Baufinanzierung berechnen — Darlehensbedarf, Rate und Beleihung
Bei einer Baufinanzierung berechnen Sie zuerst die Gesamtkosten aus Kaufpreis und Kaufnebenkosten und ziehen Ihr Eigenkapital ab. Die verbleibende Summe ist der Darlehensbedarf. Aus Darlehen, Sollzins und Tilgung ergibt sich die Monatsrate. Wichtige Kennzahlen sind zusätzlich die Eigenkapitalquote und die Beleihung, die die Konditionen der Bank beeinflussen.
Darlehensbedarf
362.000 €
Monatsrate
1.840 €
Eigenkapitalquote
21.6 %
Laufzeit im Modell
24.8 Jahre
So setzt sich die Finanzierung zusammen
Gesamtprojektkosten
462.000 €
inkl. 42.000 € Kaufnebenkosten
Beleihung im Modell
86.2 % des Kaufpreises
nützlich als grober Richtwert für die Finanzierung
Gesamte Zinskosten
185.962 €
bei konstanter Annuität ohne Sondertilgung
Vereinfachte Modellrechnung für eine klassische Baufinanzierung. Effektivzins, Zinsbindung, Sondertilgungen, Förderdarlehen und Bonität können die reale Finanzierung deutlich verändern.
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Formel
Zum Kaufpreis addieren Sie die Kaufnebenkosten, das ergibt die Gesamtkosten. Davon ziehen Sie das Eigenkapital ab und erhalten den Darlehensbedarf. Die Monatsrate ist der Darlehensbetrag multipliziert mit der Summe aus Sollzins und Tilgung in Prozent, geteilt durch 1.200.
D = (K + N) − E und R = D · (p + t) / 1200
- D
- Darlehensbedarf in Euro
- K
- Kaufpreis der Immobilie in Euro
- N
- Kaufnebenkosten in Euro
- E
- eingesetztes Eigenkapital in Euro
- R
- monatliche Rate in Euro (p = Sollzins %, t = Tilgung %)
Rechenbeispiel: 400.000 EUR Kaufpreis mit 100.000 EUR Eigenkapital
- 1
Kaufnebenkosten mit 10 % ansetzen: 400.000 × 10 %
= 40.000 EUR Nebenkosten
- 2
Gesamtkosten bilden: 400.000 + 40.000
= 440.000 EUR Projektkosten
- 3
Eigenkapital abziehen: 440.000 − 100.000
= 340.000 EUR Darlehensbedarf
- 4
Beleihung zum Kaufpreis: 340.000 ÷ 400.000
= 85 % Beleihung
- 5
Monatsrate bei 3,5 % Zins und 2 % Tilgung: 340.000 × 5,5 % ÷ 12
= 1.558,33 EUR pro Monat
Für eine Immobilie zu 400.000 EUR mit 100.000 EUR Eigenkapital brauchen Sie ein Darlehen von 340.000 EUR. Die Eigenkapitalquote liegt bei 22,7 Prozent, die Beleihung bei 85 Prozent. Die Monatsrate beträgt 1.558,33 EUR, über die Laufzeit fallen rund 201.273 EUR Zinsen an.
Typische Fehler
errorNur mit dem Kaufpreis gerechnet, Nebenkosten vergessen
Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler summieren sich je nach Bundesland auf 8 bis 12 Prozent. Diese Kaufnebenkosten müssen meist aus Eigenkapital gedeckt werden und erhöhen den tatsächlichen Kapitalbedarf erheblich.
errorDas gesamte Ersparte als Eigenkapital eingesetzt
Ein Teil des Vermögens sollte als Rücklage für Umzug, Möbel und Reparaturen erhalten bleiben. Wer alles einbringt, steht ohne Puffer da und muss unerwartete Kosten teuer nachfinanzieren.
errorSollzins und Beleihung nicht zusammen gedacht
Eine hohe Beleihung nahe dem Kaufpreis führt bei Banken oft zu Zinsaufschlägen. Schon etwas mehr Eigenkapital senkt die Beleihung und kann gleichzeitig den Zinssatz und damit die gesamten Kosten verbessern.
Baufinanzierung als Zusammenspiel mehrerer Hebel
Für die meisten Menschen ist der Immobilienkauf die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens. Umso wichtiger ist es, die Finanzierung nicht auf eine einzelne Zahl zu reduzieren. Ein niedriger Kaufpreis hilft wenig, wenn die Nebenkosten übersehen werden. Viel Eigenkapital verbessert die Ausgangslage, kann aber die Liquiditätsreserve aufzehren. Eine niedrige Rate wirkt entspannt, führt bei geringer Tilgung jedoch zu langer Laufzeit und hoher Restschuld. Erst im Zusammenspiel ergibt sich ein realistisches Bild.
Der erste häufig unterschätzte Posten sind die Kaufnebenkosten. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbucheintrag und in vielen Fällen Maklerprovision summieren sich schnell auf 8 bis 12 Prozent des Kaufpreises. Bei 400.000 EUR sind das rund 40.000 EUR, die den Kapitalbedarf erhöhen und die meist nicht mitfinanziert werden können. Wer diese Summe nicht einplant, gerät bei der Bank schnell in Erklärungsnot.
Ebenso wichtig ist die Beleihung. Sie zeigt, wie hoch das Darlehen im Verhältnis zum Kaufpreis liegt, und ist für Banken die zentrale Risikokennzahl. Eine Beleihung von 85 Prozent wie im Beispiel ist noch tragfähig, führt aber bei manchen Instituten schon zu leichten Zinsaufschlägen. Wer die Beleihung durch mehr Eigenkapital senkt, verbessert oft nicht nur die Kreditsumme, sondern auch den Preis des Geldes.
Der Baufinanzierung-Rechner ist damit vor allem ein Orientierungswerkzeug für die frühe Planungsphase. Für die endgültige Auswahl eines Angebots gehören zusätzlich Effektivzins, Zinsbindung und Sondertilgungsrechte auf den Prüfstand. Wie sich Zins und Tilgung im Detail auswirken, zeigen der Tilgungsrechner und der Annuitätenrechner; für einen reinen Kreditvergleich eignet sich der Kreditrechner Immobilie.
Passende Rechner
Häufige Fragen: Baufinanzierung-Rechner
Was bedeutet die Beleihung für meine Finanzierung? expand_more
Wird das Eigenkapital zuerst auf die Kaufnebenkosten angerechnet? expand_more
Was ist eine Vollfinanzierung und wann ist sie riskant? expand_more
Wie verlässlich ist die im Rechner ausgewiesene Laufzeit? expand_more
Verwandte Rechner
Verwandte Begriffe
Eigenkapital
Die eigenen Mittel, die ein Käufer beim Immobilienkauf selbst einbringt. Mehr Eigenkapital senkt die Darlehenshöhe und meist auch den Zins. Als Faustregel sollten mindestens die Kaufnebenkosten plus 10 bis 20 Prozent gedeckt sein.
Forward-Darlehen
Ein Forward-Darlehen ist eine Anschlussfinanzierung, die man sich bereits Monate bis Jahre im Voraus zu den heute geltenden Konditionen sichert. So schützt man sich vor steigenden Zinsen, zahlt dafür aber einen Forward-Aufschlag.
Sondertilgung
Eine Sondertilgung ist eine außerplanmäßige Extra-Zahlung auf einen Kredit, zusätzlich zur regulären Rate. Sie senkt die Restschuld, spart Zinskosten und verkürzt die Laufzeit des Darlehens.