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Was verrät ein Boxplot? Median, Quartile und Ausreißer lesen

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Ein Boxplot fasst eine Datenreihe in fünf Kennzahlen zusammen: Minimum, unteres Quartil, Median, oberes Quartil und Maximum. Die Box umschließt die mittlere Hälfte der Werte, der Strich darin markiert den Median. Werte, die mehr als das 1,5-Fache des Interquartilsabstands außerhalb der Box liegen, gelten als Ausreißer.

Trennen Sie die Werte mit Komma, Semikolon, Leerzeichen oder Zeilenumbruch. Die Reihenfolge spielt keine Rolle.

Median

3

Mittelwert zum Vergleich

4,2857

Unteres Quartil Q1

2

Oberes Quartil Q3

7

Interquartilsabstand

5

Modus

3

2-mal

Sortierte Werte (n = 7)

1233579

Der Mittelwert liegt über dem Median: Einzelne große Werte ziehen den Durchschnitt nach oben (rechtsschief). Quartile: Median der Hälften (ohne den Median bei ungerader Anzahl).

Rechenweg

  1. Werte aufsteigend sortieren: 1, 2, 3, 3, 5, 7, 9
  2. Anzahl n = 7, also ungerade.
  3. Bei ungerader Anzahl ist der Median der mittlere Wert an Position 4: 3
  4. Quartile nach der Methode „Median der Hälften“ (der Median selbst bleibt bei ungerader Anzahl außen vor).
  5. Untere Hälfte: 1, 2, 3 → Q1 = 2
  6. Obere Hälfte: 5, 7, 9 → Q3 = 7
  7. Interquartilsabstand: IQR = Q3 − Q1 = 7 − 2 = 5
  8. Modus (häufigster Wert, 2-mal): 3
  9. Mittelwert zum Vergleich: 30 / 7 = 4,2857. Der Mittelwert liegt über dem Median: Einzelne große Werte ziehen den Durchschnitt nach oben (rechtsschief).

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Formel

Der Interquartilsabstand ist das obere Quartil minus das untere Quartil. Als Ausreißer gilt jeder Wert, der kleiner ist als das untere Quartil minus das 1,5-Fache dieses Abstands oder größer als das obere Quartil plus das 1,5-Fache.

IQR = Q3 − Q1; Ausreißer, wenn x < Q1 − 1,5 · IQR oder x > Q3 + 1,5 · IQR

Q1
unteres Quartil, ein Viertel der Werte liegt darunter
Q3
oberes Quartil, drei Viertel der Werte liegen darunter
IQR
Interquartilsabstand, Breite der Box

Rechenbeispiel: Fünf-Punkte-Zusammenfassung für 7, 1, 3, 3, 9, 5, 2

  1. 1

    Werte sortieren: 1, 2, 3, 3, 5, 7, 9 und Anzahl bestimmen

    = n = 7

  2. 2

    Kleinsten und größten Wert ablesen

    = Minimum 1, Maximum 9

  3. 3

    Median als mittleren Wert an Position 4 ablesen

    = 3

  4. 4

    Unteres Quartil als Median der unteren Hälfte 1, 2, 3 und oberes Quartil als Median der oberen Hälfte 5, 7, 9

    = Q1 = 2, Q3 = 7

  5. 5

    Interquartilsabstand berechnen: Q3 minus Q1

    = 5

  6. 6

    Mittelwert zum Vergleich: 30 geteilt durch 7

    = 4,2857

Die Box reicht von 2 bis 7, der Median liegt mit 3 deutlich links in der Box. Die Grenzen für Ausreißer liegen bei 2 minus 7,5 und 7 plus 7,5, also bei −5,5 und 14,5. Kein Wert fällt heraus. Der Mittelwert 4,2857 liegt über dem Median, die Verteilung ist rechtsschief.

Typische Fehler

errorDie Box als Bereich aller typischen Werte gelesen

Die Box enthält nur die mittlere Hälfte der Werte. Ein Viertel liegt darunter, ein Viertel darüber. Wer die Box für den Normalbereich hält, stuft die Hälfte aller Beobachtungen fälschlich als ungewöhnlich ein.

errorBoxplots mit unterschiedlicher Quartilsmethode verglichen

Für Quartile gibt es mehrere Rechenwege, und bei kleinen Datenmengen liefern sie unterschiedliche Werte. Vergleichen Sie Boxplots nur, wenn alle mit demselben Verfahren erstellt wurden, etwa alle mit der Methode Median der Hälften.

Vom Median zum Boxplot

Der Median teilt eine sortierte Datenreihe in zwei gleich große Hälften. Wendet man dieselbe Idee noch einmal auf jede Hälfte an, entstehen die Quartile, und die Reihe ist in vier Viertel geteilt. Zusammen mit dem kleinsten und dem größten Wert ergibt das die Fünf-Punkte-Zusammenfassung. Der Boxplot macht aus diesen fünf Zahlen ein Bild: eine Box vom unteren zum oberen Quartil, einen Strich für den Median und zwei Linien, die sogenannten Fühler oder Whisker, bis zu den äußersten Werten, die noch nicht als Ausreißer gelten.

Der Vorteil gegenüber Mittelwert und Standardabweichung liegt in der Robustheit. Ein einzelner extremer Wert verschiebt den Median und die Quartile kaum, während er den Mittelwert stark beeinflusst. Deshalb werden Einkommen, Mieten oder Wartezeiten häufig als Boxplot oder mit Median und Quartilen dargestellt. Beim Lesen lohnt sich die Reihenfolge von innen nach außen: erst die Lage des Medians, dann die Breite der Box als Maß für die Streuung der mittleren Hälfte, zuletzt die Länge der Fühler und einzelne Punkte außerhalb.

Ausreißer mit dem Interquartilsabstand erkennen

Die gebräuchlichste Regel für Ausreißer stammt vom Statistiker John Tukey. Sie verlängert die Box um das 1,5-Fache ihrer Breite nach beiden Seiten. Was außerhalb dieser Zäune liegt, wird als einzelner Punkt eingezeichnet. Im Beispiel ist die Box 5 breit, die Zäune liegen bei −5,5 und 14,5, und alle Werte bleiben innerhalb. Käme ein Wert von 20 hinzu, würde er als Ausreißer markiert.

Der Vorteil dieser Regel ist, dass sie sich nicht von den Ausreißern selbst täuschen lässt. Eine Grenze auf Basis der Standardabweichung würde durch einen extremen Wert mit verschoben, weil dieser die Standardabweichung aufbläht. Die Quartile bleiben davon weitgehend unberührt. Für sehr kleine Datenmengen mit fünf oder sechs Werten ist die Regel allerdings grob, dort ist ein kritischer Blick auf die Einzelwerte oft aufschlussreicher.

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Häufige Fragen: Median-Rechner

Woran erkenne ich im Boxplot eine schiefe Verteilung? expand_more
Liegt der Medianstrich nicht in der Mitte der Box, sondern nahe an einem Rand, ist die Verteilung schief. Ein Median nahe dem unteren Quartil und ein langer oberer Fühler deuten auf wenige große Werte hin, also auf eine rechtsschiefe Verteilung.
Sind Ausreißer nach der 1,5-fachen IQR-Regel automatisch Fehler? expand_more
Nein. Die Regel markiert nur Werte, die auffällig weit vom Rest entfernt liegen. Ob es sich um einen Messfehler, einen Tippfehler oder einen echten, aber seltenen Wert handelt, müssen Sie im Einzelfall prüfen, bevor Sie ihn entfernen.
Wofür eignen sich Boxplots besonders gut? expand_more
Für den Vergleich mehrerer Gruppen nebeneinander, etwa Mieten in verschiedenen Stadtteilen oder Testergebnisse mehrerer Klassen. Lage, Streuung und Ausreißer lassen sich auf einen Blick vergleichen, ohne dass alle Einzelwerte dargestellt werden müssen.

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