Die Bundesregierung leitet am 19. Mai 2026 die Reprivatisierung des Energiekonzerns Uniper ein. Der Bund hält derzeit 99,12 Prozent der Anteile und muss diese laut EU-Kommission bis Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. Interessenten können sich bis zum 12. Juni beim Finanzministerium melden. Uniper wurde 2022 während der Energiekrise für knapp 20 Milliarden Euro verstaatlicht. Nun kehrt der Konzern mit einem Börsenwert von rund 18 Milliarden Euro in private Hand zurück. Für Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist relevant, wie viel der Bund beim Verkauf erlöst und ob ausländische Investoren einsteigen. Eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie sichert dem Staat weiterhin Mitsprache bei einem systemrelevanten Energieversorger.
Reprivatisierung von Uniper: Bundesregierung startet Börsengang oder Verkauf
Die Bundesregierung hat am 19. Mai 2026 formal den Wiederverkauf des Energiekonzerns Uniper eingeleitet. Eine Anzeige in der Financial Times machte den Prozess öffentlich. Der Bund hält derzeit 99,12 Prozent an dem Düsseldorfer Gasversorger und muss seinen Anteil bis Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. So schreibt es die Europäische Kommission vor, die verhindern will, dass Uniper dauerhaft von staatlichen Beihilfen profitiert.
Hintergrund: Verstaatlichung in der Energiekrise 2022
Uniper wurde während der Energiekrise 2022 verstaatlicht. Zusammen mit der ebenfalls staatlich übernommenen früheren Gazprom-Tochter Sefe kostete die Rettung beider Unternehmen den Steuerzahler insgesamt fast 20 Milliarden Euro, wie das Energynewsmagazine berichtet. Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro.
Wie läuft der Verkauf ab?
Das Finanzministerium hat laut Handelsblatt drei Wege geprüft:
- Direktverkauf eines oder mehrerer Aktienpakete an langfristig orientierte Investoren
- Börsengang von Uniper
- Kombination aus beiden Varianten
Unternehmen, die Interesse an einer Beteiligung haben, konnten sich bis zum 12. Juni beim Finanzministerium melden. Eine endgültige Entscheidung über Form, Umfang und Zeitpunkt war laut Tagesschau zum Zeitpunkt der Bekanntmachung noch nicht gefallen. Neue Eigentümer könnten auch aus dem Ausland kommen.
Der Bund will mindestens 25 Prozent plus eine Aktie behalten, um eine Sperrminorität zu sichern und weiterhin Einfluss auf das für die Energieversorgung wichtige Unternehmen ausüben zu können. Ein Verkauf einzelner Geschäftsteile ist ausgeschlossen.
Praktische Implikationen für Verbraucher
1. Mögliche Auswirkungen auf den Gaspreis
Uniper ist einer der größten Gasimporteure und -versorger in Deutschland. Eine Privatisierung könnte die Unternehmensstrategie und damit mittelfristig auch Gaspreise beeinflussen. Verbraucher sollten ihren Gasverbrauch im Blick behalten. Mit dem Gasabschlag-Rechner lässt sich die monatliche Abschlagszahlung überprüfen und einordnen.
2. Strom- und Energiekosten beobachten
Als großer Energieanbieter hat Uniper indirekt Einfluss auf den Strommarkt. Wer seine Stromkosten kennen möchte, kann diese mit dem Stromkostenrechner berechnen und bei einem Anbieterwechsel auf veränderte Marktbedingungen reagieren.
3. Alternativen zur fossilen Energie prüfen
Die Reprivatisierung eines großen Gasversorgers ist ein weiterer Anlass, eigene Energiequellen zu diversifizieren. Wer eine Photovoltaikanlage erwägt, kann mit dem PV-Amortisationsrechner berechnen, ab wann sich die Investition rechnet. Für Balkonkraftwerke bietet sich der Balkonkraftwerk-Ertrag-Rechner an.
4. Rendite aus einem möglichen Börsengang einschätzen
Sollte Uniper an die Börse gehen, könnten Privatanleger Aktien erwerben. Wer prüfen möchte, wie sich eine Kapitalanlage entwickeln kann, findet mit dem Rendite-Rechner und dem ETF-Sparplan-Rechner hilfreiche Werkzeuge zur Einschätzung.
Quellen
- Bund startet Verkauf seiner Anteile am Energiekonzern Uniper – Tagesschau, 19.05.2026
- Uniper: Bundesregierung startet Reprivatisierung von Uniper – Handelsblatt, 19.05.2026
- Deutsche Regierung bringt Uniper-Wiederverkauf auf den Weg – Energynewsmagazine, 19.05.2026
Häufige Fragen
Warum verkauft der Bund seine Anteile an Uniper?
Die Europäische Kommission hat die Bundesregierung verpflichtet, ihre Beteiligung an Uniper bis Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Damit soll verhindert werden, dass Uniper dauerhaft staatliche Beihilfen erhält, die den Wettbewerb verzerren. Der Bund hatte den Düsseldorfer Energiekonzern im Jahr 2022 während der Energiekrise verstaatlicht.
Wie hoch ist die aktuelle Beteiligung des Bundes an Uniper?
Der Bund hält derzeit 99,12 Prozent der Anteile an Uniper. Diese Beteiligung entstand im Zuge der Verstaatlichung während der Energiekrise 2022, für die der Staat zusammen mit der ebenfalls verstaatlichten Sefe insgesamt fast 20 Milliarden Euro aufwendete.
Wie soll der Verkauf von Uniper konkret ablaufen?
Die Bundesregierung prüft mehrere Wege: einen direkten Verkauf von Aktienpaketen an langfristig orientierte Investoren, einen Börsengang oder eine Kombination aus beiden Optionen. Interessenten können sich bis zum 12. Juni beim Bundesfinanzministerium melden. Eine endgültige Entscheidung über Form und Zeitpunkt ist noch nicht gefallen.
Behält der Bund nach dem Verkauf noch Einfluss auf Uniper?
Ja. Der Bund plant, dauerhaft 25 Prozent plus eine Aktie an Uniper zu behalten. Diese sogenannte Sperrminorität erlaubt es dem Staat, bei wichtigen Unternehmensentscheidungen ein Veto einzulegen und so Einfluss auf den für die Energieversorgung bedeutenden Konzern zu sichern. Ein Verkauf einzelner Geschäftsteile von Uniper ist dabei ausgeschlossen.
Wie viel ist Uniper aktuell wert?
Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro. Wie viel der Bund durch den Teilverkauf seiner Anteile erlösen wird, hängt von der gewählten Verkaufsform, dem Zeitpunkt und der Marktlage ab. Eine konkrete Summe wurde von der Bundesregierung bislang nicht genannt.