Ab welcher Windstärke wird es gefährlich? Die Beaufort-Stufen im Alltag
Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik
Ab Windstärke 7, also 50 bis 61 km/h, wird Wind im Alltag spürbar hinderlich. Ab Windstärke 8 brechen Zweige von Bäumen, ab 9 werden Dachziegel abgehoben, ab 10 Bäume entwurzelt. Entscheidend sind dabei oft nicht der Mittelwind, sondern die Böen, die 30 bis 60 Prozent darüber liegen können.
Windstärke
7 Bft
Steifer Wind
Umgerechnet
- km/h
- 50
- m/s
- 13,89
- Knoten
- 27
- mph
- 31,1
Auswirkungen an Land
Ganze Bäume bewegen sich, fühlbare Hemmung beim Gehen gegen den Wind.
Auswirkungen auf See
See türmt sich, Schaum legt sich in Streifen in Windrichtung.
Die Windstärke beschreibt das 10-Minuten-Mittel in 10 m Höhe. Böen sind kurze Spitzen von wenigen Sekunden und liegen oft 30 bis 60 Prozent darüber. Meldet der Wetterbericht „Böen bis 9 Bft“, ist die Böengeschwindigkeit in Beaufort gemeint.
Rechenweg
- In m/s umrechnen: 50 km/h × 0,277778 = 13,89 m/s
- Auf die Tabellengenauigkeit runden: 50 km/h liegt im Bereich 13,9 bis 17,1 m/s (50 bis 61 km/h, 28 bis 33 kn) → Beaufort 7
- Kontrolle mit B = (v / 0,836)^(2/3) = 6,51 → gerundet 7
Beaufort-Skala (WMO)
| Bft | Bezeichnung | km/h | m/s | Knoten | An Land |
|---|---|---|---|---|---|
| 0 | Windstille | < 1 | < 0,3 | < 1 | Rauch steigt senkrecht empor. |
| 1 | Leiser Zug | 1–5 | 0,3–1,5 | 1–3 | Rauch treibt leicht ab, Windfahne bewegt sich noch nicht. |
| 2 | Leichte Brise | 6–11 | 1,6–3,3 | 4–6 | Wind im Gesicht spürbar, Blätter säuseln, Windfahne bewegt sich. |
| 3 | Schwache Brise | 12–19 | 3,4–5,4 | 7–10 | Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Wimpel werden gestreckt. |
| 4 | Mäßige Brise | 20–28 | 5,5–7,9 | 11–16 | Zweige bewegen sich, Staub und loses Papier werden gehoben. |
| 5 | Frische Brise | 29–38 | 8–10,7 | 17–21 | Kleine Laubbäume beginnen zu schwanken, Schaumkronen auf Seen. |
| 6 | Starker Wind | 39–49 | 10,8–13,8 | 22–27 | Starke Äste bewegen sich, Pfeifen an Drahtleitungen, Schirme schwer zu halten. |
| 7 | Steifer Wind | 50–61 | 13,9–17,1 | 28–33 | Ganze Bäume bewegen sich, fühlbare Hemmung beim Gehen gegen den Wind. |
| 8 | Stürmischer Wind | 62–74 | 17,2–20,7 | 34–40 | Zweige brechen von Bäumen, Gehen erheblich erschwert. |
| 9 | Sturm | 75–88 | 20,8–24,4 | 41–47 | Äste brechen, kleinere Schäden an Häusern, Dachziegel werden abgehoben. |
| 10 | Schwerer Sturm | 89–102 | 24,5–28,4 | 48–55 | Bäume werden entwurzelt, bedeutende Schäden an Häusern. |
| 11 | Orkanartiger Sturm | 103–117 | 28,5–32,6 | 56–63 | Verbreitete schwere Sturmschäden, im Binnenland sehr selten. |
| 12 | Orkan | ≥ 118 | ≥ 32,7 | ≥ 64 | Schwerste Verwüstungen. |
Grenzen nach WMO für das 10-Minuten-Mittel in 10 m Höhe, Bezeichnungen nach Deutschem Wetterdienst. Weitere Einheiten wie Mach oder ft/s rechnet der Geschwindigkeits-Umrechner um.
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Formel
Die Windgeschwindigkeit wird zuerst in Meter pro Sekunde umgerechnet und dann in der Beaufort-Tabelle der Eingabeeinheit eingeordnet. Zur Kontrolle dient die umgestellte WMO-Formel, die aus der Geschwindigkeit eine Beaufort-Zahl mit Nachkommastellen liefert.
v = 0,836 · B^1,5 m/s, umgestellt B = (v / 0,836)^(2/3); km/h ÷ 3,6 = m/s
- v
- mittlere Windgeschwindigkeit über 10 Minuten in 10 m Höhe, in m/s
- B
- Windstärke nach Beaufort von 0 bis 12
Rechenbeispiel: Wetterbericht meldet 50 km/h Mittelwind
- 1
Gemeldete mittlere Windgeschwindigkeit
= 50 km/h
- 2
In Meter pro Sekunde umrechnen: Wert geteilt durch 3,6
= 13,89 m/s
- 3
In der km/h-Spalte der Beaufort-Tabelle nachschlagen: Bereich 50 bis 61 km/h
= Windstärke 7, steifer Wind
- 4
Umrechnung für Segler und Piloten in Knoten
= 27 Knoten
- 5
Umrechnung in Meilen pro Stunde
= 31,1 mph
50 km/h sind Windstärke 7. Ganze Bäume bewegen sich, Gehen gegen den Wind ist mühsam. Mit Böen von 30 bis 60 Prozent darüber sind kurzzeitig Windstärke 8 bis 9 möglich, also Bedingungen, bei denen Äste brechen.
Typische Fehler
errorNur auf den Mittelwind geachtet
Schäden entstehen meist durch Böen, nicht durch den Mittelwind. Lesen Sie in Warnungen deshalb immer die Böenangabe. Eine Meldung mit Mittelwind 6 und Böen 9 bedeutet, dass einzelne Stöße Sturmstärke erreichen und Dachziegel lösen können.
errorWind in Wohngebieten mit dem Wetterbericht gleichgesetzt
Die Beaufort-Stufe gilt für 10 m Höhe über freiem Gelände. Zwischen Häusern ist es oft ruhiger, an Hausecken, in Straßenschluchten, auf Brücken und auf Bergkämmen dagegen deutlich stürmischer. Schätzen Sie die Lage vor Ort zusätzlich nach Augenschein ein.
errorWindstärke 8 als doppelt so stark wie 4 gelesen
Die Skala ist nicht linear. Windstärke 8 bedeutet rund die 2,8-fache Geschwindigkeit von Windstärke 4, und die Kraft des Windes auf eine Fläche wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Ein Schritt nach oben wiegt bei hohen Stufen deshalb viel schwerer.
Welche Windstärke welche Folgen hat
Die Beaufort-Skala beschreibt jede Stufe auch über ihre sichtbaren Auswirkungen, und daraus lässt sich ablesen, ab wann Wind zum Risiko wird. Bis Windstärke 5 mit 29 bis 38 km/h ist Wind für Spaziergänger kaum ein Problem, kleine Laubbäume schwanken, auf Seen bilden sich Schaumkronen. Bei Windstärke 6 pfeift es an Drahtleitungen und Schirme sind schwer zu halten. Bei 7 bewegen sich ganze Bäume, und das Gehen gegen den Wind fällt schwer.
Ab Windstärke 8 beginnt die Zone, in der Sachschäden und Verletzungen durch herabfallende Teile wahrscheinlich werden. Zweige brechen, lose Gegenstände auf Balkon und Terrasse werden fortgeweht. Bei 9 heben sich Dachziegel, bei 10 werden Bäume entwurzelt. Windstärke 11 und 12 sind im Binnenland sehr selten und richten verbreitete schwere Schäden an.
Vorbereiten lässt sich vieles, sobald eine Warnung vorliegt. Räumen Sie Gartenmöbel, Sonnenschirme, Blumenkästen und Mülltonnen weg oder sichern Sie sie, schließen Sie Fenster und Rollläden und parken Sie das Auto nicht unter Bäumen oder neben Baugerüsten. Bei Sturm ab Windstärke 9 ist es am sichersten, im Haus zu bleiben und Wege auf später zu verschieben, bis der Wind wieder unter Windstärke 7 gefallen ist.
Wind auf dem Wasser und in der Höhe
Auf dem Wasser verschieben sich die Grenzen nach unten. Für kleine Boote, Kanus und Stand-up-Paddler wird es schon bei Windstärke 4 bis 5 heikel, weil sich Wellen mit Schaumköpfen bilden und ablandiger Wind vom Ufer wegtreibt. Segler orientieren sich deshalb an Knoten und am Seewetterbericht, der Mittelwind und Böen getrennt angibt.
In den Bergen und auf hohen Gebäuden ist der Wind stärker als im Wetterbericht für das Tal. Auf exponierten Graten und Gipfeln kann schon eine im Tal gemeldete Windstärke 6 gefährliche Böen erzeugen. Wer eine Tour plant, sollte deshalb den Gipfelwind in einem Bergwetterbericht prüfen, nicht nur die Vorhersage für den Ausgangsort.