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Wohnungsbaukrise: Vorkaufsrecht und Forderungen der Bauverbände

Bauverbände fordern schnellere Maßnahmen gegen die Wohnungskrise. Die Bundesregierung plant, das städtische Vorkaufsrecht zu stärken. Was das bedeutet.

RE
Redaktion
15. Juni 2026
Wohnungsbaukrise: Vorkaufsrecht und Forderungen der Bauverbände

Bauverbände und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt warnen in einem gemeinsamen Positionspapier vor einer Wohnungslücke von rund 800.000 fehlenden Wohnungen in Deutschland und fordern von der Politik sofortige Maßnahmen zur Belebung des Wohnungsbaus (Quellen: dpa, Verbändebündnis Wohnungsbau, 10. Juni 2026). Seit 2020 sind die Baukosten um über 42 Prozent gestiegen, die Investitionen gehen zurück, und das DIW erwartet für dieses Jahr einen nominalen Rückgang des Wohnungsbauvolumens um 5,4 Prozent. Für den Staat bedeutet das Steuerausfälle von fast 5 Milliarden Euro. Das Verbändebündnis Wohnungsbau beziffert den jährlichen Förderbedarf auf 23 Milliarden Euro. Für Mieter und Kaufinteressenten verschärft sich damit der Druck auf dem Wohnungsmarkt weiter.

Wohnungsbau-Krise: Bauverbände fordern Tempo und mehr Förderung

Angesichts einer wachsenden Wohnungslücke von bis zu 800.000 fehlenden Einheiten haben führende Bauverbände und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Bundesregierung aufgefordert, den Wohnungsbau mit konkreten Maßnahmen zu beschleunigen. Das gemeinsame Positionspapier des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie und der IG BAU wurde anlässlich eines Treffens der Koalitionsspitzen mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften im Bundeskanzleramt vorgelegt (Stand: 10. Juni 2026).

Hintergrund: Freie Kapazitäten, fehlende Rahmenbedingungen

Die Baubranche beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2,6 Millionen Menschen und erwirtschaftet eine jährliche Wertschöpfung von über 150 Milliarden Euro. Derzeit bestehen in der Branche laut den Verbänden freie Kapazitäten, “die eine Erholung rasch tragen könnten, sobald die Rahmenbedingungen stimmen”. Die Verbände benennen drei Hebel, an denen die Politik ansetzen solle:

  1. Investitionsbereitschaft von Bauträgern und Investoren stärken
  2. Investitionsfähigkeit privater Haushalte verbessern
  3. Vorhandene Kapazitäten in der Branche aktivieren

Das Verbändebündnis Wohnungsbau beziffert den jährlichen Förderbedarf auf 23 Milliarden Euro, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Seit 2020 sind die Baukosten laut Verbändebündnis um über 42 Prozent gestiegen, die Gesamtinvestitionen in den Wohnungsbau sind rückläufig. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für das laufende Jahr einen nominalen Rückgang des Wohnungsbauvolumens von 5,4 Prozent, was dem Staat nach Verbandsangaben ein Minus von fast 5 Milliarden Euro bei den Steuereinnahmen beschere.

Das Verbändebündnis fordert zudem eine Sonderförderung für den Wohnungsneubau und kritisiert, dass in Deutschland derzeit nur noch teurer Wohnungsbau gefördert werde. Das Fehlen von 800.000 Wohnungen sei “sozialer Sprengstoff” und drohe weiten Teilen der Wirtschaft massiv zu schaden.

Praktische Implikationen für Verbraucher

1. Kaufen oder mieten: Die Entscheidung bleibt schwierig

Solange das Angebot knapp bleibt und die Baukosten hoch sind, dürften die Immobilienpreise in gefragten Lagen unter Druck stehen. Wer den Kauf einer Immobilie erwägt, sollte die Gesamtkosten sorgfältig durchrechnen. Der Kauf-vs.-Miete-Rechner hilft dabei, beide Optionen systematisch gegenüberzustellen.

2. Eigenkapital und Nebenkosten realistisch einplanen

Höhere Baukosten schlagen sich auch in höheren Kaufpreisen und damit in höheren Nebenkosten beim Erwerb nieder. Dazu zählen unter anderem Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten. Mit dem Eigenkapital-Hauskauf-Rechner, dem Grunderwerbsteuer-Rechner und dem Notarkosten-Hauskauf-Rechner lässt sich der tatsächliche Finanzbedarf vorab ermitteln.

3. Baufinanzierung und Tilgung im Blick behalten

Wer trotz der aktuellen Lage baut oder kauft, sollte die monatliche Belastung genau kalkulieren. Der Baufinanzierung-Rechner und der Tilgungsrechner geben Orientierung bei der Wahl der Finanzierungsstruktur. Wer bereits ein laufendes Darlehen hat, kann mit dem Sondertilgung-Rechner prüfen, wie sich außerplanmäßige Zahlungen auswirken.

4. Mietkosten und Wohnnebenkosten im Blick behalten

Wer zur Miete wohnt, sollte die laufenden Kosten kennen und regelmäßig prüfen. Der Warmmiete-Rechner und der Heizkosten-Wohnung-Rechner helfen, die tatsächliche monatliche Belastung transparent zu machen.


Quellen

Häufige Fragen

Wie groß ist die Wohnungslücke in Deutschland aktuell?

Das Verbändebündnis Wohnungsbau beziffert die fehlenden Wohnungen in Deutschland auf inzwischen rund 800.000 Einheiten. Die Bauverbände bezeichnen diesen Mangel als sozialen Sprengstoff, der auch weiten Teilen der Wirtschaft massiv schaden könne.

Warum steckt der Wohnungsbau in der Krise?

Mehrere Faktoren treffen gleichzeitig zusammen: Seit 2020 sind die Baukosten um über 42 Prozent gestiegen, die Gesamtinvestitionen in den Wohnungsbau sind rückläufig, und Baugenehmigungen liegen brach. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet für das laufende Jahr zudem einen nominalen Rückgang des Wohnungsbauvolumens von 5,4 Prozent.

Was fordern die Bauverbände von der Politik konkret?

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sowie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt haben in einem gemeinsamen Positionspapier drei Hebel benannt: die Stärkung der Investitionsbereitschaft von Bauträgern und Investoren, die Verbesserung der Investitionsfähigkeit privater Haushalte sowie die Aktivierung vorhandener Kapazitäten. Das Verbändebündnis Wohnungsbau fordert zusätzlich eine sofortige Sonderförderung für den Wohnungsneubau in Höhe von 23 Milliarden Euro pro Jahr.

Welche steuerlichen Folgen hat der Rückgang im Wohnungsbau für den Staat?

Der Rückgang des Wohnungsbauvolumens hat direkte Auswirkungen auf die Staatsfinanzen. Laut Berechnungen im Rahmen des Wohnungsbautags bedeutet der erwartete Rückgang für den Staat ein Minus von fast 5 Milliarden Euro bei den Steuereinnahmen.

Warum sehen die Bauverbände die Branche als Schlüssel für die Konjunktur?

Die Bauwirtschaft beschäftigt in Deutschland insgesamt rund 2,6 Millionen Menschen und erzielt eine jährliche Wertschöpfung von über 150 Milliarden Euro. Die Verbände betonen, dass derzeit freie Kapazitäten vorhanden seien, die eine wirtschaftliche Erholung rasch tragen könnten, sobald die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

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