Arbeitszeitrechner — Arbeitszeit, Stunden und Dezimalstunden berechnen
Mit dem Arbeitszeitrechner ermitteln Sie aus Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Pause Ihre tatsächliche Arbeitszeit — als Stundenangabe und als Dezimalwert für die Lohnabrechnung. Der Rechner prüft zusätzlich, ob die Pause der gesetzlichen Mindestdauer nach § 4 ArbZG entspricht und ob die Höchstarbeitszeit nach § 3 ArbZG eingehalten ist. Nachtschichten über Mitternacht werden korrekt erfasst.
Arbeitszeit
8:00 h
Dezimalstunden
8
Anwesenheit
9:00 h
Wochenstunden
40 h
Monatsstunden
173,33 h
Dezimalstunden sind der Wert für die Lohnabrechnung: 7:45 Stunden entsprechen 7,75. Hinweise zu Pausen und Höchstarbeitszeit geben die gesetzliche Regel wieder und ersetzen keine arbeitsrechtliche Beratung. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können abweichen.
Was der Arbeitszeitrechner berechnet
Die reine Zeitspanne zwischen Kommen und Gehen kann jede Uhr. Für den Stundenzettel brauchen Sie zwei andere Größen: die Arbeitszeit nach Abzug der Pause und denselben Wert in Dezimalstunden.
Der Unterschied zwischen beiden Schreibweisen ist die häufigste Fehlerquelle bei der Zeiterfassung. Sieben Stunden und 45 Minuten schreibt man als Zeitangabe 7:45, als Dezimalwert aber 7,75. Wer die 7,45 in ein Abrechnungssystem einträgt, verschenkt bei jedem solchen Tag 18 Minuten. Über ein Jahr mit 220 Arbeitstagen summiert sich das auf mehr als acht volle Arbeitstage.
Anwesenheit ist nicht Arbeitszeit
Ruhepausen zählen nicht zur Arbeitszeit und werden in aller Regel nicht bezahlt. Wer von 8 bis 17 Uhr im Betrieb ist und eine Stunde Mittagspause macht, hat neun Stunden Anwesenheit, aber acht Stunden Arbeitszeit. Der Rechner weist beides getrennt aus, weil für Lohn und Arbeitsschutz unterschiedliche Werte gelten.
Die gesetzlichen Grenzen
Zwei Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes prüft der Rechner mit:
Ruhepausen nach § 4 ArbZG. Bei mehr als sechs Stunden Arbeitszeit sind mindestens 30 Minuten Pause vorgeschrieben, bei mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten. Aufteilen ist erlaubt, solange jeder Abschnitt mindestens 15 Minuten dauert. Bis sechs Stunden besteht keine Pausenpflicht.
Höchstarbeitszeit nach § 3 ArbZG. Die werktägliche Arbeitszeit soll acht Stunden nicht überschreiten. Zehn Stunden sind möglich, aber nur wenn im Schnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen die acht Stunden eingehalten werden. Genau dieser Ausgleich geht in der Praxis oft unter: Die einzelnen langen Tage fallen niemandem auf, der Durchschnitt wird nie gebildet.
Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können abweichende Regelungen enthalten, teils günstigere, teils mit anderen Ausgleichszeiträumen. Der Rechner gibt die gesetzliche Grundregel wieder.
Nachtschichten und Schichtwechsel
Liegt das Arbeitsende vor dem Arbeitsbeginn, erkennt der Rechner eine Schicht über Mitternacht und rechnet bis zum Folgetag weiter. Aus 22:00 bis 06:00 Uhr werden so acht Stunden Anwesenheit statt einer negativen Zeitspanne.
Von der Tagesarbeitszeit zu Woche und Monat
Aus der Tagesarbeitszeit und den Arbeitstagen pro Woche ergeben sich Wochen- und Monatsstunden. Für den Monat wird die Woche mit dem Faktor 52 geteilt durch 12 hochgerechnet, also rund 4,33 Wochen. Acht Stunden an fünf Tagen ergeben damit 40 Wochenstunden und rund 173,33 Monatsstunden.
Dieser Monatswert ist die Grundlage, wenn aus einem Monatsgehalt ein Stundenlohn werden soll oder umgekehrt.
Passende Rechner
Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung
Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts von 2022 sind Arbeitgeber verpflichtet, ein System zur Erfassung der Arbeitszeit einzuführen — abgeleitet aus dem Arbeitsschutzgesetz.
Die Form ist nicht vorgeschrieben; auch Papier ist zulässig. Die Aufzeichnung darf an Beschäftigte delegiert werden, die Verantwortung für ein funktionierendes System bleibt aber beim Arbeitgeber.
Vertrauensarbeitszeit bleibt möglich
Vertrauensarbeitszeit bedeutet, dass die Lage der Arbeitszeit frei gestaltet wird — nicht, dass sie nicht erfasst wird. Beides schließt sich nicht aus.
Erfasst werden müssen Beginn, Ende und Dauer. Wer wann arbeitet, bleibt davon unberührt.
Elf Stunden Ruhezeit
Zwischen zwei Arbeitstagen sind nach § 5 ArbZG mindestens elf Stunden ununterbrochene Ruhezeit einzuhalten. In bestimmten Branchen kann auf zehn verkürzt werden, mit Ausgleich.
Praktisch relevant wird das beim abendlichen Beantworten von Mails: Eine Unterbrechung der Ruhezeit setzt diese neu in Gang. Wer um 22 Uhr noch arbeitet, darf regulär erst ab 9 Uhr wieder beginnen.
Gleitzeit und Arbeitszeitkonto
Beim Arbeitszeitkonto werden Plus- und Minusstunden verrechnet. Die Rahmenbedingungen — Kappungsgrenzen, Ausgleichszeiträume, Verfall — regeln Arbeits-, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.
Verfallsklauseln sind nur wirksam, wenn eine realistische Möglichkeit zum Abbau bestand. Wer wegen Arbeitsanfall nie abbauen konnte, verliert die Stunden nicht.
Reisezeit ist nicht automatisch Arbeitszeit
Bei Dienstreisen kommt es darauf an: Steuern Sie selbst das Fahrzeug, ist es in der Regel Arbeitszeit. Sind Sie Beifahrer oder im Zug und können frei über die Zeit verfügen, häufig nicht.
Vergütungsfragen und arbeitsschutzrechtliche Einordnung können dabei auseinanderfallen — was arbeitszeitrechtlich nicht zählt, kann vergütungspflichtig sein und umgekehrt.
Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft
Bereitschaftsdienst am vom Arbeitgeber bestimmten Ort zählt vollständig als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes, auch wenn nichts zu tun ist.
Rufbereitschaft zu Hause zählt dagegen nur mit den tatsächlichen Einsätzen — solange die Reaktionszeit die Freizeitgestaltung nicht erheblich einschränkt. Diese Grenze hat der Europäische Gerichtshof mehrfach präzisiert.
Spartipps: Arbeitszeitrechner
- 01 Rechnen Sie in Dezimalstunden, wenn Sie Zeiten weitergeben: 7:45 Stunden sind 7,75 — nicht 7,45. Dieser Übertragungsfehler ist die häufigste Ursache für falsche Stundenzettel.
- 02 Notieren Sie Pausen getrennt von der Anwesenheit. Wer Anwesenheit als Arbeitszeit meldet, überzeichnet seine Stunden und bekommt bei einer Prüfung Erklärungsbedarf.
- 03 Prüfen Sie bei regelmäßig langen Tagen den Sechsmonatsschnitt. Über 8 Stunden täglich ist zulässig, aber nur wenn der Durchschnitt stimmt — dieser Ausgleich wird in der Praxis oft vergessen.
Häufige Fragen: Arbeitszeitrechner
Wie rechne ich Arbeitszeit in Dezimalstunden um? expand_more
Wie viel Pause ist gesetzlich vorgeschrieben? expand_more
Zählt die Pause zur Arbeitszeit? expand_more
Wie lange darf ich am Tag höchstens arbeiten? expand_more
Wie berechne ich eine Nachtschicht über Mitternacht? expand_more
Wie komme ich von der Tagesarbeitszeit auf Monatsstunden? expand_more
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