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Andere Reifengröße montieren: Was passt und was muss eingetragen werden?

Stand: Rechenweg mit automatischen Tests geprüftMethodik

Eine andere Reifengröße passt in der Regel, wenn ihr Abrollumfang höchstens 2,5 Prozent kleiner oder 1,5 Prozent größer ist als bei der Serienbereifung. Der Wechsel von 205/55 R16 auf 225/45 R17 liegt mit 0,38 Prozent Abweichung klar darin. Ob die Größe ohne Eintragung erlaubt ist, zeigen die Fahrzeugpapiere oder ein Gutachten.

Serienreifen: 205/55 R16

Alternative Größe: 225/45 R17

Abweichung Abrollumfang

+0,38 %

Durchmesser neu

634,3 mm

+2,4 mm, Höhe +1,2 mm

Abrollumfang neu

1.935 mm

Tacho zeigt bei echten 100 km/h

103,6 km/h

bei 4 % Serien-Voreilung

Die Abweichung liegt innerhalb der üblichen Toleranz von -2,5 % bis +1,5 %. Größerer Abrollumfang: Tacho und Kilometerzähler zeigen zu wenig, der Verbrauch je 100 km wirkt rechnerisch niedriger.

ECE-R 39 mit 4 % Serien-Voreilung: Anzeige bleibt im erlaubten Fenster (nie unter real, höchstens +10 % + 4 km/h). Empfohlene Felgenbreite: 6 Zoll (±1 Zoll je Herstellerfreigabe).

MaßSerieAlternative
Flankenhöhe112,8 mm101,3 mm
Durchmesser631,9 mm634,3 mm
Umfang (geometrisch)1.985 mm1.993 mm
Abrollumfang (dynamisch)1.927 mm1.935 mm
Umdrehungen je km518,9516,9
Maßfelge5,5 Zoll6 Zoll
Tacho zeigtReale GeschwindigkeitDifferenz
30 km/h30,1 km/h+0,1 km/h
50 km/h50,2 km/h+0,2 km/h
80 km/h80,3 km/h+0,3 km/h
100 km/h100,4 km/h+0,4 km/h
130 km/h130,5 km/h+0,5 km/h

Tabelle relativ zur Serienbereifung (Serientacho als exakt angenommen). Abrollumfang nach ETRTO-Näherung 3,05 × Durchmesser. Zulässige Größen stehen in CoC-Papieren, Herstellerfreigaben oder Reifengutachten; die Toleranz −2,5 % / +1,5 % ist eine Prüfpraxis, keine Rechtsnorm.

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Formel

Die Flankenhöhe ist die Reifenbreite mal Querschnitt in Prozent. Der Durchmesser ist der Felgendurchmesser in Zoll mal 25,4 plus zweimal die Flankenhöhe. Der Abrollumfang beträgt etwa das 3,05-Fache des Durchmessers, weil der Reifen unter Last einfedert. Die Abweichung zweier Größen ist das Verhältnis ihrer Abrollumfänge minus eins.

D = Zoll · 25,4 + 2 · Breite · Querschnitt / 100

D
Außendurchmesser des Reifens in mm
Breite
Reifenbreite in mm, etwa 205
Querschnitt
Flankenhöhe in Prozent der Breite, etwa 55

Rechenbeispiel: 205/55 R16 gegen 225/45 R17

  1. 1

    Serienreifen 205/55 R16: Flanke 205 × 0,55 = 112,75 mm, Durchmesser 16 × 25,4 + 2 × 112,75 = 631,9 mm

  2. 2

    Alternativreifen 225/45 R17: Flanke 101,25 mm, Durchmesser 634,3 mm, Unterschied zur Serie

    = 2,4 mm größerer Durchmesser

  3. 3

    Änderung der Fahrzeughöhe, halber Durchmesserunterschied

    = 1,2 mm höher

  4. 4

    Abrollumfang vergleichen: 1.934,61 mm gegenüber 1.927,29 mm

    = 0,38 Prozent größer

  5. 5

    Tacho mit der neuen Größe, Toleranzfenster minus 2,5 bis plus 1,5 Prozent

    = zeigt 0,38 Prozent zu wenig, innerhalb der Toleranz

Die 17-Zoll-Größe weicht nur minimal ab. Bei angezeigten 100 km/h fahren Sie tatsächlich rund 100,4 km/h. Weil Serientachos etwa 4 Prozent vorgehen, bleibt die Anzeige trotzdem über der echten Geschwindigkeit.

Typische Fehler

errorNur auf den Abrollumfang geachtet

Auch Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex müssen mindestens den Werten aus den Fahrzeugpapieren entsprechen. Ein Reifen mit passendem Umfang, aber zu niedrigem Lastindex ist nicht zulässig und kann bei voller Beladung überlastet werden.

errorFreigängigkeit nicht geprüft

Ein breiterer Reifen kann bei vollem Lenkeinschlag oder eingefedertem Rad am Radhaus oder Federbein streifen. Prüfen Sie den Platz im Radkasten und die Einpresstiefe der Felge, bevor Sie einen Satz Räder bestellen.

Serie, Freigabe oder Eintragung: drei Stufen der Zulässigkeit

Ob eine andere Reifengröße erlaubt ist, entscheidet nicht allein die Rechnung. Maßgeblich sind die Fahrzeugpapiere. Die erste Stufe ist die Serienbereifung, die in der Zulassungsbescheinigung steht. Die zweite Stufe sind Größen, die der Hersteller im CoC-Papier zusätzlich freigegeben hat. Diese dürfen Sie ohne weiteren Aufwand montieren, sofern Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex passen.

Alles darüber hinaus ist die dritte Stufe. Hier braucht es eine Allgemeine Betriebserlaubnis für die konkrete Rad-Reifen-Kombination oder ein Gutachten mit Abnahme durch eine Prüfstelle. Die Toleranz von minus 2,5 bis plus 1,5 Prozent beim Abrollumfang ist eine Faustregel aus der Prüfpraxis, sie ersetzt diese Unterlagen nicht.

Winterräder und Umrüstgrößen

Besonders häufig stellt sich die Frage beim Kauf von Winterrädern. Viele Fahrer greifen im Winter zu einer kleineren Felge mit höherer Flanke, weil diese Reifen günstiger sind und Bordsteinkontakte besser verzeihen. Der Rechner zeigt schnell, ob die kleinere Kombination beim Abrollumfang passt. Achten Sie aber darauf, dass die kleinere Felge über die Bremsanlage passt, besonders bei Fahrzeugen mit großen Bremsscheiben.

Ein größerer Abrollumfang wirkt sich außerdem auf Assistenzsysteme aus, die mit Raddrehzahlen arbeiten. Bei kleinen Abweichungen wie im Beispiel bleibt das ohne spürbare Folgen, bei größeren Sprüngen kann eine Neukalibrierung nötig werden.

Planen Sie bei einer Umrüstung außerdem die Reifendruckkontrolle ein. Fahrzeuge mit direkt messenden Sensoren brauchen für neue Felgen passende Sensoren, die angelernt werden müssen. Das verursacht zusätzliche Kosten, die im Preisvergleich von Kompletträdern leicht übersehen werden.

Tacho, Kilometerzähler und Verbrauch im Alltag

Eine Abweichung beim Abrollumfang wirkt sich nicht nur auf die Tachoanzeige aus. Der Kilometerzähler zählt mit derselben Abweichung, und damit auch der Bordcomputer beim Verbrauch. Bei 0,38 Prozent wie im Beispiel sind das auf 10.000 km nur 38 km Unterschied. Bei größeren Sprüngen addiert sich das über die Jahre, etwa bei Leasingverträgen mit fester Laufleistung oder bei der Abrechnung eines Dienstwagens nach Fahrtenbuch. Rechnen Sie deshalb die tatsächliche Strecke nach, wenn Sie dauerhaft auf eine deutlich abweichende Größe umsteigen.

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Häufige Fragen: Reifenrechner

Wo finde ich die zugelassenen Reifengrößen meines Autos? expand_more
Die Serienbereifung steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Weitere freigegebene Größen enthält die Übereinstimmungsbescheinigung, das sogenannte CoC-Papier. Größen außerhalb dieser Liste brauchen ein Gutachten oder eine Allgemeine Betriebserlaubnis der Rad-Reifen-Kombination.
Verändert eine andere Reifengröße den Verbrauch? expand_more
Leicht. Breitere Reifen haben mehr Roll- und Luftwiderstand und erhöhen den Verbrauch etwas. Ein größerer Abrollumfang lässt außerdem den Kilometerzähler zu wenig anzeigen, wodurch der Verbrauch je 100 km im Bordcomputer niedriger wirkt, als er ist.
Was bringt der Umstieg auf eine größere Felge? expand_more
Größere Felgen mit flacheren Reifen verbessern das Lenkverhalten und die Optik. Dafür wird der Federungskomfort härter, die Reifen sind teurer und die Felgen anfälliger für Schäden an Bordsteinen. Im Winter sind kleinere Räder meist die praktischere Wahl.

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