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Energie · Ratgeber

Reicht die Fußbodenheizung mit 35 °C Vorlauf? Leistung je m² prüfen

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Mit 35 °C Vorlauf und 28 °C Rücklauf gibt eine Fußbodenheizung unter Fliesen bei 15 cm Verlegeabstand rund 66 W je Quadratmeter ab. Das deckt einen Raum mit 60 W/m² Heizlast vollständig. Unter Parkett sinkt die Leistung auf etwa 48 W/m², dann braucht es einen engeren Abstand oder etwas mehr Vorlauf.

Rohrlänge

147 m

Heizkreise

2

Wärmeabgabe

66 W/m²

Deckung der Heizlast

110 %

Die Fläche liefert 1.314 W bei 1.200 W Heizlast. Größter Verlegeabstand, der die Heizlast noch deckt: 15 cm.

Zementestrich mit mindestens 45 mm Rohrüberdeckung (DIN 18560-2), Aufheizprotokoll vor dem Belegen. Verteiler mit 2 Abgängen, je Kreis rund 73 m Rohr.

VerlegeabstandRohrlängeWärmeabgabe
5 cm440 m84 W/m²
10 cm220 m73 W/m²
15 cm147 m66 W/m²
20 cm110 m58 W/m²
25 cm88 m51 W/m²
30 cm73 m46 W/m²

Vereinfachte Kennlinie nach DIN EN 1264 (Nasssystem, 45 mm Überdeckung), Faustwerte je Belag und Abstand. Die verbindliche Auslegung mit Randzonen und hydraulischem Abgleich übernimmt der Fachbetrieb. Heizlast je Raum: Heizlast-Rechner.

Direkt zum Tool: Fußbodenheizung-Rechner öffnen

Formel

Die Rohrlänge ist die Fläche geteilt durch den Verlegeabstand in Metern plus Zuschlag für Bögen und Anbindung. Die Wärmeabgabe ist ein Kennwert aus Belag und Abstand mal der logarithmischen Übertemperatur aus Vorlauf, Rücklauf und Raumtemperatur. Leistung je Quadratmeter mal Fläche ergibt die Raumleistung, die Sie mit der Heizlast vergleichen.

q = K_H · ΔT_log

q
Wärmeabgabe in W/m²
K_H
Kennwert je Belag und Verlegeabstand in W/(m²K), für Fliese bei 15 cm rund 5,9
ΔT_log
logarithmische Übertemperatur in Kelvin

Rechenbeispiel: 20 m² mit Fliesen, 15 cm Verlegeabstand, 35/28 °C

  1. 1

    Rohrlänge: 20 m² geteilt durch 0,15 m plus 10 Prozent Zuschlag

    = 146,67 m, also 7,33 m je m²

  2. 2

    Aufteilen auf Heizkreise mit höchstens 100 m

    = 2 Heizkreise mit je 73,33 m

  3. 3

    Übertemperatur bei 35/28 °C und 20 °C Raumtemperatur

    = 11,14 K

  4. 4

    Wärmeabgabe mit dem Kennwert für Fliese bei 15 cm Abstand

    = 66 W/m², zusammen 1.314 W

  5. 5

    Vergleich mit der Heizlast von 60 W/m²

    = 1.200 W Bedarf, Deckung 110 Prozent

Der geflieste Raum wird mit 35 °C Vorlauf ausreichend warm, rechnerisch genügen schon 34,5 °C. Die Reserve ist klein, aber für eine Wärmepumpe genau richtig. Mit Parkett wären rund 38 °C nötig.

Typische Fehler

errorBodenbelag erst nach der Planung ausgewählt

Teppich und dickes Parkett dämmen die Heizfläche spürbar. Legen Sie den Belag vor der Planung fest, damit Verlegeabstand und Vorlauftemperatur dazu passen. Ein späterer Wechsel von Fliese auf Teppich kann einen Raum unterversorgen.

errorHeizkreise unterschiedlich lang geplant

Ein sehr kurzer und ein sehr langer Kreis am selben Verteiler bekommen ohne Abgleich ungleich viel Wasser. Teilen Sie die Rohrlänge möglichst gleichmäßig auf und stellen Sie die Durchflüsse am Verteiler passend ein.

errorRandzonen vergessen

Vor großen Fenstern und Außenwänden ist der Wärmeverlust höher. Ein engerer Verlegeabstand in einer Randzone gleicht das aus, ohne dass der ganze Raum dichter verlegt werden muss. Das spart Rohr und hält die Oberfläche angenehm.

Vorlauftemperatur und Belag gehören zusammen

Ob eine Fußbodenheizung mit niedrigem Vorlauf auskommt, entscheidet sich an drei Stellschrauben: Verlegeabstand, Bodenbelag und Heizlast des Raums. Das Beispiel zeigt, wie eng diese Größen zusammenhängen. Unter Fliesen reichen 35 °C, unter Parkett liefert derselbe Aufbau nur rund 48 W/m² und deckt damit nur 80 Prozent des Bedarfs. Der Rechner schlägt dann rund 38 °C vor, alternativ lässt sich der Verlegeabstand auf 10 cm verringern.

Für eine Wärmepumpe ist das ein wichtiger Unterschied. Jedes Grad weniger Vorlauf verbessert die Effizienz. Wer im Neubau plant, sollte deshalb eher enger verlegen und dafür mit niedriger Temperatur fahren. Die Mehrkosten für zusätzliches Rohr sind klein im Vergleich zu den Stromkosten über zwanzig Jahre Betrieb.

Obergrenze durch die Oberflächentemperatur

Eine Fußbodenheizung kann nicht beliebig viel Wärme abgeben. In Aufenthaltsräumen darf die Oberfläche höchstens 29 °C warm werden, im Bad 33 °C und in Randzonen 35 °C. Daraus ergibt sich bei 20 °C Raumtemperatur eine Grenze von rund 100 W/m² im Wohnraum und etwa 165 W/m² im Bad. Liegt die Heizlast eines Raums darüber, braucht es eine Zusatzheizung, etwa einen Badheizkörper, oder zuerst eine bessere Dämmung.

Im Neubau wird dieser Grenzwert selten erreicht, weil die Heizlast niedrig ist. Im unsanierten Altbau dagegen kann eine reine Fußbodenheizung an ihre Grenze stoßen. Prüfen Sie in diesem Fall vorab, ob einzelne Räume mit großen Fensterflächen eine Ergänzung benötigen.

Beim Estrich gilt: Zementestrich braucht mindestens 45 mm Überdeckung über dem Rohr und ein Aufheizprotokoll, bevor der Belag verlegt wird. Wer hier Zeit spart, riskiert Risse im Estrich oder Schäden am Oberbelag, die sich später nur mit großem Aufwand beheben lassen.

Für die Regelung empfiehlt sich ein Raumthermostat je Raum, das den zugehörigen Heizkreis am Verteiler öffnet oder schließt. Bei einer Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur arbeiten viele Anlagen allerdings besser, wenn die Kreise weitgehend offen bleiben und die Temperatur über die Heizkurve gesteuert wird.

Passende Rechner

Häufige Fragen: Fußbodenheizung-Rechner

Warum ist die Fußbodenheizung ideal für eine Wärmepumpe? expand_more
Die große Fläche gibt schon bei niedrigen Temperaturen genug Wärme ab. Je niedriger der Vorlauf, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Mit 35 °C statt 55 °C verbessert sich die Jahresarbeitszahl deutlich, und die Stromkosten sinken spürbar.
Wie träge ist eine Fußbodenheizung im Alltag? expand_more
Der Estrich speichert viel Wärme und reagiert deshalb erst nach Stunden auf Änderungen. Eine Nachtabsenkung bringt wenig und kann morgens zu kühlen Räumen führen. Besser ist ein gleichmäßiger Betrieb mit konstanter, niedriger Vorlauftemperatur.
Kann ich eine Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten? expand_more
Ja, mit Dünnschicht- oder Frässystemen, die in den vorhandenen Estrich eingelassen werden. Sie bauen nur wenige Zentimeter auf und reagieren schneller als Nasssysteme. Die Leistung hängt stark vom Aufbau ab, lassen Sie die Heizlast vorher prüfen.
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Vom Verlegeplan zum Material
Rohrlänge, Verlegeabstand und Zahl der Heizkreise bestimmen, wie viel Rohr und welchen Heizkreisverteiler Sie brauchen. Mit diesen Werten stellen Sie das Material für Ihre Fläche zusammen.
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