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GPS-Koordinaten von Grad, Minuten, Sekunden in Dezimalgrad umrechnen

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Für Dezimalgrad teilen Sie die Minuten durch 60 und die Sekunden durch 3.600 und addieren beides zu den ganzen Grad. Aus 52° 31′ 12″ N wird so 52,52. Liegt der Punkt südlich des Äquators oder westlich von Greenwich, bekommt der Wert ein Minuszeichen. Breite und Länge rechnen Sie getrennt nach derselben Formel um.

Erkannt werden Dezimalgrad, Grad/Minuten/Sekunden und Dezimalminuten mit N, S, O (E) und W sowie UTM. Ohne Himmelsrichtung gilt: erst Breite, dann Länge, Süden und Westen mit Minus.

Dezimalgrad (DD)

52.520008, 13.404954

Format für Google Maps und die meisten Apps

Grad, Minuten, Sekunden (GMS)

52° 31′ 12,0″ N, 13° 24′ 17,8″ O

52°31'12.0"N 13°24'17.8"E

Grad, Dezimalminuten (GDM)

52° 31,200′ N, 13° 24,297′ O

N52° 31.200' E13° 24.297'

UTM (WGS84)

33U 391776 5820073

Zone 33, Band U, Ostwert und Nordwert in Metern

Rechenweg

  1. Erkanntes Format: Dezimalgrad
  2. Dezimalgrad = Grad + Minuten / 60 + Sekunden / 3600, Süd und West werden negativ.
  3. Breite: 52,520008° → 52°, Rest 0,520008 · 60 = 31,2005′ → 52° 31′ 12,0″ N
  4. Länge: 13,404954° → 13°, Rest 0,404954 · 60 = 24,2972′ → 13° 24′ 17,8″ O
  5. UTM: Zone 33 (Mittelmeridian 15°), Band U: Ostwert 391.776 m, Nordwert 5.820.073 m

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Formel

Dezimalgrad gleich Grad plus Minuten geteilt durch 60 plus Sekunden geteilt durch 3.600. Für Süd und West wird das Ergebnis negativ.

DD = G + M / 60 + S / 3600; Süd und West: DD = −(G + M / 60 + S / 3600)

G
ganze Grad
M
Bogenminuten, 0 bis unter 60
S
Bogensekunden, 0 bis unter 60
DD
Dezimalgrad, wie Google Maps und die meisten Apps ihn verwenden

Rechenbeispiel: Berlin in Dezimalgrad und Luftlinie nach München

  1. 1

    Breite 52° 31′ 12″ N umrechnen: 52 + 31 / 60 + 12 / 3600, Nord bleibt positiv

    = 52,52°

  2. 2

    Länge 13° 24′ 18″ O umrechnen: 13 + 24 / 60 + 18 / 3600, Ost bleibt positiv

    = 13,405°

  3. 3

    Zielpunkt München in Dezimalgrad eintragen: 48.137, 11.575

  4. 4

    Luftlinie mit der Haversine-Formel auf der Kugel mit 6.371 km Radius

    = 504,34 km

  5. 5

    Anfangskurs von Berlin aus, gemessen im Uhrzeigersinn ab Nord

    = 195,63°

Berlin liegt in Dezimalgrad bei 52,52 und 13,405. Von dort sind es 504,34 Kilometer Luftlinie nach München, der Startkurs zeigt nach Süd-Südwest.

Typische Fehler

errorMinuten wie Nachkommastellen behandelt

52° 30′ sind nicht 52,30 Grad, sondern 52,5 Grad, denn 30 Minuten sind ein halbes Grad. Teilen Sie Minuten immer durch 60, bevor Sie sie zu den Grad addieren. Sonst liegt der Punkt um viele Kilometer daneben.

errorDas Minuszeichen nur an die Minuten oder Sekunden gesetzt

Das Vorzeichen gilt für den gesamten Winkel. Rechnen Sie zuerst Grad, Minuten und Sekunden positiv zusammen und setzen Sie das Minus für Süd oder West erst ans Ergebnis. 74° 0′ 21,6″ W wird zu minus 74,006.

Warum es für GPS-Koordinaten mehrere Schreibweisen gibt

Grad, Minuten und Sekunden stammen aus der Astronomie und Seefahrt, lange bevor es Computer gab. Die Teilung durch 60 ließ sich mit Papier, Sextant und Tabellen gut handhaben, und Atlanten, Seekarten und viele Wikipedia-Artikel schreiben Koordinaten bis heute so. Software rechnet dagegen lieber mit einer einzigen Kommazahl pro Achse. Deshalb speichern Karten-Apps, Navigationsgeräte und Datenbanken Positionen in Dezimalgrad und zeigen andere Formate nur auf Wunsch an.

Dazwischen steht das Format mit Dezimalminuten. Es behält die ganzen Grad, schreibt aber die Minuten mit Nachkommastellen. Viele GPS-Handgeräte, Geocaching-Listings und Funkmeldungen in der Schifffahrt nutzen diese Form, weil sie sich gut vorlesen lässt und trotzdem mit wenigen Ziffern auskommt. Für die Umrechnung in Dezimalgrad gilt dieselbe Idee wie bei Sekunden, nur in einem Schritt: Sie teilen die Dezimalminuten durch 60 und addieren sie zu den Grad. Aus 52° 31,200′ wird so wieder 52,52. Umgekehrt multiplizieren Sie den Nachkommaanteil des Dezimalgrads mit 60 und runden auf drei Stellen, was etwa zwei Metern Genauigkeit entspricht.

Wichtig ist, dass alle Formate auf dasselbe Bezugssystem verweisen. GPS arbeitet mit WGS84, und praktisch alle modernen Karten tun das auch. Ältere deutsche Topografische Karten verwenden teils andere Bezugssysteme. Dort können zwei Angaben mit identischen Zahlen um mehr als hundert Meter auseinanderliegen. Wer historische Koordinaten übernimmt, sollte das Bezugssystem deshalb prüfen.

Kontrolle nach dem Umrechnen

Nach jeder Umrechnung lohnt ein kurzer Blick auf die Karte. Fügen Sie die Dezimalwerte in eine Karten-App ein und prüfen Sie, ob der Punkt im richtigen Land liegt. Landet eine Adresse in Deutschland plötzlich im Meer oder auf einem anderen Kontinent, sind meist Breite und Länge vertauscht oder ein Vorzeichen fehlt. Bei Abweichungen von wenigen Kilometern ist dagegen fast immer eine Minute als Nachkommastelle gelesen worden. Eine gute Gegenprobe ist die Rückrechnung: Wandeln Sie das Ergebnis wieder in Grad, Minuten und Sekunden um. Weichen die Sekunden nur in der ersten Nachkommastelle ab, liegt das an der Rundung und ist unbedenklich.

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Häufige Fragen: Koordinaten-Umrechner

Wie rechne ich Dezimalgrad zurück in Grad, Minuten und Sekunden? expand_more
Die ganzen Grad bleiben stehen. Den Rest multiplizieren Sie mit 60, die ganze Zahl davon sind die Minuten. Den verbleibenden Rest multiplizieren Sie wieder mit 60 und erhalten die Sekunden. Aus 52,52 werden so 52 Grad, 31 Minuten und 12 Sekunden.
Woran erkenne ich, ob eine Angabe in GMS oder in Dezimalminuten vorliegt? expand_more
Zählen Sie die Zahlen pro Achse. Drei Zahlen bedeuten Grad, Minuten und Sekunden. Zwei Zahlen, bei denen die zweite Nachkommastellen hat, bedeuten Grad und Dezimalminuten. Eine einzelne Kommazahl ist Dezimalgrad. Das Zeichen für Sekunden fehlt bei Dezimalminuten immer.
Warum zeigen zwei Apps für denselben Ort leicht unterschiedliche Koordinaten? expand_more
Meist liegt es an der Rundung oder an einem anderen Bezugspunkt, etwa Rathaus statt Stadtmitte. Seltener verwendet eine Quelle ein älteres Bezugssystem als WGS84, das GPS nutzt. Dann können sich Abweichungen von mehr als hundert Metern ergeben.

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