Dachfläche berechnen: Wie viele Solarmodule passen auf mein Dach?
Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik
Auf eine Seite eines Satteldachs über 10 × 8 m mit 35 Grad Neigung und 0,5 m Überstand passen rund 16 Module im Format 1,72 × 1,13 m. Das Dach hat 120,86 m², nach 0,5 m Randabstand bleiben 44,93 m² je Seite nutzbar. Mit 430 Wp je Modul ergibt das 6,88 kWp auf einer Dachseite.
Dachfläche gesamt
120,86 m²
Grundfläche 80 m²
Dachneigung
35°
Faktor 1,221
Sparrenlänge mit Überstand
5,49 m
Firsthöhe über Traufe 2,8 m
Fläche je Dachseite
- Dachseite (je Traufseite): 60,43 m² (2× vorhanden) – Rechteck, 11 m breit, 5,49 m hoch
Module
16
Dachseite (je Traufseite)
Anlagenleistung
6,88 kWp
Nutzbare Fläche
44,93 m²
davon belegt 31,10 m²
Näherung ohne Gauben, Dachfenster, Schornstein und Verschattung. Randabstand zu Traufe, First und Ortgang in der Praxis 30 bis 50 cm, an der Brandwand von Reihen- und Doppelhäusern je nach Landesbauordnung 0,5 bis 1,25 m. Ertrag und Wirtschaftlichkeit der Anlage: Photovoltaik-Rechner.
Rechenweg: Haben alle Dachseiten dieselbe Neigung, ist die Dachfläche die Grundfläche mit Überstand geteilt durch den Kosinus der Neigung (Dachneigungsfaktor). Beim Zeltdach gilt die Neigung für die Seiten an der langen Wand. Für Dacheindeckung und Dämmung kommen je nach Material Verschnitt und Überlappung hinzu.
Direkt zum Tool: Dachflächen-Rechner öffnen
Formel
Die Dachfläche ist die Grundfläche mit Überstand geteilt durch den Kosinus der Dachneigung. Für die Module ziehen Sie ringsum den Randabstand ab, teilen die nutzbare Breite durch die Modulbreite und die nutzbare Sparrenlänge durch die Modulhöhe und runden beides ab. Reihen mal Module je Reihe ergibt die Modulzahl.
Dachfläche = (L + 2u) × (B + 2u) / cos(Neigung); Module = abrunden(nutzbare Breite / Modulbreite) × abrunden(nutzbare Höhe / Modulhöhe)
- L, B
- Hauslänge und Hausbreite in m
- u
- Dachüberstand waagerecht in m
- Neigung
- Dachneigung in Grad
Rechenbeispiel: Satteldach 10 × 8 m, 35 Grad, 0,5 m Überstand
- 1
Grundfläche mit Überstand: 11 m × 9 m
= 99 m²
- 2
Neigungsfaktor bei 35 Grad: 1 geteilt durch cos(35 Grad)
= 1,221
- 3
Dachfläche: 99 m² mal Neigungsfaktor
= 120,86 m²
- 4
Sparrenlänge mit Überstand je Dachseite
= 5,49 m
- 5
Firsthöhe über der Außenwand
= 2,8 m
- 6
Nach 0,5 m Randabstand bleiben je Seite 44,93 m² nutzbar, darauf passen 16 Module 1,72 × 1,13 m im Hochformat in 2 Reihen, bei 430 Wp je Modul 6,88 kWp
Das Satteldach hat 120,86 m², davon je Seite 60,43 m². Auf eine Seite passen 16 Module in 2 Reihen mit zusammen 6,88 kWp. Die Module bedecken 31,1 m², also gut die Hälfte der Dachseite, weil Randabstand und ganze Modulreihen Platz kosten.
Typische Fehler
errorModulzahl aus der Gesamtfläche geteilt durch die Modulfläche
Module passen nur in ganzen Reihen und nur auf eine Dachseite zugleich. Rechnen Sie je Seite mit Randabstand und ganzen Modulen, sonst überschätzen Sie die Anlage leicht um ein Drittel und mehr.
errorSparrenlänge ohne Überstand für die Modulreihen nehmen
Ob eine weitere Modulreihe passt, entscheidet die volle Sparrenlänge bis zur Traufe abzüglich Randabstand. Messen Sie den Überstand mit, denn wenige Zentimeter entscheiden über eine ganze Reihe Module.
Dachfläche und Modulplatz: warum die Quadratmeter allein täuschen
Die Dachfläche ist der erste Wert, den viele für die Planung einer Solaranlage suchen. Für die Modulzahl ist sie aber nur der Ausgangspunkt. Module liegen immer auf einer einzelnen Dachseite, halten Abstand zu Traufe, First und Ortgang und passen nur in ganzen Reihen. Ein Satteldach über 10 × 8 m mit 35 Grad hat 120,86 m², auf eine Seite passen dennoch nur 16 Module mit zusammen 31,1 m² Modulfläche.
Wie gut eine Dachseite ausgenutzt wird, hängt stark an der Sparrenlänge. Reicht sie knapp nicht für eine weitere Reihe, bleibt ein Streifen frei. Beim Satteldach über 10 × 8 m bleibt es von 25 bis 35 Grad bei zwei Modulreihen, erst bei 45 Grad passt eine dritte, und die Zahl steigt auf 24 Module je Seite. Ein steileres Dach bringt also nicht stufenlos mehr Leistung, sondern in Sprüngen.
Dachform, Ausrichtung und Hindernisse richtig einordnen
Beim Pultdach liegt die gesamte Fläche auf einer Seite, dort passen über 10 × 8 m bei 35 Grad 40 Module. Das Walmdach verteilt dieselbe Fläche auf vier Seiten, die zum First hin schmaler werden, und kommt auf deutlich weniger Module je Seite. Belegen Sie bei einem Ost-West-Satteldach beide Seiten, verdoppelt sich die Modulzahl, der Ertrag je Modul fällt allerdings geringer aus als bei einer Südseite.
Gauben, Dachfenster, Schornsteine und Antennen kennt der Rechner nicht. Ziehen Sie für jedes Hindernis die betroffenen Module selbst ab oder erhöhen Sie den Randabstand. Die Rechnung ist eine Näherung für die Größenordnung, keine Belegungsplanung. Bei Reihen- und Doppelhäusern kommt der Abstand zur Brandwand hinzu, den die Landesbauordnung je nach Bundesland mit 0,5 bis 1,25 m vorgibt. Tragen Sie ihn als größeren Randabstand ein, sonst fällt die Modulzahl an der Grenzseite zu hoch aus. Mit der Modulzahl und der Leistung in kWp können Sie anschließend den Jahresertrag und die Amortisation abschätzen.