Welche Klimaanlage brauche ich für mein Zimmer? Kühllast richtig schätzen
Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik
Für ein Zimmer mit 25 m², mittlerer Dämmung und normaler Sonneneinstrahlung brauchen Sie rund 2,3 kW Kühlleistung, wenn zwei Personen und 200 W Geräte im Raum sind. Das entspricht etwa 7.800 BTU. Die passende Geräteklasse ist ein Gerät mit 9.000 BTU oder 2,6 kW, das bis etwa 29 m² reicht.
Kühlleistung
2,27 kW
BTU je Stunde
7.762
Empfohlene Geräteklasse
9.000 BTU
2,6 kW
Stromkosten je Saison
44,10 €
12.000 BTU/h entsprechen 3,52 kW und reichen bei 75 W/m² für rund 46,9 m² (ohne Personen und Geräte).
Faustformel 60 bis 100 W/m², keine Kühllastberechnung nach VDI 2078. Laufende Kosten je Tag, Monat und Jahr: Klimaanlage-Stromkosten-Rechner.
Direkt zum Tool: Klimaanlage-Leistungsrechner öffnen
Formel
Die Kühllast ist die Raumfläche mal einem Faustwert in Watt je Quadratmeter, der von Dämmung und Sonneneinstrahlung abhängt. Dazu kommen 100 W je Person und die Leistung aller elektrischen Geräte im Raum. Ein Watt entspricht 3,412 BTU je Stunde. Die Stromaufnahme ist die Kühlleistung geteilt durch den SEER-Wert des Geräts.
Q = A · q · (h / 2,5) + 100 W · Personen + Geräte
- Q
- Kühllast in Watt
- A
- Raumfläche in m²
- q
- Faustwert je m² nach Dämmung und Sonne, 50 bis 110 W/m²
- h
- Raumhöhe in Metern
Rechenbeispiel: Wohnraum mit 25 m², zwei Personen und 200 W Geräten
- 1
Flächenanteil bei mittlerer Dämmung und mittlerer Sonne: 25 m² × 75 W/m²
= 1.875 W
- 2
Zwei Personen und Geräte ergänzen
= 200 W plus 200 W, Kühllast 2.275 W
- 3
In BTU je Stunde umrechnen: 2.275 W × 3,412
= 7.762 BTU/h
- 4
Nächste Geräteklasse wählen
= 9.000 BTU, 2,6 kW, ausreichend bis 29,33 m²
- 5
Stromkosten bei SEER 6,5, 35 ct/kWh, 6 Stunden täglich an 60 Tagen
= 126 kWh, rund 44,10 EUR pro Saison
Ein Split-Gerät mit 9.000 BTU kühlt den Raum zuverlässig und kostet rund 44 Euro Strom pro Sommer. Ein Monoblock mit SEER 3 bräuchte für dieselbe Kühlleistung etwa 273 kWh und rund 96 Euro.
Typische Fehler
errorNur die Fläche betrachtet
Ein Dachzimmer mit Südfenstern braucht deutlich mehr Leistung als ein schattiger Raum gleicher Größe. Im Beispiel steigt die Kühllast bei starker Sonne von 2.275 auf 2.650 W, und statt 9.000 wird die Klasse mit 12.000 BTU nötig.
errorDas größte Gerät gewählt, um sicher zu gehen
Ein zu starkes Gerät kühlt schnell herunter und schaltet ab, bevor es die Luft ausreichend entfeuchtet hat. Der Raum fühlt sich dann kühl, aber klamm an. Wählen Sie die nächste passende Klasse statt der größten.
errorHeizleistung und Kühlleistung vertauscht
Viele Split-Geräte nennen zwei Werte auf dem Datenblatt. Für den Sommer zählt die Kühlleistung. Wer die meist höhere Heizleistung vergleicht, kauft ein Gerät, das im Hochsommer zu schwach ist.
Kühllast realistisch einschätzen
Die Leistung einer Klimaanlage hängt weniger von der Raumgröße ab, als viele denken. Entscheidend ist, wie viel Wärme von außen hereinkommt und wie viel im Raum selbst entsteht. Ein gut gedämmter Raum im Erdgeschoss mit Fenstern nach Norden kommt mit 50 W/m² aus, ein schlecht gedämmtes Dachgeschoss mit großen Südfenstern braucht bis zu 110 W/m². Zwischen diesen Extremen liegt mehr als ein Faktor zwei.
Hinzu kommen innere Lasten. Jede Person gibt beim Sitzen rund 100 W Wärme ab. Ein Gaming-PC mit großem Monitor erzeugt schnell 300 bis 500 W, die das Klimagerät zusätzlich abführen muss. Im Home-Office oder im Kinderzimmer mit Spielkonsole lohnt es sich daher, die Geräteleistung ehrlich einzutragen.
Split, Monoblock und die Frage nach dem Einbau
Ein Split-Gerät besteht aus einem Innen- und einem Außenteil, die über Kältemittelleitungen verbunden sind. Der Einbau gehört in die Hand eines zertifizierten Fachbetriebs. In Mietwohnungen und Eigentumswohnungen sollten Sie vorher mit Vermieter oder Eigentümergemeinschaft sprechen, weil das Außengerät an der Fassade oder auf dem Balkon sichtbar ist.
Monoblöcke stehen im Raum und leiten die warme Abluft über einen Schlauch durch das Fenster. Durch den Spalt strömt warme Luft nach, was die Wirkung schmälert. Eine Fensterabdichtung verbessert das Ergebnis deutlich. Für einzelne heiße Tage im Jahr kann ein Monoblock trotzdem die pragmatische Wahl sein.
Wer ohnehin über eine Wärmepumpe nachdenkt, kann eine Luft-Luft-Split-Anlage auch im Winter zum Heizen nutzen. Sie ersetzt damit in der Übergangszeit einen Teil der Heizung und nutzt das Gerät über das ganze Jahr.
Für die Stromkosten zählt neben dem SEER-Wert vor allem die Laufzeit. Wer tagsüber die Rollläden schließt, nachts lüftet und das Gerät erst bei spürbarer Hitze einschaltet, kommt mit deutlich weniger Betriebsstunden aus. Eine Photovoltaikanlage passt gut dazu, weil die höchste Kühllast genau dann anfällt, wenn die Sonne am stärksten scheint.