-Markt zu Produktionsanpassungen und wirtschaftlichem Druck in Deutschland führen.
2. Mögliche Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt Weniger Exporte bedeuten für die betroffenen Hersteller und ihre Zulieferer potenziell weniger Aufträge und Umsatz. Ob das konkrete Folgen für Beschäftigung und Löhne in Deutschland hat, hängt von Ausmaß und Dauer der Zölle ab. Wer seinen Nettolohn und seine monatlichen Kosten im Blick behalten möchte, kann unseren Auto-Unterhaltskosten-Rechner nutzen.
3. Leasing und Autokredit könnten sich verändern Wenn sich die Fahrzeugpreise durch veränderte Absatz- und Produktionsstrategien der Hersteller verschieben, beeinflusst das auch Leasing- und Kreditkonditionen. Mit unserem Autokredit-Rechner lässt sich die monatliche Belastung bei einem Fahrzeugkauf schnell berechnen. Wer Leasing prüft, findet mit dem Leasing-Rechner einen guten Ausgangspunkt für den Vergleich.
4. Elektroautos könnten an Bedeutung gewinnen Hersteller, die unter Kostendruck geraten, könnten ihre Strategie neu ausrichten und den Fokus stärker auf die US-Produktion legen. Für Verbraucher in Deutschland, die ohnehin einen Fahrzeugwechsel planen, kann die Frage nach einem Elektroauto relevant sein. Unser E-Auto-Rechner hilft dabei, Kosten und Ersparnisse gegenüberzustellen.
Quellen
- Trumps Zölle würden deutsche Hersteller laut Experten besonders treffen – tagesschau.de
- US-Präsident Trump kündigt Zollerhöhung für Autos aus der EU an – zeit.de
- Donald Trump erhöht Zölle auf Autos und Lkw aus der EU auf 25 Prozent – spiegel.de
Häufige Fragen
Wie hoch sind die neuen US-Zölle auf Autos aus der EU, und ab wann gelten sie?
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der Europäischen Union auf 25 Prozent anzuheben. Die Erhöhung soll laut Trump ab der Woche nach seiner Ankündigung vom 1. Mai 2026 in Kraft treten.
Warum begründet Trump diese Zollerhöhung?
Trump wirft der EU vor, sich nicht an ein vereinbartes Handelsabkommen gehalten zu haben. Auf welche konkreten Punkte er sich dabei bezieht, war zunächst unklar. Zusätzlich will er mit den Zöllen Autohersteller weltweit dazu bewegen, mehr Fahrzeuge direkt in den USA zu produzieren.
Welche deutschen Autohersteller sind besonders stark betroffen?
Laut Experte Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Forschungszentrums CAR in Bochum, sind deutsche Hersteller unterschiedlich stark betroffen. Audi und Porsche dürften die Zölle stärker zu spüren bekommen als BMW und Mercedes. Der Grund: BMW und Mercedes produzieren bereits Fahrzeuge in den USA und sind damit teilweise vor den neuen Abgaben geschützt.
Können Hersteller die Zölle umgehen, wenn sie in den USA produzieren?
Ja. Trump hat ausdrücklich festgelegt, dass Fahrzeuge von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, von den 25-prozentigen Zöllen ausgenommen sind. Das verschafft Herstellern mit bestehenden US-Werken einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber jenen, die ausschließlich in Europa fertigen.
Wie reagiert die EU auf die Zollankündigung?
Die EU hat mit Gegenmaßnahmen gedroht. Konkrete Details zu möglichen Gegenzöllen oder anderen Maßnahmen waren zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht bekannt. Grundsätzlich fällt die Zollpolitik in die Zuständigkeit der EU, nicht der einzelnen Mitgliedsstaaten.