Mehrkilometer im Leasing: nachzahlen oder den Vertrag anpassen?
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Wer nach einem Jahr schon 15.000 km gefahren ist, obwohl 10.000 km pro Jahr vereinbart sind, landet nach drei Jahren bei rund 45.000 km. Nach Abzug der Freigrenze von 2.500 km bleiben 12.500 Mehrkilometer, bei 10 Cent je Kilometer also 1.250 Euro Nachzahlung. Früh erkannt, lässt sich das oft günstiger über eine Vertragsanpassung lösen.
Prognose Endkilometer
45.000 km
Vertragskilometer
30.000 km
Mehrkilometer
15.000 km
Nachzahlung
1.250,00 €
Bei gleichem Fahrverhalten enden Sie mit 15.000 km über dem Vertrag. Abzüglich 2.500 km Kulanz werden 12.500 km berechnet. Wer im Rahmen bleiben will, darf noch 625 km je Monat fahren; alternativ den Vertrag auf 15.000 km je Jahr anpassen.
Kulanz, Cent-Sätze und Erstattungsdeckel sind marktübliche Werte; maßgeblich ist der eigene Leasingvertrag. Rate und Gesamtkosten: Leasingfaktor-Rechner.
Direkt zum Tool: Leasing-Kilometer-Rechner öffnen
Formel
Die Vertragskilometer sind die vereinbarten Kilometer pro Jahr mal Laufzeit in Monaten geteilt durch 12. Die Prognose ist der bisherige Kilometerstand geteilt durch die bisherigen Monate mal die Laufzeit. Von der Differenz zieht der Leasinggeber die Freigrenze ab, der Rest wird mit dem Mehrkilometersatz abgerechnet.
Nachzahlung = (Prognose − Vertrag − Freigrenze) · Satz je km
- Prognose
- hochgerechneter Kilometerstand zum Vertragsende
- Vertrag
- vereinbarte Gesamtlaufleistung
- Freigrenze
- Kulanz ohne Abrechnung, meist 2.500 km
Rechenbeispiel: 10.000 km pro Jahr, 36 Monate, nach 12 Monaten 15.000 km
- 1
Vertragskilometer: 10.000 km × 36 / 12
= 30.000 km
- 2
Bisheriges Tempo auf die Laufzeit hochrechnen: 15.000 km in 12 Monaten sind 1.250 km im Monat
= 45.000 km Prognose
- 3
Mehrkilometer abzüglich Freigrenze von 2.500 km
= 15.000 km mehr, davon 12.500 km abrechenbar
- 4
Nachzahlung bei 10 ct je Kilometer
= 1.250 EUR
- 5
Restbudget ohne Nachzahlung für die verbleibenden 24 Monate
= 15.000 km, also 625 km im Monat
Ohne Änderung kostet die Rückgabe 1.250 Euro. Um das zu vermeiden, müssten Sie ab jetzt auf 625 km im Monat kommen, also halb so viel wie bisher. Realistischer ist es, die Laufleistung auf 15.000 km pro Jahr anzupassen.
Typische Fehler
errorErst kurz vor der Rückgabe gerechnet
Eine Anpassung der Laufleistung ist bei vielen Leasinggebern nur während der Laufzeit möglich. Prüfen Sie den Kilometerstand spätestens zur Hälfte der Laufzeit, dann bleiben Ihnen noch alle Optionen offen.
errorFreigrenze als Rabatt auf alle Kilometer verstanden
Die Freigrenze gilt nur für die ersten 2.500 km über oder unter dem Vertrag. Liegen Sie darüber, wird ab dieser Grenze abgerechnet. Manche Verträge rechnen dann sogar alle Mehrkilometer ab, prüfen Sie dazu Ihre Bedingungen.
Früh hochrechnen statt am Ende überrascht werden
Die meisten Leasingnehmer schauen erst bei der Rückgabe auf den Kilometerstand. Dann lässt sich nichts mehr ändern, und die Nachzahlung steht fest. Wer dagegen regelmäßig hochrechnet, erkennt Abweichungen früh genug, um gegenzusteuern.
Die Prognose im Rechner geht davon aus, dass Sie im gleichen Tempo weiterfahren. Das ist eine sinnvolle Annahme, aber nicht immer zutreffend. Ein Umzug näher an den Arbeitsplatz, der Wechsel ins Homeoffice oder ein neues Pendelziel verändern die Laufleistung schlagartig. Rechnen Sie in diesen Fällen mit dem erwarteten neuen Monatswert weiter und nicht mit dem bisherigen Durchschnitt.
Auch saisonale Schwankungen verzerren die Hochrechnung. Wer im Sommer mit dem Auto in den Urlaub fährt, hat nach den ersten Monaten überdurchschnittlich viele Kilometer auf dem Tacho. Eine Prognose kurz nach dem Urlaub fällt dann zu hoch aus. Rechnen Sie deshalb am besten mit einem vollen Jahr als Basis.
Drei Wege, wenn die Kilometer davonlaufen
Stellen Sie früh fest, dass der Vertrag zu knapp ist, haben Sie drei Möglichkeiten. Erstens können Sie beim Leasinggeber eine Anpassung der Laufleistung beantragen. Die Rate steigt dann für die restliche Laufzeit, die spätere Nachzahlung entfällt. Zweitens können Sie die Nachzahlung akzeptieren und das Geld monatlich zurücklegen, im Beispiel rund 52 Euro über die verbleibenden 24 Monate. Drittens können Sie weniger fahren, etwa indem Sie Strecken mit der Bahn oder einem anderen Fahrzeug zurücklegen.
Welche Variante am günstigsten ist, hängt vom Mehrkilometersatz und vom Angebot des Leasinggebers ab. Bei hohen Sätzen von 20 Cent und mehr lohnt sich die Anpassung fast immer. Bei niedrigen Sätzen um 5 Cent kann die Nachzahlung die einfachere Lösung sein.
Denken Sie bei der Rückgabe auch an den Zustand des Fahrzeugs. Viele Kilometer bedeuten mehr Steinschläge, abgefahrene Reifen und Gebrauchsspuren im Innenraum. Diese Posten bewertet ein Gutachter getrennt von den Mehrkilometern. Wer beides gemeinsam im Blick behält, kann vor der Rückgabe gezielt nachbessern lassen und vermeidet eine doppelte Belastung am Vertragsende.