Wann rechnet sich eine Dämmung? Kosten gegen Heizersparnis
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Eine Dämmung rechnet sich, wenn die jährliche Heizersparnis den Eigenanteil innerhalb der Lebensdauer des Bauteils zurückholt. Eine ungedämmte Fassade mit 150 m² kostet mit WDVS rund 24.000 Euro, nach 15 Prozent Zuschuss bleiben 20.400 Euro. Bei gut 2.100 Euro Ersparnis im Jahr ist das Geld nach knapp zehn Jahren wieder eingespielt.
Investition
24.000 €
Zuschuss
3.600 €
Einsparung je Jahr
2.135 €
Amortisation
9,6 Jahre
Förderung BEG EM (Stand 21.07.2026): 15 % Zuschuss, förderfähig bis 30.000 € je Wohneinheit und Jahr, mit iSFP 60.000 €; der iSFP-Bonus von 5 Punkten gilt nur für Kosten über 30.000 €. Preise sind Marktspannen, Einsparung ohne Wärmebrücken und Nutzerverhalten.
Direkt zum Tool: Dämmung-Kosten-Rechner öffnen
Formel
Die Kosten sind Fläche mal Quadratmeterpreis, abzüglich Zuschuss. Die eingesparte Nutzwärme ist die Differenz der U-Werte vorher und nachher mal Fläche mal Gradtagzahl mal 24 Stunden geteilt durch 1.000. Geteilt durch den Nutzungsgrad der Heizung ergibt das die eingesparte Endenergie, mal Brennstoffpreis die Ersparnis in Euro. Eigenanteil durch Ersparnis ergibt die Amortisation in Jahren.
Q = (U_vorher − U_nachher) · A · Gt · 24 / 1000
- Q
- eingesparte Nutzwärme in kWh pro Jahr
- A
- gedämmte Fläche in m²
- Gt
- Gradtagzahl in Kelvin-Tagen, in Deutschland im Mittel rund 3.500
Rechenbeispiel: 150 m² Fassade mit WDVS zu 160 Euro je m²
- 1
Kosten: 150 m² × 160 EUR/m²
= 24.000 EUR
- 2
Zuschuss von 15 Prozent abziehen
= 3.600 EUR Zuschuss, 20.400 EUR Eigenanteil
- 3
Eingesparte Nutzwärme: (1,4 − 0,2) × 150 m² × 3.500 Kd × 24 / 1.000
= 15.120 kWh pro Jahr
- 4
Endenergie bei 85 Prozent Nutzungsgrad und 12 ct/kWh
= 17.788 kWh, also 2.134,59 EUR pro Jahr
- 5
Amortisation: Eigenanteil geteilt durch jährliche Ersparnis
= 9,56 Jahre, ohne Zuschuss 11,24 Jahre
Nach rund zehn Jahren hat die Fassadendämmung ihren Eigenanteil wieder eingespielt. Über 20 Jahre bleiben nach Abzug der Investition rund 22.292 Euro Überschuss, bei steigenden Energiepreisen entsprechend mehr.
Typische Fehler
errorDie volle Investition gegen die Ersparnis gerechnet
Muss die Fassade ohnehin neu verputzt oder gestrichen werden, fallen Gerüst und Putz auch ohne Dämmung an. Rechnen Sie dann nur die Mehrkosten der Dämmung gegen die Ersparnis, die Amortisation wird deutlich kürzer.
errorAusgangs-U-Wert zu gut angesetzt
Wer den alten Zustand schönrechnet, unterschätzt die Ersparnis. Ermitteln Sie den U-Wert vorher aus dem tatsächlichen Wandaufbau, statt einen Wert aus einem besser gebauten Haus zu übernehmen.
errorHeizung erst tauschen, dann dämmen
Wer zuerst die Heizung erneuert, legt sie auf die hohe Heizlast des ungedämmten Hauses aus. Nach der Dämmung ist das Gerät zu groß. Umgekehrt spart die Dämmung vorab Leistung und damit Anschaffungskosten der neuen Heizung.
Amortisation richtig lesen: mehr als nur eine Jahreszahl
Die Amortisationszeit ist eine nützliche Kennzahl, erzählt aber nur einen Teil der Geschichte. Eine gut ausgeführte Fassadendämmung hält 40 Jahre und länger. Wenn sie sich nach zehn Jahren bezahlt gemacht hat, liefert sie drei Jahrzehnte lang reine Ersparnis. Im Beispiel stehen nach 20 Jahren bereits rund 22.292 Euro Überschuss auf der Habenseite, ohne dass eine Preissteigerung eingerechnet ist.
Hinzu kommen Effekte, die in keiner Kostenrechnung auftauchen. Gedämmte Wände sind innen wärmer, was das Raumklima verbessert und das Schimmelrisiko an kalten Ecken senkt. Der Wert der Immobilie steigt, weil die Energieeffizienzklasse im Ausweis besser wird. Und die Heizlast sinkt, sodass eine spätere Wärmepumpe kleiner und effizienter ausfallen kann.
Kopplung an ohnehin fällige Arbeiten
Den größten Hebel bietet der Zeitpunkt. Steht ohnehin ein Gerüst, weil Putz, Anstrich oder Dach erneuert werden, sind viele Kosten schon gedeckt. Dann zählen für die Wirtschaftlichkeit nur die Mehrkosten für Dämmstoff und Montage. Genau deshalb schreibt das Gebäudeenergiegesetz die Einhaltung der Grenzwerte vor allem dann vor, wenn ein Bauteil ohnehin erneuert wird.
Achten Sie beim Vergleich von Angeboten darauf, was im Quadratmeterpreis enthalten ist. Gerüst, Fensterbänke, Laibungen, Anschlüsse an Dach und Sockel sowie Entsorgung schwanken stark zwischen den Betrieben. Ein Angebot mit niedrigem Grundpreis kann am Ende teurer sein, wenn viele Positionen einzeln abgerechnet werden. Lassen Sie sich die Positionen deshalb aufschlüsseln und rechnen Sie jedes Angebot mit denselben Annahmen für U-Wert und Energiepreis durch.
Auch die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst die Rechnung. Mineralwolle und EPS sind günstig und weit verbreitet, Holzfaser kostet mehr, speichert aber Wärme besser und hilft im Sommer gegen Überhitzung. Für die Amortisation zählt am Ende vor allem der erreichte U-Wert. Wer mehrere Materialien vergleicht, sollte daher den Preis je Quadratmeter immer zusammen mit der erreichbaren Dämmwirkung betrachten und nicht nur den günstigsten Grundpreis wählen.