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Reifendruck Fahrrad berechnen: wie viel bar auf den Fahrradreifen gehören

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Der richtige Reifendruck am Fahrrad hängt vor allem von Reifenbreite und Gewicht ab: Ein 28-mm-Rennradreifen braucht bei 84 kg Systemgewicht rund 4,0 bar vorne und 5,6 bar hinten, ein 50-mm-E-Bike-Reifen bei 120 kg etwa 2,0 und 3,0 bar. Der Rechner ermittelt den Druck vorne und hinten in bar und psi aus Reifenbreite, Fahrer-, Rad- und Gepäckgewicht. Untergrund, Tubeless und hakenlose Felgen fließen mit ein, die Angabe auf Ihrer Reifenflanke bleibt die Grenze.

menu_book Ausführlicher Ratgeber: Reifendruck-Rechner Fahrrad erklärt

Vorderrad

3 bar

44 psi

Hinterrad

3 bar

44 psi

Systemgewicht

92 kg

vorne 36,8 kg, hinten 55,2 kg

So wird gerechnet

Grundlage ist das Modell von Frank Berto: Der Reifen soll unter Last um etwa 15 Prozent einfedern. Das Gewicht verteilt sich zu 40 Prozent auf das Vorderrad und zu 60 Prozent auf das Hinterrad. Tubeless senkt den Druck um 10 Prozent, Schotter um 5 und Gelände um 10 Prozent. Das Ergebnis wird auf den typischen Bereich dieser Reifenbreite begrenzt (3 bis 6 bar). Die Angaben auf Ihrer Reifenflanke und Felge gehen immer vor.

Hinweise

  • Das Modell ergibt hier weniger als den typischen Mindestdruck dieser Reifenbreite, angezeigt wird deshalb der Mindestwert. Den Mindestdruck auf Ihrer Reifenflanke sollten Sie nicht unterschreiten, sonst drohen Durchschläge und Felgenschäden.

Reifendruck-Tabelle in bar (vorne / hinten, Asphalt, mit Schlauch)

Breite70 kg85 kg100 kg120 kg
25 mm5,5 / 5,65,5 / 6,95,5 / 8,26,5 / 8,3
28 mm4 / 4,64 / 5,74,4 / 6,85,3 / 7
32 mm4 / 44 / 4,54 / 5,44,2 / 6,6
40 mm3 / 33 / 33 / 3,73 / 4,5
50 mm2 / 22 / 22 / 2,42 / 3
57 mm1,2 / 1,21,2 / 1,51,2 / 1,91,4 / 2,3
60 mm1,2 / 1,21,2 / 1,41,2 / 1,71,3 / 2,1

Systemgewicht = Fahrer, Rad und Gepäck. Richtwerte, Stand 29.09.2026.

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Reifendruck am Fahrrad: je breiter der Reifen und je leichter das System, desto weniger bar

Der passende Luftdruck ist der, bei dem der Reifen unter Last um etwa 15 Prozent seiner Höhe einfedert. Dieses Modell stammt von Frank Berto und wurde in der Zeitschrift Bicycle Quarterly veröffentlicht. Der Rechner nutzt eine Regression der Berto-Kurven: Druck in psi = 153,6 × Radlast in Pfund ÷ Reifenbreite in mm hoch 1,5785 minus 7,1685. Weil ein schmaler Reifen weniger Luftvolumen hat, braucht er für dieselbe Last deutlich mehr Druck als ein breiter. Anschließend begrenzt der Rechner das Ergebnis auf die typischen Flankenwerte der jeweiligen Reifenbreite (Stand 29.09.2026). Das ist wichtig, denn das Modell liefert bei leichten Fahrern und breiten Reifen oft Werte, die unter dem zulässigen Mindestdruck liegen.

Reifendruck Fahrrad Tabelle: bar und psi nach Reifenbreite und Gewicht

Die Tabelle zeigt die Empfehlung vorne und hinten auf Asphalt mit Schlauch. Das Systemgewicht ist Fahrer plus Rad plus Gepäck. Die Werte stehen jeweils als vorne / hinten.

Reifenbreite70 kg Systemgewicht85 kg Systemgewicht100 kg Systemgewicht
25 mm5,5 / 5,6 bar (80 / 81 psi)5,5 / 6,9 bar (80 / 100 psi)5,5 / 8,2 bar (80 / 119 psi)
28 mm4,0 / 4,6 bar (58 / 67 psi)4,0 / 5,7 bar (58 / 83 psi)4,4 / 6,8 bar (63 / 98 psi)
32 mm4,0 / 4,0 bar (58 / 58 psi)4,0 / 4,5 bar (58 / 66 psi)4,0 / 5,4 bar (58 / 78 psi)
40 mm3,0 / 3,0 bar (44 / 44 psi)3,0 / 3,0 bar (44 / 44 psi)3,0 / 3,7 bar (44 / 53 psi)
50 mm2,0 / 2,0 bar (29 / 29 psi)2,0 / 2,0 bar (29 / 29 psi)2,0 / 2,4 bar (29 / 35 psi)
57 mm1,2 / 1,2 bar (17 / 17 psi)1,2 / 1,5 bar (17 / 22 psi)1,2 / 1,9 bar (17 / 27 psi)
60 mm1,2 / 1,2 bar (17 / 17 psi)1,2 / 1,4 bar (17 / 20 psi)1,2 / 1,7 bar (17 / 25 psi)

Viele Werte vorne sind identisch, weil das Modell dort unter dem Mindestdruck der Reifenbreite liegt und der Rechner deshalb den Mindestwert ausgibt. Bei 40 mm und 70 kg etwa ergibt die Formel hinten nur rund 2,4 bar, angezeigt werden 3,0 bar. Die Unterschiede zwischen leichten und schweren Fahrern zeigen sich deshalb vor allem am Hinterrad.

Typische Druckbereiche je Reifenbreite und die Vergleichswerte des ADAC

Die Begrenzung beruht auf Stichproben realer Flankenangaben, etwa Continental GP5000 25-622 mit maximal 8,3 bar, Schwalbe Marathon 40-622 mit 3,5 bis 6 bar und Schwalbe Nobby Nic 2,25 Zoll mit maximal etwa 3,7 bar. Der ADAC nennt für einen Fahrer mit 75 kg (Stand 19.03.2026) eigene Richtwerte, die zum Vergleich daneben stehen.

ReifenbreiteBereich im RechnerADAC-Richtwert vorne / hinten (75 kg)
bis 25 mm5,5 bis 8,3 bar25 mm: 7,0 / 7,2 bar
26 bis 32 mm4,0 bis 7,0 barkeine Angabe
33 bis 44 mm3,0 bis 6,0 bar40 mm: 4,0 / 4,2 bar
45 bis 54 mm2,0 bis 4,5 barkeine Angabe
55 bis 65 mm1,2 bis 3,7 bar2,3 Zoll: 2,0 / 2,2 bar
über 65 mm0,8 bis 2,5 barkeine Angabe

Der ADAC liegt bei 25 mm höher als das Berto-Modell, das schmale Reifen bei geringem Gewicht weicher empfiehlt. Beide Ansätze sind legitim: Das Modell zielt auf geringen Rollwiderstand und Komfort, pauschale Richtwerte auf Pannenschutz. Den Rahmen setzt in jedem Fall die Angabe auf Ihrer eigenen Reifenflanke.

Luftdruck auf Schotter und im Gelände: ein Abschlag als Schätzung

Auf Schotter zieht der Rechner 5 Prozent ab, im Gelände 10 Prozent. Diese Abschläge sind eine Annahme des Rechners und kein genormter Wert. Sie stützen sich auf die Aussage aus der Schwalbe TechInfo, dass im Gelände ein geringerer Luftdruck den Rollwiderstand senkt, weil der Reifen Unebenheiten schluckt, statt über sie zu springen. Wie viel weniger genau richtig ist, hängt von Untergrund, Fahrweise und Reifen ab. Nehmen Sie die Werte als Startpunkt und tasten Sie sich in kleinen Schritten heran. Die Tabelle zeigt die Wirkung für ein E-Bike mit 50 mm Reifen und 120 kg Systemgewicht am Hinterrad. Vorne bleibt es in allen Fällen beim Mindestwert von 2,0 bar.

Untergrundmit SchlauchTubeless
Asphalt3,0 bar (44 psi)2,7 bar (39 psi)
Schotter / Waldweg2,9 bar (41 psi)2,6 bar (37 psi)
Gelände / Trail2,7 bar (39 psi)2,4 bar (35 psi)

Reifendruck beim Rennrad und Gravelbike

Beim Rennrad lohnt sich der Rechner besonders, weil die Spanne zwischen zu weich und zu hart dort in wenigen Zehntel bar liegt. Mit 28 mm Reifen und 84 kg Systemgewicht empfiehlt er 4,0 bar vorne und 5,6 bar hinten (82 psi). Wer auf 25 mm wechselt, landet bei gleichem Gewicht hinten bei 6,8 bar. Gravelbikes mit 40 mm Reifen kommen mit viel weniger aus. Hier greift oft schon der Mindestwert von 3,0 bar. Auf hakenlosen Felgen, wie sie bei Gravel und Rennrad immer häufiger sind, gilt nach ETRTO höchstens 5 bar. Wer seine Ausfahrten nach Tempo plant, findet Schnitt und Zeit im Pace-Rechner.

Wie viel bar auf den Fahrradreifen: Merkhilfe für unterwegs

Als grobe Orientierung reicht eine Faustregel nach Reifenbreite: Rennrad um die 5 bis 7 bar, Trekking und City um 3 bis 4 bar, E-Bike mit 50 mm um 2 bis 3 bar, Mountainbike um 1,5 bis 2 bar. Hinten kommt immer etwas mehr hinein als vorne. Für die Umrechnung zwischen bar und psi merken Sie sich den Faktor 14,5: 3 bar sind etwa 44 psi, 4 bar etwa 58 psi. Wer eine andere Einheit auf dem Manometer hat, etwa kPa, nutzt den Druck-Umrechner. Ein schneller Plausibilitätstest: Drücken Sie den Reifen im Stand nicht, sondern schauen Sie beim Aufsitzen auf die Flanke. Wölbt sie sich deutlich zur Seite, fehlt Luft.

Typische Fehler beim Reifendruck am Fahrrad

  • Den Maximaldruck von der Flanke aufpumpen: Der aufgedruckte Höchstwert ist eine Grenze, keine Empfehlung. Der Reifen wird bretthart und rollt auf rauem Belag schlechter.
  • Vorne und hinten gleich viel Druck: Weil hinten rund 60 Prozent der Last liegen, ist das Vorderrad dann zu hart oder das Hinterrad zu weich.
  • Das Radgewicht vergessen: Beim E-Bike mit rund 25 kg fehlt ohne das Rad ein großer Teil der Last in der Rechnung.
  • Unter den Mindestdruck gehen: Zu wenig Luft führt zu Durchschlägen, einem geplatzten Schlauch und Schäden an der Felge.
  • Seltene Kontrolle: Schläuche verlieren auch ohne Loch Luft. Einmal pro Woche nachmessen ist bei Rennrädern sinnvoll.

Praxisbeispiel: Reifendruck für ein beladenes E-Bike

Eine Pendlerin wiegt 85 kg, ihr Trekking-E-Bike 25 kg, dazu kommen 10 kg in den Packtaschen. Die Reifen sind 50 mm breit, sie fährt mit Schlauch auf Asphalt. Das Systemgewicht beträgt 120 kg. Bei der Verteilung 40 zu 60 trägt das Vorderrad 48 kg, das Hinterrad 72 kg. Für hinten ergibt das Modell genau 3,0 bar, das sind 44 psi. Vorne kommt das Modell auf 1,84 bar und liegt damit unter dem Mindestdruck von 2,0 bar für diese Breite, angezeigt werden 2,0 bar (29 psi). Wechselt sie auf Tubeless, sinkt die Empfehlung hinten auf 2,7 bar. Ob der Rahmen des neuen Rads zur Schrittlänge passt, prüft sie mit dem Rahmengröße-Rechner, die Kosten eines Dienstrads mit dem Jobrad-Rechner.

Reifendruck am Fahrrad: drei Handgriffe mit Wirkung

  1. 01 Prüfen Sie den Druck mit einer Standpumpe mit Manometer und nicht mit dem Daumen. Ein Fahrradreifen verliert ohne Defekt schleichend Luft, bei schmalen Rennradreifen merkt man nach zwei Wochen oft schon ein halbes bar weniger.
  2. 02 Pumpen Sie das Hinterrad stärker auf als das Vorderrad. Hinten lastet bei aufrechter bis sportlicher Haltung etwa 60 Prozent des Gewichts, deshalb liegt die Empfehlung hinten fast immer höher.
  3. 03 Rechnen Sie Gepäck und Kindersitz mit ein. Zehn Kilo auf dem Gepäckträger erhöhen den nötigen Druck hinten spürbar, besonders beim schweren E-Bike.

Häufige Fragen zu bar, psi und Luftdruck am Fahrrad

Wie viel bar gehören auf einen Fahrradreifen? expand_more
Das hängt von der Reifenbreite ab. Rennradreifen mit 25 bis 28 mm liegen meist zwischen 4 und gut 8 bar, Trekkingreifen mit 40 mm zwischen 3 und 6 bar, breite MTB-Reifen mit 57 bis 60 mm zwischen 1,2 und 3,7 bar. Innerhalb dieser Spanne bestimmt Ihr Gewicht, wo der passende Wert liegt.
Welcher Reifendruck ist beim Rennrad richtig? expand_more
Bei 28 mm Reifenbreite und 84 kg Systemgewicht ergibt der Rechner 4,0 bar vorne und 5,6 bar hinten. Vorne liegt der Modellwert mit 3,58 bar unter dem typischen Mindestdruck, deshalb wird 4,0 bar angezeigt. Mit 25-mm-Reifen steigt der Druck, weil weniger Luftvolumen das gleiche Gewicht tragen muss.
Welcher Reifendruck ist beim E-Bike richtig? expand_more
Ein E-Bike wiegt mit rund 25 kg deutlich mehr als ein normales Rad, das erhöht den Druckbedarf. Bei 50 mm Reifenbreite, 85 kg Fahrer, 25 kg Rad und 10 kg Gepäck empfiehlt der Rechner 2,0 bar vorne und 3,0 bar hinten. Die Höchstangabe auf der Reifenflanke darf nie überschritten werden.
Wie rechne ich psi in bar um? expand_more
Ein bar entspricht 14,5038 psi. Für die Umrechnung von psi in bar teilen Sie also durch 14,5, für die Gegenrichtung multiplizieren Sie. 44 psi sind rund 3,0 bar, 58 psi rund 4,0 bar. Viele Pumpen zeigen beide Skalen, der Rechner gibt ebenfalls beide Werte aus.
Warum ist vorne weniger Druck nötig als hinten? expand_more
Auf dem Hinterrad lasten bei aufrechter bis sportlicher Sitzposition etwa 60 Prozent des Gesamtgewichts, auf dem Vorderrad nur 40 Prozent. Der Rechner teilt das Systemgewicht in diesem Verhältnis auf. Bei sehr aufrechter Haltung, etwa auf dem Hollandrad, lässt sich der Anteil hinten auf bis zu 70 Prozent erhöhen.
Brauche ich mit Tubeless-Reifen weniger Luftdruck? expand_more
Ja, der Rechner zieht bei Tubeless 10 Prozent ab. Das stützt sich auf Schwalbe, wonach Tubeless-Reifen mit etwas geringerem Druck gefahren werden können, und auf Continental, das beim GP5000 mit 25 mm tubeless 80 bis 109 psi statt 95 bis 123 psi mit Schlauch nennt. Die Angabe auf der Reifenflanke bleibt trotzdem maßgeblich.
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