Brutto-Netto-Gehalt: So wird aus dem Brutto Ihr Netto
Das Nettogehalt entsteht, indem vom Bruttogehalt zwei Blöcke abgezogen werden: die Sozialabgaben für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sowie die Lohnsteuer nach Steuerklasse. Eine geschlossene Formel gibt es nicht, weil die Lohnsteuer aus Steuertabellen stammt. Als Faustregel bleiben von 3.500 Euro brutto rund 2.380 Euro netto übrig.
Netto / Monat
2.096,85 €
Netto / Jahr
25.162,20 €
Abgabenquote
40.1 %
Aufschlüsselung
Vereinfachte Berechnung mit Näherungswerten. Für genaue Werte nutzen Sie den offiziellen BMF-Rechner.
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Formel
Vom monatlichen Bruttogehalt werden zuerst die Sozialabgaben abgezogen — die Arbeitnehmeranteile für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, zusammen rund 20 Prozent. Danach folgt die Lohnsteuer, deren Höhe sich aus Steuerklasse, Freibeträgen und einer amtlichen Steuertabelle ergibt; gegebenenfalls kommen Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer hinzu. Was übrig bleibt, ist das Nettogehalt. Eine einzelne geschlossene Formel gibt es nicht, weil die Lohnsteuer tabellarisch gestaffelt ist.
Rechenbeispiel: 3.500 Euro brutto in Steuerklasse 1
- 1
Bruttogehalt festlegen: 3.500 EUR monatlich, Steuerklasse 1, keine Kirchensteuer
- 2
Sozialabgaben abziehen (Arbeitnehmeranteil rund 20 %)
= ca. 720 EUR
- 3
Lohnsteuer nach Steuertabelle plus Solidaritätszuschlag abziehen
= ca. 400 EUR
- 4
Netto = 3.500 − 720 − 400
= ca. 2.380 EUR
Von 3.500 EUR brutto in Steuerklasse 1 bleiben rund 2.380 EUR netto — eine Abgabenquote von etwa 32 Prozent. Die Werte sind eine grobe Näherung: Die genaue Lohnsteuer hängt von Steuertabelle, Freibeträgen, Krankenkassen-Zusatzbeitrag und Bundesland ab.
Typische Fehler
errorJahresbrutto mit Monatsbrutto verwechselt
Der Rechner erwartet das monatliche Bruttogehalt. Wer aus Versehen das Jahresbrutto einträgt, erhält völlig unrealistische Abzüge. Teilen Sie ein Jahresgehalt zunächst durch zwölf, bevor Sie es eingeben.
errorNetto als exakten Wert der Lohnabrechnung erwartet
Vereinfachte Rechner arbeiten mit pauschalen Sätzen und bilden nicht jeden Freibetrag ab. Das Ergebnis ist eine gute Orientierung, ersetzt aber die offizielle Entgeltabrechnung des Arbeitgebers nicht.
errorSteuerklasse falsch gewählt
Die Steuerklasse bestimmt die Lohnsteuer maßgeblich. Ledige nutzen Klasse 1, Verheiratete je nach Einkommensverteilung 3/5 oder 4/4. Eine falsche Klasse verschiebt das Netto um mehrere Hundert Euro.
Warum Brutto und Netto so weit auseinanderliegen
Das Bruttogehalt aus dem Arbeitsvertrag klingt gut — auf dem Konto landet am Monatsende jedoch deutlich weniger. Der Grund sind zwei Abzugsblöcke, die unabhängig voneinander wirken. Der erste Block sind die Sozialversicherungsbeiträge. Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen. Der Arbeitnehmeranteil macht rund 20 Prozent des Bruttolohns aus und ist weitgehend unabhängig von der Steuerklasse.
Der zweite Block ist die Lohnsteuer. Sie ist der eigentliche Grund dafür, dass sich das Netto nicht mit einer einzigen Formel ausrechnen lässt: Die Steuer folgt einer progressiven Tabelle, steigt also mit dem Einkommen überproportional an und hängt zusätzlich von der Steuerklasse und eingetragenen Freibeträgen ab. Genau deshalb liefert ein Rechner hier bessere Ergebnisse als jede Faustformel.
Was das für Ihre Planung bedeutet
Wer eine Gehaltserhöhung aushandelt, sollte immer den Netto-Effekt betrachten. Durch die Progression bleiben von 500 Euro mehr Brutto oft nur 250 bis 300 Euro netto übrig. Umgekehrt lohnt sich der Blick auf Freibeträge: Wer hohe Werbungskosten hat — etwa durch einen langen Arbeitsweg — kann diese eintragen lassen und erhöht damit sein monatliches Netto sofort, statt bis zur Steuererklärung zu warten. Der Arbeitsweg selbst lässt sich mit dem Pendlerrechner beziffern.
Für Teilzeitkräfte gelten dieselben Mechanismen, nur auf niedrigerer Basis — hier hilft der Teilzeit-Gehalt-Rechner, das anteilige Netto einzuschätzen. Wer nach Stunden bezahlt wird, rechnet mit dem Netto-vom-Stundenlohn-Rechner vom Stundensatz zum Monatsnetto. So entsteht ein realistisches Bild davon, was am Monatsende tatsächlich zur Verfügung steht.
Passende Rechner
Häufige Fragen: Gehaltsrechner
Warum ist mein Netto niedriger, als ich erwartet habe? expand_more
Wie wirkt sich der Kinderfreibetrag auf das Netto aus? expand_more
Rechnet der Gehaltsrechner mit Monats- oder Jahresbrutto? expand_more
Bekomme ich das errechnete Netto genau so überwiesen? expand_more
Verwandte Rechner
Verwandte Begriffe
Bruttolohn
Das Gesamtgehalt vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.
Kirchensteuer
Eine Abgabe von 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) bzw. 9 % (übrige Bundesländer) auf die Lohnsteuer für Kirchenmitglieder.
Kurzarbeitergeld
Kurzarbeitergeld ist eine Lohnersatzleistung der Bundesagentur für Arbeit, die bei vorübergehendem Arbeitsausfall gezahlt wird. Es ersetzt rund 60 Prozent der pauschalierten Nettoentgeltdifferenz, mit Kind rund 67 Prozent.
Lohnsteuer
Die Einkommensteuer auf Arbeitslohn, die der Arbeitgeber direkt vom Gehalt einbehält und ans Finanzamt abführt.
Midijob
Ein Midijob ist eine Beschäftigung im sogenannten Übergangsbereich mit einem Verdienst von rund 556,01 bis 2.000 Euro im Monat. Hier zahlen Arbeitnehmer reduzierte, gleitend ansteigende Sozialbeiträge.