Wie viel Bar gehören auf den Fahrradreifen? Druck nach Gewicht
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Wie viel bar auf den Fahrradreifen gehören, bestimmen Reifenbreite und Gewicht. Schmale Rennradreifen brauchen 5 bis 8 bar, Trekkingreifen um 3 bis 4 bar, breite MTB-Reifen oft unter 2 bar. Hinten gehört mehr Luft hinein als vorne, weil dort rund 60 Prozent der Last liegen. Die Angabe auf der Reifenflanke ist immer die Grenze.
Vorderrad
3 bar
44 psi
Hinterrad
3 bar
44 psi
Systemgewicht
92 kg
vorne 36,8 kg, hinten 55,2 kg
So wird gerechnet
Grundlage ist das Modell von Frank Berto: Der Reifen soll unter Last um etwa 15 Prozent einfedern. Das Gewicht verteilt sich zu 40 Prozent auf das Vorderrad und zu 60 Prozent auf das Hinterrad. Tubeless senkt den Druck um 10 Prozent, Schotter um 5 und Gelände um 10 Prozent. Das Ergebnis wird auf den typischen Bereich dieser Reifenbreite begrenzt (3 bis 6 bar). Die Angaben auf Ihrer Reifenflanke und Felge gehen immer vor.
Hinweise
- Das Modell ergibt hier weniger als den typischen Mindestdruck dieser Reifenbreite, angezeigt wird deshalb der Mindestwert. Den Mindestdruck auf Ihrer Reifenflanke sollten Sie nicht unterschreiten, sonst drohen Durchschläge und Felgenschäden.
Reifendruck-Tabelle in bar (vorne / hinten, Asphalt, mit Schlauch)
| Breite | 70 kg | 85 kg | 100 kg | 120 kg |
|---|---|---|---|---|
| 25 mm | 5,5 / 5,6 | 5,5 / 6,9 | 5,5 / 8,2 | 6,5 / 8,3 |
| 28 mm | 4 / 4,6 | 4 / 5,7 | 4,4 / 6,8 | 5,3 / 7 |
| 32 mm | 4 / 4 | 4 / 4,5 | 4 / 5,4 | 4,2 / 6,6 |
| 40 mm | 3 / 3 | 3 / 3 | 3 / 3,7 | 3 / 4,5 |
| 50 mm | 2 / 2 | 2 / 2 | 2 / 2,4 | 2 / 3 |
| 57 mm | 1,2 / 1,2 | 1,2 / 1,5 | 1,2 / 1,9 | 1,4 / 2,3 |
| 60 mm | 1,2 / 1,2 | 1,2 / 1,4 | 1,2 / 1,7 | 1,3 / 2,1 |
Systemgewicht = Fahrer, Rad und Gepäck. Richtwerte, Stand 29.09.2026.
Direkt zum Tool: Reifendruck-Rechner Fahrrad öffnen
Formel
Zuerst wird das Systemgewicht aus Fahrer, Rad und Gepäck gebildet und im Verhältnis 40 zu 60 auf Vorder- und Hinterrad verteilt. Aus der Radlast und der Reifenbreite ergibt sich nach dem Modell von Frank Berto der Druck, bei dem der Reifen um 15 Prozent einfedert. Das Ergebnis wird auf den typischen Druckbereich der Reifenbreite begrenzt.
Druck [psi] = 153,6 × Radlast [lb] ÷ Breite [mm]^1,5785 − 7,1685; bar = psi ÷ 14,5038
- Radlast
- Anteil des Systemgewichts auf einem Rad, in Pfund umgerechnet
- Breite
- Reifenbreite in mm laut ETRTO-Angabe, etwa 25 bei 25-622
- Lastanteil hinten
- Standardmäßig 0,6, bei sehr aufrechter Haltung bis 0,7
Rechenbeispiel: Rennrad mit 25-mm-Reifen, 75 kg Fahrer und 9 kg Rad
- 1
Reifenbreite von der Flanke ablesen, hier 25-622
= 25 mm
- 2
Systemgewicht bilden: 75 kg Fahrer plus 9 kg Rad, kein Gepäck
= 84 kg
- 3
Lastanteil des Hinterrads festlegen, sportliche Sitzposition
= 0,6
- 4
Hinterrad nach dem Berto-Modell: 6,8 bar, das sind 99 psi. Vorderrad: Das Modell ergibt 4,38 bar, das liegt unter dem Mindestdruck von 5,5 bar für 25 mm, angezeigt werden deshalb 5,5 bar (80 psi)
Für ein Rennrad mit 25-mm-Reifen und 84 kg Systemgewicht empfiehlt der Rechner 5,5 bar vorne und 6,8 bar hinten. Das liegt deutlich unter dem Höchstwert von 8,3 bar, den viele 25-mm-Reifen tragen. Mit 28 mm breiten Reifen sinkt der Druck bei gleichem Gewicht weiter.
Typische Fehler
errorDen Reifendruck nur nach Gefühl mit dem Daumen geprüft
Ein prall wirkender Reifen kann ein ganzes bar zu wenig haben, weil der Daumen den Unterschied zwischen 5 und 6 bar kaum spürt. Nutzen Sie eine Standpumpe mit Manometer oder ein separates Messgerät und prüfen Sie vor längeren Fahrten.
errorDen Druck nach einem Reifenwechsel auf eine andere Breite beibehalten
Wer von 25 auf 28 mm oder von 40 auf 50 mm wechselt, braucht spürbar weniger Luft, weil der breitere Reifen mehr Volumen hat. Rechnen Sie nach jedem Wechsel neu, sonst fahren Sie unnötig hart und verlieren Komfort und Grip.
errorTubeless mit demselben Druck gefahren wie mit Schlauch
Ohne Schlauch fällt die Walkarbeit zwischen Schlauch und Reifen weg, der Reifen verträgt deshalb etwas weniger Druck. Der Rechner zieht 10 Prozent ab. Continental nennt beim GP5000 mit 25 mm tubeless ebenfalls niedrigere Werte als mit Schlauch.
Warum das Gewicht beim Reifendruck mehr zählt als der Radtyp
Viele Tabellen nennen einen festen Druck je Radtyp, etwa 7 bar fürs Rennrad oder 4 bar fürs Trekkingrad. Das ist ein brauchbarer Startpunkt, übersieht aber, dass ein Reifen immer eine Last trägt. Ein Fahrer mit 60 kg auf einem leichten Rennrad braucht weniger Luft als einer mit 100 kg auf demselben Rad. Das Modell von Frank Berto setzt genau hier an: Der Reifen soll unter Last um etwa 15 Prozent seiner Höhe einfedern. Weniger Einfederung bedeutet einen harten, springenden Reifen, mehr bedeutet schwammiges Fahrverhalten und das Risiko von Durchschlägen.
Beim E-Bike wird dieser Zusammenhang besonders deutlich. Das Rad selbst wiegt rund 25 kg, oft kommen Packtaschen oder ein Kindersitz hinzu. Wer nur sein eigenes Körpergewicht im Kopf hat, unterschätzt die Last am Hinterrad erheblich. Deshalb fragt der Rechner Fahrer, Rad und Gepäck getrennt ab.
Wo das Modell an Grenzen stößt
Das Berto-Modell liefert bei leichten Fahrern und breiten Reifen oft sehr niedrige Werte, die unter dem Mindestdruck der Reifenhersteller liegen. Der Rechner hebt solche Ergebnisse auf den typischen Mindestwert der Reifenbreite an, damit Reifen und Felge geschützt bleiben. Auch die Abschläge für Schotter und Gelände sind keine Messwerte, sondern Schätzungen, die Sie im Fahrbetrieb feinjustieren sollten. Zeigt Ihr Manometer psi oder kPa statt bar, hilft ein Umrechner beim Abgleich.
Eine weitere Grenze ist die Lastverteilung. Das Verhältnis 40 zu 60 gilt für eine aufrechte bis sportliche Sitzposition. Auf einem Hollandrad mit sehr aufrechter Haltung liegt mehr Gewicht hinten, auf einem Zeitfahrrad mit tiefer Front etwas mehr vorne. Auch schwere Packtaschen am Gepäckträger verschieben die Last nach hinten. Der Rechner lässt deshalb einen Lastanteil hinten zwischen 50 und 70 Prozent zu. Wer regelmäßig beladen pendelt und am Wochenende ohne Gepäck fährt, legt sich am besten zwei Werte fest und pumpt je nach Einsatz nach.