Wie viel bleibt vom 13. Gehalt netto?
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Vom 13. Gehalt bleibt in Steuerklasse I meist gut die Hälfte. Bei 3.500 Euro Monatsbrutto sind es 1.927,79 Euro netto, also 55,08 Prozent. Der Grund ist die Differenzmethode: Die Sonderzahlung wird vollständig mit Ihrem Grenzsteuersatz besteuert, dazu kommen rund 21 Prozent Sozialabgaben. Alle Werte beziehen sich auf den Stand 2026.
13. Gehalt netto
1.927,79 €
13. Gehalt brutto
3.500,00 €
Davon bleiben
55,08 %
Sozialabgaben
740,25 €
RV 325,50 € · AV 45,50 € · KV 306,25 € · PV 63,00 €
Steuern
831,96 €
Lohnsteuer 831,96 € · Soli 0,00 € · Kirche 0,00 €
Das 13. Gehalt ist ein sonstiger Bezug: Die Lohnsteuer ergibt sich aus der Differenz der Jahreslohnsteuer mit und ohne Sonderzahlung, die Fünftelregel gilt dafür nicht. Deshalb fällt der Abzug höher aus als beim normalen Monatsgehalt. Sozialabgaben fallen nur bis zur anteiligen Beitragsbemessungsgrenze an. Vereinfachte Berechnung mit den Werten für 2026; ob und in welcher Höhe ein 13. Gehalt anteilig gezahlt wird, regelt Ihr Arbeits- oder Tarifvertrag.
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Formel
Die Lohnsteuer auf das 13. Gehalt ist die Differenz zwischen der Jahreslohnsteuer mit und ohne Sonderzahlung. Vom Brutto ziehen Sie diese Differenz und die Sozialabgaben ab, die bis zur Beitragsbemessungsgrenze anfallen. Bei Eintritt im laufenden Jahr wird das Brutto vorher auf Monatsgehalt mal Beschäftigungsmonate durch 12 gekürzt.
Netto = Brutto − Sozialabgaben − (Jahreslohnsteuer mit Sonderzahlung − Jahreslohnsteuer ohne Sonderzahlung)
- Brutto
- Höhe des 13. Gehalts, bei vollem Anspruch ein Monatsgehalt
- Sozialabgaben
- Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung, Arbeitnehmeranteil
- Jahreslohnsteuer
- Lohnsteuer auf den voraussichtlichen Jahreslohn nach Einkommensteuertarif 2026
Rechenbeispiel: volles 13. Gehalt bei 3.500 Euro in Steuerklasse I
- 1
Brutto der Sonderzahlung: 100 Prozent eines Monatsgehalts bei zwölf Beschäftigungsmonaten
= 3.500 Euro
- 2
Voraussichtlicher Jahreslohn ohne Sonderzahlung: zwölf Monatsgehälter
= 42.000 Euro
- 3
Sozialabgaben: Rentenversicherung 325,50 Euro, Arbeitslosenversicherung 45,50 Euro, Krankenversicherung 306,25 Euro, Pflegeversicherung 63 Euro
= 740,25 Euro
- 4
Lohnsteuer nach der Differenzmethode, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fallen nicht an
= 831,96 Euro
- 5
Netto: 3.500 Euro minus 740,25 Euro minus 831,96 Euro
= 1.927,79 Euro (55,08 Prozent)
- 6
Anteil, der an Sozialversicherung und Finanzamt geht
= 44,92 Prozent
Von einem vollen 13. Gehalt über 3.500 Euro bleiben in Steuerklasse I ohne Kirchensteuer 1.927,79 Euro. Fast 45 Prozent der Sonderzahlung gehen an Sozialversicherung und Lohnsteuer, deutlich mehr als beim regulären Monatsgehalt.
Typische Fehler
errorDen Pflegeversicherungszuschlag für Kinderlose vergessen
Ohne Kind steigt der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,6 Prozentpunkte. Bei 3.500 Euro sind das 84 statt 63 Euro, das Netto sinkt auf 1.915,53 Euro. Setzen Sie im Rechner das passende Häkchen, sonst fällt das Ergebnis zu hoch aus.
errorGrenzbelastung mit dem Durchschnittssteuersatz verwechselt
Der Durchschnittssteuersatz auf den ganzen Jahreslohn ist deutlich niedriger als die Belastung der letzten verdienten Euros. Für eine Sonderzahlung zählt nur die Grenzbelastung, die der Rechner ausweist. Nehmen Sie diesen Wert, wenn Sie Bonus oder Prämie vorab schätzen.
errorDas Brutto schon vor der Auszahlung fest im Haushalt verplant
Wer das 13. Gehalt brutto für Weihnachtsgeschenke oder eine Sondertilgung einplant, verrechnet sich um fast die Hälfte. Planen Sie mit dem Netto aus dem Rechner und halten Sie bei anteiligem Anspruch zusätzlich die Zwölftelung aus Ihrem Vertrag im Blick.
Das 13. Gehalt richtig einplanen: Nettoquote statt Bruttobetrag
Das 13. Gehalt fühlt sich wie ein zusätzlicher Monatslohn an, wirkt auf dem Konto aber anders. Der Grund liegt nicht in einer Sondersteuer, sondern in der Reihenfolge: Die Sonderzahlung kommt zu einem Jahreslohn hinzu, der den Grundfreibetrag und die unteren Tarifzonen bereits ausgeschöpft hat. Jeder weitere Euro landet deshalb im oberen Bereich der Steuerkurve. Bei 3.500 Euro Monatsbrutto in Steuerklasse I bedeutet das eine Grenzbelastung von 44,92 Prozent, während vom normalen Monatsgehalt deutlich mehr übrig bleibt.
Für die Planung ist deshalb die Nettoquote der entscheidende Wert. Sie zeigt, welcher Anteil der Sonderzahlung tatsächlich ankommt, und lässt sich auf andere Einmalzahlungen übertragen. Eine Prämie von 1.000 Euro wird bei gleichem Gehalt ähnlich belastet, ein Bonus in derselben Höhe wie ein Monatsgehalt praktisch genauso. Wer eine Gehaltserhöhung mit einem 13. Gehalt vergleicht, sollte beides auf das Jahr umrechnen. Die Steuerlast auf den gleichen zusätzlichen Jahresbetrag ist nahezu identisch, nur der Zeitpunkt des Abzugs unterscheidet sich.
Auf der Lohnabrechnung erscheint das 13. Gehalt als sonstiger Bezug in einer eigenen Zeile. Prüfen Sie dort drei Dinge: ob das Brutto der vertraglichen Höhe entspricht, ob bei unterjährigem Eintritt richtig gezwölftelt wurde und ob die Sozialabgaben zu Ihrer Situation passen. Liegt Ihr Jahreslohn über der Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung, fallen dort keine Beiträge mehr an und die Nettoquote steigt spürbar.
Wer das Netto sinnvoll einsetzen will, entscheidet am besten vor der Auszahlung. Eine Sondertilgung, das Auffüllen eines Notgroschens oder eine größere Anschaffung lassen sich mit dem realistischen Betrag planen, statt später Lücken zu stopfen. Für Weihnachtsgeld mit einem Prozentsatz vom Gehalt oder einem festen Betrag eignet sich der eigene Weihnachtsgeld-Rechner, für abgegoltenen Resturlaub bei einem Jobwechsel der Rechner für ausgezahlte Urlaubstage. Die Berechnung bleibt eine Näherung über den Einkommensteuertarif, die tatsächliche Abrechnung kann um wenige Euro abweichen.