Heizlast pro m²: Wie viele kW braucht mein Haus wirklich?
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Ein Einfamilienhaus mit 140 m² aus den Jahren 1978 bis 1994 braucht bei minus 12 Grad Außentemperatur rund 16 kW Heizleistung. Sie erhalten den Wert, indem Sie die Wohnfläche mit der spezifischen Heizlast des Baujahrs multiplizieren. Für eine Wärmepumpe entscheidet dieser Wert über die Gerätegröße, eine zu großzügige Reserve schadet eher, als dass sie nützt.
Heizlast gesamt
16,1 kW
Spezifische Heizlast
115 W/m²
Wärmepumpen-Größe
18 kW
Jahreswärmebedarf
30.590 kWh
Hohe Heizlast: vor einem Heizungstausch Dämmung oder Fenster prüfen, sonst hohe Vorlauftemperaturen nötig.
Die passende Wärmepumpe inklusive Marktgrößen finden Sie im Wärmepumpen-Größenrechner, die Heizkörperauslegung im Heizkörper-Rechner.
Überschlag mit Faustwerten je Baujahr. Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durch einen Fachbetrieb ist für Förderanträge und die Auslegung verbindlich.
Direkt zum Tool: Heizlast-Rechner öffnen
Formel
Die Heizlast ist die Wohnfläche mal der spezifischen Heizlast in Watt je Quadratmeter, die vom Baujahr oder Sanierungsstand abhängt. Weicht die Raumhöhe von 2,50 m ab oder liegt der Standort kälter oder wärmer als minus 12 Grad, wird der Wert mit einem Faktor angepasst. Für den Jahresbedarf multiplizieren Sie die Heizlast mit den Vollbenutzungsstunden.
P = A · q · (h / 2,5) · (20 − Ta) / 32
- P
- Heizlast des Gebäudes in Watt
- A
- beheizte Wohnfläche in m²
- q
- spezifische Heizlast nach Baujahr in W/m²
- h
- Raumhöhe in Metern
- Ta
- Normaußentemperatur des Standorts in °C
Rechenbeispiel: 140 m² Einfamilienhaus, Baujahr 1978 bis 1994
- 1
Spezifische Heizlast der Baualtersklasse ablesen, Spanne 100 bis 130 W/m²
= 115 W/m²
- 2
Wohnfläche mal spezifische Heizlast: 140 m² × 115 W/m², Raumhöhe 2,5 m und minus 12 Grad ohne Korrektur
= 16,1 kW Heizlast
- 3
Spanne der Baualtersklasse auf die Fläche übertragen: 14 bis 18,2 kW, der Mittelwert entspricht der Rechnung
= 16.100 W
- 4
Nächste übliche Marktgröße der Wärmepumpe wählen
= 18 kW
- 5
Jahresheizwärme bei 1.900 Vollbenutzungsstunden: 16,1 kW × 1.900 h
= 30.590 kWh pro Jahr
Das Haus liegt mit 16,1 kW mitten in der Spanne seiner Baualtersklasse. Eine Wärmepumpe mit 18 kW deckt diese Last. Ist das Haus schon teilsaniert, sinkt der Wert auf rund 13,3 kW und ein 14-kW-Gerät reicht aus.
Typische Fehler
errorSicherheitszuschläge doppelt aufgeschlagen
Die Faustwerte enthalten bereits die Auslegung für den kältesten Tag. Wer zusätzlich 20 Prozent Reserve aufschlägt und dann noch aufrundet, landet bei einer Wärmepumpe, die im Großteil des Jahres zu groß ist und häufig taktet.
errorWohnfläche und beheizte Fläche verwechselt
Zählen Sie nur Räume, die tatsächlich beheizt werden. Ein ungeheizter Keller, eine kalte Garage oder ein nicht ausgebauter Dachboden gehören nicht in die Rechnung, auch wenn sie im Grundriss mitgezählt werden.
errorDen Wert ohne Plausibilitätsprüfung übernommen
Teilen Sie den Energieverbrauch der letzten Jahre durch rund 1.900 Vollbenutzungsstunden. Liegt das Ergebnis deutlich unter dem Faustwert, ist Ihr Haus besser als der Durchschnitt seines Baujahrs und die kleinere Wärmepumpe passt.
Warum eine knapp bemessene Wärmepumpe oft die bessere ist
Bei Öl- und Gaskesseln spielte die genaue Heizlast kaum eine Rolle. Ein Kessel mit 25 kW in einem Haus, das 12 kW braucht, lief einfach öfter in Teillast. Bei der Wärmepumpe ist das anders. Sie arbeitet am effizientesten, wenn sie lange und gleichmäßig durchläuft. Jede unnötige Reserve kostet Anschaffungspreis und Effizienz.
Deshalb lohnt es sich, den Überschlag gegen die Realität zu prüfen. Die Faustwerte je Baujahr beschreiben den Durchschnitt. Ein Haus von 1985 mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach kann deutlich darunter liegen, ein ungepflegtes Haus mit undichten Rollladenkästen darüber. Der Blick auf die Verbrauchsabrechnungen der letzten drei Jahre ist die einfachste Kontrolle.
Wichtig ist auch der Bivalenzpunkt. Viele Luft-Wasser-Wärmepumpen sind so ausgelegt, dass ein elektrischer Heizstab an den wenigen extrem kalten Tagen des Jahres unterstützt. Das ist kein Planungsfehler, solange der Heizstab nur wenige Stunden im Jahr läuft. Sprechen Sie das Thema beim Angebot ausdrücklich an.
Heizlast vor dem Heizungstausch senken
Wer vor dem Einbau einer Wärmepumpe steht, sollte zuerst prüfen, ob einzelne Maßnahmen an der Hülle die Heizlast spürbar senken. Die oberste Geschossdecke zu dämmen kostet vergleichsweise wenig und macht aus einem unsanierten Haus schnell einen teilsanierten. Im Beispiel sinkt die Last dadurch von 16,1 auf rund 13,3 kW, und die Wärmepumpe wird eine Größe kleiner.
Die Heizlast bestimmt außerdem die Vorlauftemperatur. Je niedriger die Last im Verhältnis zu den Heizflächen, desto kühler kann das Heizwasser sein, und jedes Grad weniger Vorlauf verbessert die Effizienz. Für den Förderantrag und die endgültige Planung braucht es dennoch eine raumweise Berechnung nach DIN EN 12831 durch den Fachbetrieb.
Auch der Warmwasserbedarf gehört in die Planung. Rechnen Sie rund 0,25 kW je Person hinzu, wenn die Wärmepumpe das Trinkwasser mitbereitet. Bei vier Personen steigt die Last im Beispiel auf 17,1 kW, die empfohlene Gerätegröße bleibt mit 18 kW gleich. Erst bei größeren Haushalten oder knapp bemessenen Häusern springt die Empfehlung eine Stufe höher.