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Binomialverteilung-Rechner: P(X = k), P(X ≤ k) und P(X ≥ k) mit Tabelle

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Ein Binomialverteilung-Rechner liefert die Wahrscheinlichkeit für genau, höchstens oder mindestens k Treffer bei n unabhängigen Versuchen mit Trefferwahrscheinlichkeit p: Bei zehn Münzwürfen fällt genau fünfmal Kopf mit 0,2461, also 24,61 %. Der Rechner gibt dazu P(X < k), P(X > k) und beliebige Intervalle aus, berechnet Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung, zeigt bis n = 100 die vollständige Tabelle und prüft, ob die Näherung durch die Normalverteilung zulässig ist.

menu_book Ausführlicher Ratgeber: Binomialverteilung-Rechner erklärt

p als Dezimalzahl zwischen 0 und 1 eingeben, 25 % also als 0,25. n bis 10.000, Tabelle bis n = 100.

P(X = 5)

0,246094

24,6094 %

P(X ≤ 5)

0,623047

62,3047 %

P(X ≥ 5)

0,623047

62,3047 %

P(X < 5)

0,376953

37,6953 %

P(X > 5)

0,376953

37,6953 %

P(4 ≤ X ≤ 6)

0,65625

65,625 %

Erwartungswert μ

5

Varianz σ²

2,5

Standardabweichung σ

1,5811

σ² ist höchstens 9, eine Näherung mit der Normalverteilung wäre hier zu ungenau.

Wahrscheinlichkeitsverteilung B(10; 0,5)

kP(X = k)P(X ≤ k)Balken
00,0009770,000977
10,0097660,010742
20,0439450,054688
30,1171880,171875
40,2050780,376953
50,2460940,623047
60,2050780,828125
70,1171880,945313
80,0439450,989258
90,0097660,999023
100,0009771

Rechenweg

  1. Formel von Bernoulli: P(X = k) = (n über k) · p^k · (1 − p)^(n − k)
  2. P(X = 5) = (10 über 5) · 0,5^5 · 0,5^5 = 0,24609375
  3. P(X ≤ 5) = P(X = 0) + … + P(X = 5) = 0,62304688
  4. P(X ≥ 5) = 1 − P(X ≤ 4) = 1 − 0,37695313 = 0,62304688
  5. P(4 ≤ X ≤ 6) = P(X ≤ 6) − P(X ≤ 3) = 0,65625
  6. Erwartungswert μ = n · p = 10 · 0,5 = 5
  7. Varianz σ² = n · p · (1 − p) = 2,5, Standardabweichung σ = 1,5811

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Die Binomialverteilung zählt die Treffer bei n gleichen, unabhängigen Versuchen

Eine Zufallsgröße X ist binomialverteilt, wenn sie die Treffer in einer Bernoulli-Kette zählt. Die Verteilung hat zwei Parameter, die Zahl der Versuche n und die Trefferwahrscheinlichkeit p, und wird kurz B(n; p) geschrieben. Aus diesen beiden Werten folgt alles Weitere: die Einzelwahrscheinlichkeiten, die kumulierten Werte, Erwartungswert und Streuung.

Binomialverteilung mit der Formel von Bernoulli berechnen

Die Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer lautet P(X = k) = (n über k) · pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ. Der erste Faktor zählt, an wie vielen Stellen der Kette die k Treffer liegen können, der zweite und dritte geben die Wahrscheinlichkeit einer einzelnen solchen Kette an. Für zehn Münzwürfe und genau fünfmal Kopf rechnet der Rechner:

  1. n über k: 10 über 5 = 252 mögliche Positionen der fünf Treffer
  2. pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ: 0,5⁵ · 0,5⁵
  3. P(X = 5) = 252 · 0,5⁵ · 0,5⁵ = 0,24609375, also 24,61 %

Den Binomialkoeffizienten selbst mit gekürztem Rechenweg zeigt der Binomialkoeffizient-Rechner.

Wann ein Zufallsexperiment binomialverteilt ist

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein. Erstens hat jeder Versuch genau zwei Ausgänge, die Sie als Treffer und Niete festlegen. Zweitens bleibt die Trefferwahrscheinlichkeit p bei allen Versuchen gleich. Drittens sind die Versuche unabhängig voneinander. Der Würfelwurf mit “Sechs oder keine Sechs” erfüllt alle drei. Das Ziehen ohne Zurücklegen aus einer Urne mit wenigen Kugeln verletzt die zweite Bedingung. Bei sehr großen Grundgesamtheiten, etwa einer Stichprobe von 50 aus einer Lieferung von 10.000 Teilen, ist der Fehler so klein, dass die Binomialverteilung trotzdem als Modell dient.

Binomialverteilung Tabelle für zehn Münzwürfe

Bis n = 100 gibt der Rechner die vollständige Tabelle aus. Für B(10; 0,5) sieht sie so aus:

kP(X = k)P(X ≤ k)
00,00100,0010
10,00980,0107
20,04390,0547
30,11720,1719
40,20510,3770
50,24610,6230
60,20510,8281
70,11720,9453
80,04390,9893
90,00980,9990
100,00101

Weil p = 0,5 ist, liegt die Verteilung symmetrisch um 5. Fünfmal Kopf ist der häufigste Ausgang, und doch tritt er nur in knapp einem Viertel der Fälle ein.

Genau, höchstens, mindestens: typische Abi-Aufgaben zur Binomialverteilung

Ein Würfel wird zehnmal geworfen, X zählt die Sechsen, also B(10; 1/6). Die Formulierungen der Aufgabe führen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen:

FormulierungZeichenRechnungErgebnis
genau zwei SechsenP(X = 2)Formel von Bernoulli29,07 %
höchstens zwei SechsenP(X ≤ 2)P(X = 0) + P(X = 1) + P(X = 2)77,52 %
weniger als zwei SechsenP(X ≤ 1)P(X = 0) + P(X = 1)48,45 %
mindestens zwei SechsenP(X ≥ 2)1 − P(X ≤ 1)51,55 %
mindestens eine SechsP(X ≥ 1)1 − P(X = 0)83,85 %
mehr als drei SechsenP(X ≥ 4)1 − P(X ≤ 3)6,97 %
eine bis drei SechsenP(1 ≤ X ≤ 3)P(X ≤ 3) − P(X ≤ 0)76,88 %

Der Wert für mindestens eine Sechs stimmt mit dem “mindestens einmal” aus dem Wahrscheinlichkeitsrechner überein, denn beide rechnen 1 − (5/6)¹⁰. Für Intervalle tragen Sie im Rechner die Grenzen a und b ein. Ohne Eingabe nimmt er k − 1 bis k + 1.

Erwartungswert, Varianz und Standardabweichung der Binomialverteilung

Der Erwartungswert μ = n · p gibt an, wie viele Treffer im Mittel auftreten. Die Varianz σ² = n · p · (1 − p) misst die Streuung, ihre Wurzel ist die Standardabweichung σ.

VerteilungErwartungswert μVarianz σ²Standardabweichung σhäufigster Wert
B(10; 0,5)52,51,58115
B(10; 1/6)1,66671,38891,17851
B(20; 0,1)21,81,34162
B(50; 0,2)1082,828410
B(100; 0,3)30214,582630
B(100; 0,5)5025550

Der Erwartungswert muss keine ganze Zahl sein. Bei zehn Würfen sind 1,67 Sechsen im Mittel zu erwarten, am häufigsten fällt genau eine. Die Standardabweichung von Messreihen statt Verteilungen berechnet der Standardabweichung-Rechner.

Normalverteilung als Näherung: die Laplace-Bedingung σ² > 9

Für große n lässt sich die Binomialverteilung durch die Normalverteilung mit μ = n · p und σ annähern. Als Faustregel gilt die Laplace-Bedingung σ² > 9. Ist sie erfüllt, zeigt der Rechner neben dem exakten Wert die Näherung mit Stetigkeitskorrektur: Die Grenze wird um 0,5 verschoben, weil eine stetige Kurve diskrete Balken ersetzt.

Aufgabeexakt (binomial)Normalnäherung
B(100; 0,5), P(X ≤ 55)0,86440,8643
B(100; 0,5), P(45 ≤ X ≤ 55)0,72870,7287
B(100; 0,5), P(X ≤ 50)0,53980,5398
B(100; 0,3), P(X ≤ 30)0,54910,5434

Bei p = 0,5 ist die Näherung fast perfekt. Bei p = 0,3 ist die Binomialverteilung leicht schief, die Abweichung steigt auf die dritte Nachkommastelle. Weil der exakte Wert ohnehin vorliegt, dient die Näherung vor allem zum Vergleich mit Aufgaben, die sie ausdrücklich verlangen.

Praxisbeispiel Binomialverteilung: Stichprobe mit 10 % Ausschuss

Eine Maschine produziert 10 % fehlerhafte Teile. Eine Prüferin zieht 20 Teile. Mit n = 20, p = 0,1 und k = 2 liefert der Rechner:

  • genau zwei fehlerhafte Teile: P(X = 2) = 28,52 %
  • kein fehlerhaftes Teil: P(X = 0) = 12,16 %
  • höchstens zwei fehlerhafte Teile: P(X ≤ 2) = 67,69 %
  • mehr als zwei fehlerhafte Teile: P(X > 2) = 32,31 %
  • Erwartungswert: 2 fehlerhafte Teile, Standardabweichung 1,3416

Lautet die Regel “Lieferung zurückweisen, wenn mehr als zwei Teile fehlerhaft sind”, wird also fast jede dritte Lieferung abgelehnt, obwohl die Maschine genau im Soll arbeitet.

Plausibilitätsprüfung zur Binomialverteilung

  • Alle P(X = k) von 0 bis n ergeben zusammen 1, die letzte Zeile der kumulierten Spalte ist immer 1.
  • P(X ≤ k) und P(X > k) ergeben zusammen 1, ebenso P(X < k) und P(X ≥ k).
  • Die größte Einzelwahrscheinlichkeit liegt beim häufigsten Wert, nahe dem Erwartungswert n · p.
  • Bei p = 0,5 ist die Tabelle symmetrisch: P(X = k) = P(X = n − k).
  • Bei großem n liegt grob zwei Drittel der Wahrscheinlichkeit innerhalb einer Standardabweichung um μ und rund 95 % innerhalb von zwei.

Typische Fehler bei der Binomialverteilung

Mindestens k mit 1 − P(X ≤ k) rechnen. Das ergibt “mehr als k”. Richtig ist P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k − 1). Bei zehn Würfen ist mindestens zwei Sechsen 51,55 %, mehr als zwei nur 22,48 %.

p in Prozent eingeben. 25 statt 0,25 ist keine Wahrscheinlichkeit. Der Rechner meldet einen Fehler, ein Taschenrechner rechnet stillschweigend Unsinn.

Treffer und Niete vertauschen. Fragt die Aufgabe nach “höchstens zwei Nieten”, zählen Sie entweder die Nieten mit p = 1 − Trefferwahrscheinlichkeit oder rechnen auf mindestens n − 2 Treffer um.

Ziehen ohne Zurücklegen als binomial behandeln. Bei kleinen Urnen ändert sich p nach jedem Zug. Dann ist die hypergeometrische Verteilung das richtige Modell, die Binomialverteilung liefert nur eine Näherung.

Binomialverteilung im Abi: drei Punktefallen

  1. 01 Übersetzen Sie die Aufgabe zuerst in ein Zeichen: 'mindestens 3' heißt X ≥ 3, 'mehr als 3' heißt X ≥ 4, 'weniger als 3' heißt X ≤ 2. Die meisten Punktverluste im Abitur entstehen an dieser Stelle, nicht beim Rechnen.
  2. 02 Geben Sie p immer als Dezimalzahl ein, 25 % also als 0,25. Bei Würfelaufgaben ist 0,1667 für 1/6 genau genug, die Prozentwerte ändern sich dadurch höchstens in der zweiten Nachkommastelle.
  3. 03 Rechnen Sie 'mindestens k' über das Gegenereignis: P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k − 1). Tafelwerke enthalten nur die kumulierte Spalte P(X ≤ k), der Rechner zeigt beide Wege.

Häufige Fragen zur Binomialverteilung

Wie berechne ich die Binomialverteilung? expand_more
Mit der Formel von Bernoulli: P(X = k) = (n über k) · pᵏ · (1 − p)ⁿ⁻ᵏ. Für fünfmal Kopf bei zehn Würfen ist das 252 · 0,5⁵ · 0,5⁵ = 0,2461. Für höchstens k Treffer addieren Sie alle Einzelwahrscheinlichkeiten von 0 bis k, für mindestens k rechnen Sie 1 minus höchstens k − 1.
Was ist der Unterschied zwischen P(X = k) und P(X ≤ k)? expand_more
P(X = k) ist die Wahrscheinlichkeit für genau k Treffer, ein einzelner Balken im Histogramm. P(X ≤ k) ist die kumulierte Wahrscheinlichkeit für 0 bis k Treffer, also die Summe aller Balken bis k. Bei zehn Münzwürfen ist P(X = 5) = 0,2461, P(X ≤ 5) dagegen 0,6230.
Wie berechne ich den Erwartungswert der Binomialverteilung? expand_more
Der Erwartungswert ist μ = n · p, die mittlere Trefferzahl auf lange Sicht. Bei 100 Versuchen mit p = 0,3 sind das 30 Treffer. Die Streuung darum beschreibt die Standardabweichung σ = Wurzel aus n · p · (1 − p), hier rund 4,58. Zwischen 25 und 35 Treffern liegen 77,04 % aller Ergebnisse.
Gibt es auch einen Normalverteilung-Rechner? expand_more
Einen eigenen Rechner für beliebige Normalverteilungen bietet die Seite nicht. Sobald die Varianz n · p · (1 − p) größer als 9 ist, berechnet der Binomialverteilung-Rechner aber zusätzlich die Näherung über die Normalverteilung mit Stetigkeitskorrektur. So sehen Sie direkt, wie nah die Näherung am exakten Wert liegt.
Bis zu welchem n rechnet der Binomialverteilung-Rechner? expand_more
Bis n = 10.000. Gerechnet wird im Logarithmus, damit auch sehr kleine Einzelwahrscheinlichkeiten nicht zu 0 werden und große Binomialkoeffizienten nicht überlaufen. Die vollständige Tabelle mit allen Werten von k erscheint bis n = 100, darüber zeigt der Rechner nur die angefragten Wahrscheinlichkeiten.
Wann darf ich die Binomialverteilung verwenden? expand_more
Wenn ein Versuch nur zwei Ausgänge hat, Treffer oder Niete, die Trefferwahrscheinlichkeit bei jedem Versuch gleich bleibt und die Versuche sich nicht gegenseitig beeinflussen. Würfeln, Münzwurf und Ziehen mit Zurücklegen erfüllen das. Ziehen ohne Zurücklegen aus einer kleinen Urne nicht, dort ändert sich p nach jedem Zug.
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