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Auto · Ratgeber

Reicht eine Nacht an der Wallbox? Ladezeit und Onboard-Lader verstehen

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

An einer 11-kW-Wallbox lädt ein Akku mit 60 kWh von 20 auf 80 Prozent in rund 3 Stunden 40 Minuten. Das passt problemlos in eine Nacht. Entscheidend ist aber der Onboard-Lader des Autos: Kann er nur 7,4 kW, dauert dieselbe Ladung gut 5 Stunden, mit 3,7 kW fast 11 Stunden.

Ladezeit

3:38 h

Geladen (netto)

36 kWh

Bezogen (brutto)

40 kWh

Kosten

14,00 €

Ladeleistung am Ladepunkt11 kW
Wirksame Ladeleistung11 kW (AC)
Mittlere Leistung im Akku9,9 kW
Ladeverlust10 % (4 kWh)
Kosten je kWh im Akku0,39 €
Ladezeit in Minuten218 min
LadestandNach Minuten
30 %36 min
40 %73 min
50 %109 min
60 %145 min
70 %182 min
80 %218 min

DC-Ladekurve vereinfacht: volle Leistung bis 50 %, danach linear auf 20 % bei 100 %. Verluste als Faustwerte aus ADAC-Messungen; reale Ladezeiten hängen von Akkutemperatur und Fahrzeug ab. Reichweite je Ladehub: E-Auto-Reichweitenrechner.

Direkt zum Tool: Ladezeit-Rechner öffnen

Formel

Die geladene Energie ist die Akkukapazität mal der Differenz aus Ziel- und Start-Ladestand. Die wirksame Ladeleistung ist das Minimum aus Leistung des Ladepunkts und Leistung des Onboard-Laders, abzüglich der Ladeverluste. Die Ladezeit ist die geladene Energie geteilt durch diese wirksame Leistung. Die Kosten berechnen Sie aus der Energie inklusive Verlusten mal Strompreis.

t = E_netto / (min(P_Ladepunkt, P_Fahrzeug) · (1 − v))

t
Ladezeit in Stunden
E_netto
Energie, die im Akku ankommt, in kWh
P
Ladeleistung von Ladepunkt und Fahrzeug in kW
v
Ladeverlust als Anteil, an der Wallbox rund 10 Prozent

Rechenbeispiel: 60 kWh Akku von 20 auf 80 Prozent an der 11-kW-Wallbox

  1. 1

    Energie im Akku: 60 kWh × (80 % − 20 %)

    = 36 kWh netto

  2. 2

    Ladeverlust von 10 Prozent aufschlagen

    = 40 kWh aus dem Netz, davon 4 kWh Verlust

  3. 3

    Wirksame Ladeleistung: 11 kW abzüglich Verlust

    = 9,9 kW

  4. 4

    Ladezeit: 36 kWh geteilt durch 9,9 kW

    = 218 Minuten

  5. 5

    Kosten bei 35 ct/kWh

    = 14 EUR, also 0,39 EUR je kWh im Akku

Die Ladung ist nach knapp vier Stunden abgeschlossen und kostet 14 Euro. Selbst ein Auto mit 7,4-kW-Lader wäre nach rund 5 Stunden 24 Minuten fertig, also ebenfalls vor dem Morgen.

Typische Fehler

errorWallbox-Leistung mit Fahrzeugleistung verwechselt

Die Wallbox gibt nur so viel Leistung ab, wie das Auto aufnehmen kann. Prüfen Sie im Datenblatt die maximale AC-Ladeleistung. Viele ältere und kleinere Modelle laden einphasig und schöpfen eine 11-kW-Wallbox nicht aus.

errorLadeverluste bei den Kosten vergessen

Bezahlt wird der Strom aus dem Netz, nicht der Strom im Akku. An der Wallbox gehen rund 10 Prozent verloren, an der Haushaltssteckdose mehr. Rechnen Sie Ihre Kosten je Kilowattstunde deshalb auf die tatsächlich geladene Energie um.

Der Onboard-Lader bestimmt das Tempo an der Wallbox

Viele gehen davon aus, dass eine 11-kW-Wallbox immer mit 11 kW lädt. Tatsächlich entscheidet das Auto. Der Onboard-Lader wandelt den Wechselstrom um, und seine Leistung ist fest verbaut. Moderne Mittelklassefahrzeuge laden dreiphasig mit 11 kW, manche Modelle optional mit 22 kW. Kleinwagen und viele Plug-in-Hybride laden dagegen nur einphasig mit 3,7 oder 7,4 kW.

Für das Beispiel bedeutet das: Die gleiche Ladung von 20 auf 80 Prozent dauert mit 11 kW rund 218 Minuten, mit 7,4 kW 5 Stunden 24 Minuten und mit 3,7 kW 10 Stunden 49 Minuten. An der Haushaltssteckdose mit 2,3 kW wären es über 19 Stunden. Die Stromkosten bleiben an der Wallbox gleich, nur die Zeit ändert sich.

Wann die Ladezeit wirklich zählt

Für das tägliche Laden über Nacht ist die Ladezeit meist nebensächlich. Zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn liegen zehn Stunden oder mehr, und die wenigsten fahren täglich so weit, dass der Akku leer ist. Wichtiger wird die Ladezeit in drei Situationen: bei Schichtarbeit mit kurzen Standzeiten, wenn sich mehrere Fahrzeuge eine Wallbox teilen, und wenn Sie günstigen Nachtstrom oder Solarstrom aus einem engen Zeitfenster nutzen möchten.

In diesen Fällen lohnt ein Blick auf die Ladeleistung beim nächsten Autokauf. Ein dreiphasiger Lader spart gegenüber einem einphasigen viele Stunden je Woche. Für die Wallbox selbst reichen 11 kW in den meisten Haushalten aus, zumal die meisten Autos ohnehin nicht schneller als mit 11 kW Wechselstrom laden.

Auch der Ladestand spielt eine Rolle. An der Wallbox lädt das Auto über den gesamten Bereich nahezu gleich schnell, weil die AC-Leistung weit unter der Belastungsgrenze des Akkus liegt. Am Schnelllader fällt die Leistung oberhalb von 50 Prozent dagegen deutlich ab. Die Zwischenstände im Rechner zeigen, wann welcher Ladestand erreicht ist, und helfen so bei der Planung eines kurzen Ladefensters.

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Häufige Fragen: Ladezeit-Rechner

Was ist ein Onboard-Lader? expand_more
Der Onboard-Lader wandelt den Wechselstrom aus Wallbox oder Steckdose im Auto in Gleichstrom für den Akku um. Seine Leistung begrenzt jede AC-Ladung. Am Schnelllader mit Gleichstrom wird er umgangen, deshalb gelten dort andere, meist viel höhere Grenzen.
Wie viel muss ich jede Nacht nachladen? expand_more
Nur so viel, wie Sie am Tag verbrauchen. Wer täglich 50 km fährt und 18 kWh je 100 km braucht, lädt rund 9 kWh nach. Das dauert an einer 11-kW-Wallbox unter einer Stunde, selbst an der Haushaltssteckdose nur einige Stunden.
Warum wird das Laden im Winter langsamer? expand_more
Ein kalter Akku nimmt Strom nur gebremst auf, um die Zellen zu schonen. Beim Laden an der Wallbox fällt das kaum auf, am Schnelllader dagegen deutlich. Vorkonditionieren über die Navigation wärmt den Akku auf dem Weg zur Ladesäule vor.
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Von der Ladezeit zur passenden Wallbox
Die Ladezeit hängt an der Leistung des Ladepunkts. Wenn Sie zuhause mit 11 kW statt an der Haushaltssteckdose laden möchten, ist die Wallbox der nächste Schritt.
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